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Home/Newscenter/Saisonvorschau auf den Tabellenkeller: Wer könnte am Ende absteigen?

Kochs NachschlagSaisonvorschau auf den Tabellenkeller: Wer könnte am Ende absteigen?

17. September 2026
Im zweiten Nachschlag zum Start der 61. Saison in der easyCredit BBL befasse ich mich mit der Tabellenregion, in der sich keine Mannschaft gerne wiederfindet. Es mag nicht überraschen, dass ich hier mit den Basketball Löwen Braunschweig einen sportlichen Absteiger und mit Phoenix Hagen den einzigen Neuling bespreche. Auch Jena und Weißenfels sind Teams, die man aufgrund ihrer überschaubaren Etats hier erwarten kann, während Hamburg und Oldenburg größere Ambitionen hegen. Diese beiden Nordklubs sind aus meiner Sicht keinesfalls Abstiegskandidaten, aber auch keine klaren Play-In-Anwärter.

Im zweiten Nachschlag zum Start der 61. Saison in der easyCredit BBL befasse ich mich mit der Tabellenregion, in der sich keine Mannschaft gerne wiederfindet. Es mag nicht überraschen, dass ich hier mit den Basketball Löwen Braunschweig einen sportlichen Absteiger und mit Phoenix Hagen den einzigen Neuling bespreche. Auch Jena und Weißenfels sind Teams, die man aufgrund ihrer überschaubaren Etats hier erwarten kann, während Hamburg und Oldenburg größere Ambitionen hegen. Diese beiden Nordklubs sind aus meiner Sicht keinesfalls Abstiegskandidaten, aber auch keine klaren Play-In-Anwärter.

Basketball Löwen Braunschweig

Die personellen Veränderungen: Die Ausgabe von 800.000 Euro für die Wildcard macht sich natürlich auch in der Kaderqualität bemerkbar. Auf der positiven Seite sind der deutsche Pass von Chip Flanigan und die Verpflichtung von Eddy Edigin zu vermerken. Alle neuen Ausländer müssen sich hingegen in dieser Liga erst noch beweisen. Mit dem Chilenen Felipe Haase und dem Schweden Zaba Bangala stehen auch zwei Nationalspieler im Kader.

Chip Flanigan und Ferdinand Zylka stehen vor einer schwierigen Saison mit den Löwen. (Foto: Josh Hoffmann)

Der Ausblick: Auch die kommende Spielzeit dürfte für die Braunschweiger ein Ritt auf der Rasierklinge werden. Der Kader wirkt im Vergleich eher schwächer als stärker; vor allem, wenn man das Roster vom Saisonende als Maßstab nimmt.

Der Knackpunkt: Kann das Geld aufgebracht werden, um im Saisonverlauf gegebenenfalls noch einmal personell nachzurüsten?

Phoenix Hagen

Die personellen Veränderungen: Der neue Center Cameron Krutwig bringt die Voraussetzungen mit, um sich zu einer Macht unter den Brettern zu entwickeln. Der 33-jährige Patricio Garino blickt auf eine hochdekorierte Vergangenheit mit NBA- und EuroLeague-Stationen zurück, hat aber seine besten Tage hinter sich. Der frühere Hamburger Anthony Polite ist aufgrund seiner Verletzungshistorie ein noch größeres Fragezeichen.

Headcoach Chris Harris und Patricio Garino wollen mit dem Traditionsstandort Hagen den Klassenerhalt schaffen. (Foto: Sascha Walther)

Der Ausblick: Für den Neuling kann es nur um den Klassenerhalt gehen. Diesen zu realisieren, wäre ein Erfolg per se. Dafür muss sich die Mannschaft im Vergleich zur Aufstiegssaison vor allem defensiv verbessern.

Der Knackpunkt: Die Gesundheit und Fitness von Polite und Garino könnten über Wohl und Wehe des Aufsteigers entscheiden!

Veolia Towers Hamburg

Die personellen Veränderungen: Die Tiefe auf den deutschen Positionen hat abgenommen, was aber angesichts der Tatsache, dass die Hamburger nicht mehr europäisch spielen, verkraftbar ist. Vor allem von den neuen Guards Zakai Zeigler und Noah Thomasson wird viel abhängen. David Muenkat kann beweisen, dass mehr in ihm steckt, als er zuletzt in Würzburg zeigen konnte.

