Seit dem BBL-Debüt 1999 dreimal ab- und wieder aufgestiegen, aber seit dem letzten Aufstieg 2017 hat der SYNTAINICS MBC den Ruf des „Fahrstuhlteams“ abgelegt. Es geht jetzt schon in die zehnte BBL-Saison in Folge. Bis auf die Überraschungssaison 2024/25, in der die Wölfe Pokalsieger wurden und die Playoffs erreichten, landeten sie dabei stets auf den Plätzen 13 bis 16. Können die verjüngten Wölfe mit den Rückkehrern Kostja Mushidi und Kris Clyburn diesmal das untere Tabellendrittel hinter sich lassen?
Saisonziel: „Am Ende der Saison besseren Basketball spielen als zu Beginn“, formuliert der neue Trainer Vladimir Jovanovic ein Saisonziel, das die Wölfe im Vorjahr nicht einlösen konnten. Da starteten sie mit fünf Siegen als früher Tabellenführer in die Saison und waren am Ende mit ihrem 13. Platz noch gut bedient.
Spielweise: Weißenfels stand in den letzten Jahren immer für einen offensiv geprägten Basketball und will mit jüngeren Spielern in dieser Saison noch schneller spielen. Erfolgreich war das aber nur, wenn es – wie 2024/25 – gelang, dies mit einer effektiven Defense zu kombinieren. Trainer Jovanovic gilt als Verfechter robuster jugoslawischer Verteidigungsarbeit.
Was ist neu: 24 Jahre lang war Martin Geissler – zuletzt als Geschäftsführer – das Gesicht des Weißenfelser Basketballs. Alexander Rolle und Ulrike Wölfel stehen als neue Doppelspitze vor der Aufgabe, zusammen mit Sportdirektor Silvano Poropat für frischen Wind im Club zu sorgen.
Die große Personalie: Der einst als großes Talent gehandelte Kostja Mushidi verbaute sich eine von Experten prophezeite NBA-Karriere durch Fehltritte und Jugendsünden. Auf dem Tiefpunkt seiner Karriere gaben ihm die Wölfe eine letzte Chance, die er von 2021 bis 2024 nutzte. „Deshalb werde ich dem MBC mein Leben lang dankbar sein“, sagte Mushidi vor drei Jahren in der Mitteldeutschen Zeitung. Als sich Ende August etwas unerwartet die Chance ergab, den 28-jährigen Nationalspieler – vorerst für drei Monate – erneut nach Weißenfels zu holen, nahm der SYNTAINICS MBC ihn beim Wort und sicherte sich so ein wertvolles letztes Puzzleteil für das neue Team.
Alte Bekannte: US-Forward Kris Clyburn (Bruder des EuroLeague-Stars Will Clyburn) empfahl sich 2022/23 als Topscorer der Wölfe (17,1 PPG) für höhere Aufgaben, wechselte in die französische Liga und später in die Mongolei, nach China und Bahrein. Jetzt zog es den vielseitigen Weltenbummler und seine Familie zurück nach Weißenfels.

Wichtigster Zugang: Der serbische Nationalspieler Borisa Simanic hat nach seiner schweren Verletzung, die ihn nach einem Ellbogencheck eines Gegenspielers bei der WM 2023 eine Niere kostete, in der Adria-Liga zuletzt wieder zu seiner Form gefunden. Mit seiner großen Erfahrung und einem guten Wurf von außen bildet der 2,11 Meter große 28-jährige Power Forward mit dem Kroaten Jure Planinic ein bewegliches und korbgefährliches Duo im Frontcourt. Seinen neuen Headcoach kennt er bereits aus den serbischen Junioren-Nationalteams, denn …
Der Trainer: … Vladimir Jovanovic hat sich in seiner Heimat vor allem als U20-Nationaltrainer und Assistenztrainer der serbischen A-Mannschaft (zuletzt bei der EM 2025) einen Namen gemacht. Auf Vereinsebene coachte er zuletzt in der Adria-Liga Igokea Aleksandrovac (2023/24) und in Polen Zielona Gora (2024/25). Der SYNTAINICS MBC wollte den 42-Jährigen schon im Februar nach Weißenfels holen, was damals aber an einer fehlenden Freigabe des serbischen Verbands scheiterte.
Der Anführer: Spencer Reaves zieht sich für eine nun schon dritte Saison das Wölfe-Trikot über. Als mittlerweile dienstältester Spieler im Team löst er in Weißenfels Charles Callison als neuer Kapitän ab. Auch auf dem Parkett soll der deutsch-amerikanische Linkshänder und Dreierspezialist mit seiner Korbgefährlichkeit mehr Verantwortung übernehmen. Dass ausgerechnet er mit einer komplizierten Sprunggelenksverletzung die ersten Saisonwochen verpasst, wirft einen dunklen Schatten auf den Saisonstart der Wölfe (die als Vertretung den Guard Sean Flood für drei Monate verpflichtet haben).
Vermisstenanzeige: Im Point Guard Charles Callison (Enisej Krasnojarsk/RUS) und im Allrounder Khyri Thomas (Aliaga Petkim/TUR) mussten die Wölfe im Sommer ihre beiden größten Trümpfe ziehen lassen. Vor allem der 25-jährige DeLonnie Hunt muss auf der Eins in seiner erst zweiten Profisaison große Fußstapfen ausfüllen.
Bis zum Start der Saison 2026/27 am Freitag, den 18. September wird es auf der Liga-Homepage zu jedem Team eine Preview geben, wobei Braunschweig (Wildcard) und Hagen (Aufsteiger) zuerst vorgestellt werden und Berlin, München und Bamberg als Champion, Vizemeister und Pokalsieger als letztes.
















