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Home/Newscenter/Das fünfte Halbfinale: Berlin und Bamberg auf Augenhöhe / Titelverteidiger Bayern wartet nach Sweep im Finale

NewsDas fünfte Halbfinale: Berlin und Bamberg auf Augenhöhe / Titelverteidiger Bayern wartet nach Sweep im Finale

09. Juni 2026

Herzlich willkommen … zu den Fundamentals. Die Halbfinals in der easyCredit BBL stehen vor ihrem Höhepunkt. Während der amtierende Meister München gegen Bonn kurzen Prozess machte, bezauberten Berlin und Bamberg die Fans bislang mit einer großartigen Halbfinalserie, die in einem alles entscheidenden fünften Spiel kulminiert.

Am Dienstag, 9. Juni, steigt der Showdown in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Spielbeginn ist um 20:30 Uhr. Alles LIVE hier bei Dyn, wo es auch den Playoff-Pass gibt (hier alle Details zum Angebot). Zusätzlich gibt es die Partie live und free hier im SPORTBILD-Stream und hier auf Sportschau.de.

Das fünfte Halbfinale: Der Druck liegt bei den Albatrossen

Nur drei Teams haben es seit Beginn der digitalen Ergebniserfassung in der Saison 1998/99 geschafft, sich nach einem 0:2-Rückstand noch zurückzukämpfen und Spiel fünf zu gewinnen. Alle drei (Leverkusen und zwei Mal Bonn) spielten allerdings zu Hause. Können die Bamberger, die mit zwei starken Auftritten zum 2-2 ausglichen und das Momentum vollends auf ihre Seite zogen, Geschichte schreiben? Oder kann das Berliner Publikum mit dafür sorgen, dass die Dominanz der Heimteams in Spiel fünf (35:16 Siege) auch in dieser Serie ihre Fortsetzung findet? Der Druck jedenfalls liegt bei den Berlinern - denn die Bamberger haben in dieser Saison bereits die Erwartungen massiv übertroffen. Sie haben einen Titel gewonnen und auch in dieser Serie Resilienz bewiesen.

Berlin hingegen hat keines seiner Minimalziele erreicht - sagt auch unser Experte Stefan Koch, der selbst fünf Mal in den BBL-Playoffs in einem alles entscheidenden Spiel fünf coachte (klick): "Das Spiel ist in Berlin. Wenn die Albatrosse jetzt scheitern, würden sie mit Champions League, Pokal und Liga bereits zum dritten Mal in dieser Saison in einem Wettbewerb vor dem anvisierten Erfolg ausscheiden. Ich glaube, dass die Bamberger weniger Druck haben und freier auftreten können."

Hat Bambergs Defense die Berliner Offense entschlüsselt?

Um die Sensation zu schaffen, werden sich die Bamberger nicht nur auf Anton Gavel als Coach of the Year verlassen, der während seiner aktiven Laufbahn acht Mal in neun alles entscheidenden fünften Spielen als Sieger vom Parkett ging - darunter auch 2011, im Finale, mit Bamberg, gegen Berlin. Sondern auf ihre zuletzt erstickende Defensive, vor allem gegen die zu Beginn noch so dynamischen Berliner Spielmacher Jack Kayil und Martin Hermannsson. Je mehr Druck die Baskets auf ALBAs Ballhandler ausübten, desto mehr dörrte auch der Angriff der Albatrosse aus. Die erzielten Punkte gingen von Spiel eins bis Spiel vier kontinuierlich zurück (105, 85, 73, 67), die Wurfquote von der Dreierlinie stürzte mächtig ab (43, 33, 24, 21 Prozent). Kayil (von 17,5 Punkten pro Spiel auf 8,0) und Hermannsson (von 13,5 PPG auf 5,0) strauchelten in Bamberg gewaltig - und mit ihnen Berlins Effizienz im Angriff, der nach 1,4 und 1,1 Punkten pro Wurfversuch auf 0,9 und 0,8 abfiel.

Auf der Gegenseite achtet Gavels Truppe sehr genau auf die Matchups, um den Druck aufs eigene Playmaking zu neutralisieren. "Gavel lässt den Spieler, der den wenigsten Druck zu erwarten hat, den Ball vorbringen", analysiert Stefan Koch. "Das ist oft Demarcus Demonia als Power Forward, der dann per Handoff an den Guard das Play startet. Während auf der anderen Seite Hermannsson oder Kayil erstmal übers ganze Feld dribbeln müssen, bevor sie in den Angriff gehen. Das ist für mich ein ganz entscheidender Faktor." Pedro Calles wird entscheiden müssen, ob er auf dem Flügel weiterhin lieber extra groß mit Moses Wood und Sam Griesel agiert, oder Malte Delow und Jonas Mattisseck mehr Ballanteile überlässt, um seine beiden Point Guards zu entlasten.

Alle weiteren Infos gibt es hier im Vorbericht zum fünften Halbfinale

Die absolute Dominanz des Champions

Spieler des FC Bayern Basketball bedanken sich nach dem Sweep gegen Bonn bei ihren Fans. (Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Derix)

Mit 50:58 lag der FC Bayern Basketball nach den ersten 30 absolvierten Minuten dieser Halbfinalserie gegen die Telekom Baskets Bonn zurück. In den folgenden neun Spielabschnitten der drei Partien aber deklassierte der amtierende Deutsche Meister seinen Kontrahenten mit 201:146 für ein überwältigendes Plus von 55 Punkten in 90 Spielminuten - und einem klaren Sweep nach dem 77:57 in Spiel drei. Am Ende kam es genau so, wie es sich bereits im Vorfeld angedeutet hatte: Die international gestählte Veteranen-Truppe von Svetislav Pesic drehte den Bonnern offensiv den Zapfhahn ab, gestattete nur 37,3 Prozent Wurfquote aus dem Feld und 25,6 Prozent von der Dreierlinie (22/86), während sie den Kampf um die Rebounds - eigentlich eine große Stärke der Baskets - ausgeglichen gestalten konnte. Kombiniert mit den Scoring-Bravourstücken von Xavier Rathan-Mayes, der in Spiel drei 27 Punkte in weniger als 26 Minuten erzielte (9/13 FG, 6/9 Dreier), war der Unterschied überwältigend. Für die Telekom Baskets ging eine erfolgreiche Saison jäh zu Ende. Die Bayern warten derweil auf ihren Gegner im Finale, das am Freitag in München beginnt.