Wie hält sich Jena unter Anführer Robin Christen im zweiten Jahr nach dem Aufstieg? Wenn der Klassenerhalt früher feststünde als vergangene Saison, schlüge der Puls in Thüringen schon etwas ruhiger. Nach dem späten Trainerwechsel von Aufstiegscoach Björn Harmsen zu Mike Taylor steht nun der langjährige BBL-Profi Steven Esterkamp erstmals in der ersten Liga an der Seitenlinie.
Saisonziel: Klassenerhalt – nicht mehr und nicht weniger. Nachdem dieser vergangene Saison erst am vorletzten Spieltag in einem Krimi erackert worden ist, hat sich zwar das Ziel nicht geändert, aber sicher würden sie sich in Thüringen über eine weniger brisante Spielzeit freuen.
Spielweise: Die muss unter neuem Trainer noch erarbeitet werden; Esterkamp wurde nach einem Testspiel auf der Vereinsseite so zitiert: „Wir haben unser Konzept beibehalten. Es war kein Eins-gegen-Eins, sondern Teamarbeit – eine sehr gute Teamverteidigung, aber auch Offense.“
Was neu ist: Der Trainer ist nicht nur in Jena, sondern überhaupt in der ersten Liga ein neues Gesicht. Bei Zweitliga-Stationen in Paderborn und Bremerhaven hat Esterkamp aber schon Erfahrung gesammelt. Wie gut seine Spielidee nun auf höchstem Niveau verfängt, muss sich zeigen.
Zahlen, bitte: Mit 88,9 gegnerischen Punkten stellte Jena vergangene Saison die drittschwächste Verteidigung der Liga; mit 81,1 erzielten Punkten stand man offensiv auf dem viertletzten Rang. Diese beiden Werte sollten sich nach Möglichkeit weiter annähern, wenn es mit einem vorzeitigen Klassenerhalt klappen soll.
Der Anführer: Das bleibt Kapitän Robin Christen. Er ist mit 35 Jahren nicht nur der älteste, sondern auch der Spieler mit der meisten Bundesliga-Erfahrung im Kader von Science City. 203 BBL-Partien hat der Big Man bereits vorzuweisen, dazu kommen sogar drei Einsätze im Trikot des deutschen Nationalteams.
Wichtigster Zugang: In Jemarl Lemuel Baker Jr. bringt Esterkamp den zweitbesten Scorer der vergangenen Saison von den Eisbären Bremerhaven mit (14,2 Punkte pro Spiel). Und somit auch jemanden, der bereits weiß, was sein Coach von ihm fordert.
Alte Bekannte: Esterkamp kennt die easyCredit BBL aus seiner Zeit als Spieler bei Stationen in Paderborn, Bremerhaven, Ulm, Vechta und Würzburg. In Jena geht er nun in seine erste Amtszeit als BBL-Headcoach.
Ebenfalls aus Bremerhaven kehrt Raphael Falkenthal zurück. Der 21-Jährige war vergangene Spielzeit von Science City an die Eisbären verliehen.
Der nächste Schritt: Für Falkenthal könnte mit bekanntem Trainer und dem Wechsel zurück die nächste Stufe der Entwicklung anstehen. Auch Daniel Biel sammelte vergangene Saison erste Einsatzminuten in Jena und will daran anknüpfen.
Vermisstenanzeige: Wo ist Joe? In Joe Wieskamp verließ der effektivste Spieler der Liga das Team; er wurde wenig überraschend für größere Aufgaben berufen und steht nun bei Meister ALBA BERLIN im Kader. Der ehemalige NBA-Spieler hinterlässt mit 16,2 Punkten und 7,7 Rebounds im Schnitt eine große Lücke.
Offene Fragen: Wie gut bekommt Esterkamp den Sprung in die höchste deutsche Liga hin? Wie akklimatisieren sich die Neuverpflichtungen?
Bis zum Start der Saison 2026/27 am Freitag, den 18. September wird es auf der Liga-Homepage zu jedem Team eine Preview geben, wobei Braunschweig (Wildcard) und Hagen (Aufsteiger) zuerst vorgestellt werden und Berlin, München und Bamberg als Champion, Vizemeister und Pokalsieger als letztes.
















