Herzlich willkommen … zu den Fundamentals. Die Finals der easyCredit BBL sind in vollem Gange! Der FC Bayern Basketball startete standesgemäß mit einem Heimsieg in der ersten Partie, mit freundlicher Unterstützung von Andi Obst, der ein Offensiv-Feuerwerk abbrannte. ALBA BERLIN revanchierte sich im zweiten Finale und stibitzte den Heimvorteil, ehe sich beide Teams in Richtung Hauptstadt machten.
Am Mittwoch, 17. Juni, steigt nun das dritte BBL-Finale in der Berliner Max-Schmeling-Halle, das vierte dann am Freitag, 19. Juni. Spielbeginn ist jeweils um 20:30 Uhr. Alles live hier bei Dyn, wo es auch den Playoff-Pass gibt (hier alle Details zum Angebot). Zusätzlich gibt es Spiel vier am Freitag live und free hier im Sportschau-Stream und hier in der ARD Mediathek.
Offense vs Defense: Verkehrte Welten
Stand: FC Bayern Basketball (1.) vs ALBA BERLIN (2.) 1-1
Welcher spielerische Trend setzt sich im dritten Finale durch? Bayerns Angriff dominierte zum Serienauftakt (102:94) sowohl im Pick-and-Roll als auch bei Eins-gegen-Eins-Situationen - vor allem dank Andi Obst, der nicht zu stoppen war. Der Welt- und Europameister fing Feuer und erzielte mit 33 Punkten die zweitmeisten Punkte in einem Finale in der modernen BBL-Historie. Nur Ulms Isaiah Swann war vor 14 Jahren mit 36 Punkten noch besser, verlor damals allerdings gegen Bamberg. Obst hielt am Freitag seine Farben mit 16 Zählern im zweiten Viertel fast im Alleingang in der Partie und hatte am Ende sechs seiner zwölf Dreier und fünf von sechs Würfen aus dem Zweipunktebereich genetzt. Center Joe Voigtmann, der urplötzlich die meisten Minuten aller Big Men der Bayern sieht, führte mit acht Assists glänzend Regie und legte den besten Plus/Minus-Wert des Abends auf (+19). Die Hausherren trafen spektakuläre 57 Prozent aus dem Feld, 50 Prozent ihrer Dreier und 94 Prozent von der Freiwurflinie. ALBA hielt zwar offensiv gut mit, kassierte aber - zum erst zweiten Mal in der gesamten Saison - 100 Punkte oder mehr (89:103 gegen RASTA Vechta in Spiel eins des Viertelfinals).
In der zweiten Partie (79:86) schaltete Pedro Calles' Truppe dann in den Defensiv-Modus, gestattete insgesamt nur 79 Punkte und noch mickrigere 34 in Halbzeit zwei. Obst (12 Punkte, 3/13 FG, 4 TO) wurde von stets wechselnden Verteidigern frustriert und neutralisiert, einzig Neno Dimitrijevic strahlte als Scorer echte Gefahr aus (20 Punkte, 3/6 Dreier). ALBA hingegen stellte bereits zum zweiten Mal in Folge den zweit-, dritt- und viertbesten Scorer des Abends, erzielte zehn Punkte mehr in Transition, ging häufiger an die Linie und war besser im Pick-and-Roll als die Münchner - vor allem dank der Guards Jack Kayil (16 Punkte, 5/9 FG) und Martin Hermannsson (11 Punkte, 6 Assists), die fast zehn Minuten gemeinsam auf dem Parkett standen und de facto in diesen Minuten das Spiel gewannen (+20). "Sie hatten zu viele Assists, die sie gut zum Kreieren von Dreiern nutzten. Wir haben am Freitag alles getroffen, heute leider nicht", analysierte Bayern-Coach Svetislav Pesic am Sonntag.
Hexenkessel Max-Schmeling-Halle
Berlin trägt seine beiden Heimspiele in diesen Finals in der kleineren Max-Schmeling-Halle aus - nur 8.500 Fans passen rein. Das hat sich aber schon im Halbfinale bei den drei Heimsiegen gegen Bamberg bezahlt gemacht, wo die Hexenkessel-Atmosphäre dank der tobenden ALBA-Anhänger zum großen Plus wurde. "Die MSH hat nochmal eine andere Atmosphäre. Die Halle ist so gebaut, dass man als Spieler die Energie und Intensität der Fans viel direkter spürt", sagt Michael Rataj. "Etwas kleiner, etwas enger – und ich glaube, das macht es für jeden Gegner unangenehm, da zu spielen. Für unseren Heimvorteil in Spiel drei und vier wird das sehr wichtig sein. Da wird es auch Bayern München schwer haben, gegen uns zu gewinnen." Die Bayern-Basketballer, mit Ausnahme der ehemaligen ALBA-Spieler Oscar Da Silva und Niels Giffey, betreten die Ausweicharena der Berliner zum ersten Mal in ihrer Karriere. Dafür hat ihr Coach Svetislav Pesic viele gute Erinnerungen an den Standort: von 1997 bis 2000 gewann der heute 76-Jährige dort mit ALBA vier deutsche Meisterschaften in Folge.
Hier gibt es die komplette Vorschau auf das dritte Finale mit allen Themen zum Spiel

Welt- und Europameister ... folgerichtig
Die aktuellen Finals mit insgesamt zwölf DBB-Nationalspielern illustrieren den historisch großen Einfluss deutscher Spieler, die längst nicht mehr nur Ergänzungsspieler sind, sondern tragende Rollen übernehmen. In den ersten beiden Partien zeigten sie sich für mehr als die Hälfte aller erzielten Punkte verantwortlich (202 von 361 Punkten, 56 Prozent) und standen mehr als 55 Prozent der Gesamteinsatzminuten auf dem Parkett – beides Höchstwerte seit Jahrzehnten.
Finals: Deutsche Punkte: Deutsche Minuten:
2026: 56,0 Prozent 55,4 Prozent
1999: 47,6 Prozent 53,8 Prozent
2000: 47,6 Prozent 53,7 Prozent
2002: 45,4 Prozent 52,9 Prozent
2024: 39,2 Prozent 47,7 Prozent
2025: 38,8 Prozent 45,9 Prozent
Unser Kolumnist Stefan Koch hat diese bemerkenswerte Statistik in seinem aktuellen Nachschlag genauer unter die Lupe genommen:

Bei den Bayern prägen vor allem Andi Obst, der bisher seinen MVP-Status bestätigte, sowie Justus Hollatz, Oscar da Silva und Johannes Voigtmann mit wichtigen Beiträgen auf beiden Seiten das Geschehen. ALBA setzt derweil auf den Draft-Kandidaten Jack Kayil, während Michael Rataj und Norris Agbakoko mit starken Playoff-Auftritten überzeugen. Jonas Mattisseck, Malte Delow und Sam Griesel tragen ebenfalls wesentlich zur Berliner Stabilität bei. Diese Entwicklung zeigt, dass die besten deutschen BBL-Spieler inzwischen auf Augenhöhe mit den besten Ausländern agieren. Gleichzeitig gehen viele deutsche Spitzenspieler erfolgreich in der NBA oder EuroLeague auf Korbjagd – ein Beleg für die hohe Qualität des deutschen Basketballs auf der ganzen Welt. Mal schauen, was das dritte Finale bringt ... ab 20. Uhr hier live auf Dyn!