Noah Thomasson lieferte im Pokalspiel gegen Rostock 27 Punkte. (Foto: Dennis Fischer)

Der Ausblick: Nach der turbulenten letzten Saison möchten die Towers frühzeitig in sicherem Fahrwasser segeln. Mit dem Abstieg sollten sie nichts zu tun haben, aber für die Play-Ins müsste es fast schon optimal laufen.

Der Knackpunkt: Kann der nur 1,75 Meter große Zeigler defensiv seine Längennachteile ausgleichen und offensiv zumindest temporär Gefahr von außen ausstrahlen?

Science City Jena

Die personellen Veränderungen: Die Abgänge von Keith Braxton und Joe Wieskamp wiegen schwer. Spielmacher Isaiah Moses verfügt nur über einen befristeten Vertrag und wird sich steigern müssen, um ein Arbeitspapier bis zum Saisonende zu erhalten. Von den Neuzugängen scheint Terrence Edwards Jr. am ehesten in der Lage zu sein, Akzente auf BBL-Niveau zu setzen.

Jenas Steven Esterkamp steht erstmals als BBL-Headcoach an der Seitenlinie. (Foto: Josh Hoffmann)

Der Ausblick: Der neue Coach Steven Esterkamp muss mit einem Kader arbeiten, dessen Bundesligatauglichkeit als grenzwertig beschrieben werden kann. Entsprechend dürfte es wie in der Vorsaison nur darum gehen, den Abstieg zu verhindern.

Der Knackpunkt: Gelingt es Spielern wie Edwards Jr., Jemarl Baker Jr. und Pierre Brooks II, zuverlässig im 1-1 zu punkten?

EWE Baskets Oldenburg

Die personellen Veränderungen: Die nächste Runderneuerung an der Hunte inklusive eines neuen Headcoaches! Milenko Bogicevic soll den einstigen Playoff-Dauergast wieder in höhere Gefilde führen. Mit Demajeo Wiggins konnte man einen Center finden, der das Rebound-Problem beheben kann. Rückkehrer Marcel Keßen gelang zuletzt in Heidelberg der Durchbruch. Gleiches gilt für Zach Ensminger, der aus Bamberg kam.

Oldenburgs neuer Center Demajeo Wiggins mit dem Stopfball im Pokal gegen Heidelberg. (Foto: Josh Hoffmann)

Der Ausblick: Aber insgesamt ist es trotzdem ein Kader, mit dem es schwer werden wird, die Postseason zu erreichen. Nach zuletzt drei verpassten Playoff-Teilnahmen hatte ich mit einem stärkeren Roster und einer damit verbundenen Kampfansage gerechnet.

Der Knackpunkt: Sollten die Oldenburger nicht positiv überraschen, stellt sich die Frage, wie lange die treuen Fans noch in Scharen zu den Spielen pilgern werden.

SYNTAINICS MBC

Die personellen Veränderungen: Mit Vladimir Jovanovic steht der achte Headcoach seit 2023 auf der Kommandobrücke der Weißenfelser! Seine namhaftesten Neuzugänge sind der Serbe Borisa Simanic sowie die Rückkehrer Kris Clyburn und Kostja Mushidi, wobei der deutsche Nationalspieler aktuell nur über einen Dreimonatsvertrag verfügt. Allerdings haben mit Charles Callison und Khyri Thomas zwei absolute Leistungsträger den Club verlassen.

Bleibt DBB-Nationalspieler Kostja Mushidi (links) die ganze Saison in Weißenfels? (Foto: Swen Pförtner)

Der Ausblick: Mit diesem Kader sollte das Erreichen des Klassenerhalts kein größeres Problem darstellen. Die Play-Ins kommen in Reichweite, wenn der verletzte Kapitän Spencer Reaves bald zurückkehrt und Mushidi bis zum Saisonende verlängert werden kann.

Der Knackpunkt: Können DeLonnie Hunt und Vuk Radojicic den Stabilisator Callison auf der Spielmacherposition ersetzen?

Kochs Nachschlag

Jena, Hagen und Braunschweig sind für mich die ersten Abstiegskandidaten. Hamburg, Oldenburg und der MBC sollten eher Richtung Play-Ins schielen. Aber Vorsicht, die Papierform kann täuschen. Die letzte Spielzeit endete mit zwei sportlichen Absteigern, die unmittelbar zuvor als Playoff-Teilnehmer für Furore gesorgt hatten!

In den anderen beiden Kolumnen zum Saisonstart geht es hier um das Mittelfeld und hier um die Spitzenteams.

Unser Kolumnist

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".