Die besondere Brisanz: Das Auftaktspiel in Oldenburg 81:96 zu verlieren, ist für den SYNTAINICS MBC zwar kein Beinbruch. Aber der Blick auf den Spielplan, wo Bonn und Ulm als übernächste Gegner angekündigt sind, setzt die Wölfe im ersten Heimspiel schon unter Druck. Geht das Saale-Derby in eigener Halle verloren, droht den Weißenfelsern (Saisonvorschau hier) ein dicker Fehlstart in die Punktrunde. Im Vorjahr hatten sie die Saison noch mit fünf Siegen eröffnet. Auch für Jena (Saisonvorschau hier) ist das Derby die vermeintlich leichteste Aufgabe im Auftaktprogramm. Die nächsten Gegner heißen dann Trier und Vechta.
Status quo: Sich gleich am ersten BBL-Spieltag mit einem Heimsieg nach der krachenden 63:94-Pokalniederlage in Frankfurt zu rehabilitieren, blieb Jena verwehrt, weil der Gegner RASTA Vechta wegen der BCL-Quali am ersten Spieltag der easyCredit BBL verhindert war. Als Ersatz wurden die Gießen 46ers zu einem Testspiel eingeladen. Das mühsame 77:74 gegen den Zweitligisten sorgte am vergangenen Freitag aber eher für noch mehr bange Fragezeichen in Jena. "Wir sind phasenweise zu unkonzentriert, schmeißen den Ball zu häufig weg. Die Eins-zu-Eins-Verteidigung weist Defizite auf, das müssen wir besser machen" resümiert Jenas sportlicher Leiter Stephan Haukohl in der OTZ (Paywall).
Duell im Fokus: Die Nachverpflichtung von Kostja Mushidi hat sich für die Wölfe umgehend ausgezahlt. Der Nationalspieler war sowohl beim hohen Pokalsieg in Göttingen mit 24 Punkten als auch bei der Niederlage in Oldenburg mit 20 Zählern Topscorer. Effektiv unterstützt wird er auf den kleinen Flügelpositionen Zwei und Drei von Anthony Gaines. Auch Jena hat seine bisher größten Lichtblicke in Terrence Edwards und Pierre Brooks auf diesen kleinen Außenpositionen. Liegt dort auch der Schlüssel zum Sieg im Derby?

Zahlen, bitte: In der vergangenen Saison verzeichnete der SYNTAINICS MBC die wenigsten Ballverluste in der easyCredit BBL (nur 12,1 pro Spiel). Auch unter ihrem neuen Trainer Vladimir Jovanovic scheinen die Wölfe daran anzuknüpfen. In Göttingen und Oldenburg verloren sie jeweils nur neun Bälle. Jena leistete sich hingegen bei seiner Pokal-Schlappe in Frankfurt satte 27 Ballverluste!
Die ewige Bilanz: In der easyCredit BBL standen sich beide Clubs erst sechsmal gegenüber (Bilanz: 3-3). Der Heimvorteil scheint dabei im Saale-Derby keine große Rolle zu spielen, denn in der vergangenen Saison triumphierten jeweils die Gäste: Die Wölfe gewannen 75:61 in Jena und Science City gewann 100:94 in Weißenfels.
Alte Bekannte: Der serbische Spielmacher Vuk Radojicic zog 2017 im Alter von 16 Jahren aus Belgrad nach Jena, wurde dort in der Jugend von Science City groß und gilt deshalb in der easyCredit BBL als „Homegrown Player“, der nicht unter die 6+6-Regel fällt. Schon 2020 warfen die Wölfe ein Auge auf den talentierten Spielmacher, der jedoch lieber noch drei Jahre für Science City in der ProA spielte, bevor er 2024 zurück in seine Heimat ging. Nach zwei Jahren in der serbischen Liga ist er in die easyCredit BBL zurückgekehrt und gab dort im Sommer endlich dem SYNTAINICS MBC sein Ja-Wort.
Am Rande der Bande: So wie die Wölfe Sean Flood nach dem Ausfall von Spencer Reaves verpflichtet haben, hat Jena auf den Ausfall von Robin Christen (Knieprobleme) mit der Verpflichtung von Christian Skladanowski reagiert. Der in Berlin geborene 22-jährige Deutsch-Pole kommt mit einer Rückkehr-Option für ein Jahr aus Würzburg in die Lichtstadt. "Seine Integration läuft gut. Er nimmt viele Dinge schnell auf und entwickelt bereits ein gutes Verständnis. Man merkt, dass in Würzburg ähnlich gearbeitet wurde" freut sich Trainer Steven Esterkamp über die Verstärkung.
Was die KI meint (Perplexity) - Wie kann der SYNTAINICS MBC gegen Jena den Ausfall seines Kapitäns Spencer Reaves kompensieren? Ohne Reaves’ Scoring-Qualitäten könnte der MBC versuchen, das Spiel über eine stabile Defense und schnelle Übergänge zu steuern, um einfache Punkte zu generieren. Im Auftaktspiel in Oldenburg zeigte sich, dass der MBC ohne Reaves an der Freiwurflinie und in der Ballverteilung Schwächen hatte – hier ist am Freitag Verbesserung nötig.
Sonstiges: Seit Wochen trommelt Science City für die Fanfahrt nach Weißenfels: "Trotz etlicher Baustellen kommt ihr in dieser Saison zu keinem Duell schneller als über die A9. Es lockt der kürzeste Weg zu einem Auswärtssieg. Also, packt die Trommeln ein, ölt die Stimmen und schnappt euch einen Platz in unserem Fan-Express zu den Wölfen."
German Basketball is mad sexy: Manche Spieler finden German Basketball so mad sexy, dass sie auch noch nach dem Karriereende einfach weitermachen. Steven Esterkamp spielte von 2006 bis 2014 in der Bundesliga für Paderborn, Bremerhaven, Ulm, Vechta und Würzburg. Anschließend wechselte er ins Trainerfach und ist jetzt neben Anton Gavel, Rodrigo Pastore und Klaus Perwas der vierte Headcoach, der in unserer Liga auch schon aktiv gespielt hat.
Livestream / Fernsehen: Die Partie wird am Freitag ab 19:45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Patrick Fritzsche.















