Die Veolia Towers Hamburg spielen diese Saison nicht europäisch, setzen weiter auf Trainer Benka Barloschky und hoffen auf einen besseren Saisonstart als zuletzt. In Kenny Ogbe, Martin Breunig und Osaro Rich sind wichtige deutsche Anführertypen geblieben.
Saisonziel: In den Vorjahren verpatzten die Towers regelmäßig den Saisonstart. Wie wär’s also erst mal damit, gut loszulegen? Ein offizielles Ziel haben die Hamburger nicht ausgegeben, aber das Erreichen der Play-Ins würde schon für leichte Zufriedenheit sorgen.
Spielweise: Die Türme haben eine auf dem Papier zumindest gute Offense-Defense-Mischung gefunden. Auf den Guard-Positionen sollen Noah Thomasson und Mathys Kangudia vorn das meiste regeln, hinten Osaro Rich und Zakai Zeigler den Gegner stoppen. Und zur Not steht in letzter Linie der 2,11 Meter große Nicolas Pavrette. In dieser Saison ist mehr Kreativität zu erwarten, abermals möglichst schneller Basketball – bei dem aber Fehler einzupreisen sind. Denn das Team ist an vielen Stellen unerfahren – allen voran bei den Importprofis.
Was ist neu: Dass die Hanseaten erstmals seit der Saison 2020/21 nicht europäisch spielen.
Zahlen, bitte: 36 – so viele Zentimeter liegen zwischen Pavrette und Zeigler.
Die große Personalie: Ist der Kleinste, eben angesprochener Zeigler. Der US-Amerikaner ist einer der wenigen in einer Topliga erprobten Akteure. In Frankreich funktionierte der 24-jährige Point Guard als defensiv orientierter Pass-First-Guard. Sein Niveau dürfte sich in die easyCredit BBL transferieren lassen.
Wichtigster Zugang: Normalerweise David Muenkat, der in Frankfurt und Würzburg schon gezeigt hat, wie wertvoll er als athletischer Werfer und Rebounder sein kann. In der Vorbereitung kristallisierte sich allerdings Thomasson als Go-to-Guy heraus.
Alte Bekannte: Emil Marshall stand in der Aufstiegssaison 2018/19 schon im Towers-Kader, kam jedoch nie zum Einsatz. Nach seiner Rückkehr in diesem Sommer sollte sich das ändern. Sid-Marlon Theis ist nun erstmalig bei einem Verein in seiner Heimatstadt angestellt. Dazu ist Trainer Benka Barloschky der älteste Bekannte. Er ist seit 2015 im Club, seit Januar 2023 als Chefcoach.

Der Trainer: Die Towers haben enormes Vertrauen in den 38-Jährigen. Selbst eine saison- und wettbewerbsübergreifende Serie von 24 Niederlagen ließ die Verantwortlichen nicht vom charismatischen Barloschky abrücken. Der hat viele Einflüsse von seinem ehemaligen Chef Pedro Calles übernommen – und ein Meistertrainer ist ja nicht das schlechteste Vorbild.
Der Anführer: Von der Sorte haben die Towers gleich vier. Martin Breunig ist mit 34 Jahren der Erfahrenste im Kader, dazu ein echter Gewinnertyp. Theis ist mit allen Wassern gewaschen. Kenny Ogbe hat gerade die beste Saison seiner Karriere hinter sich. Und Rich war in der Vorbereitung zeitweise als Kapitän auf dem Spielberichtsbogen eingetragen.
Highlight-Maschine: Wer die wöchentliche Top Ten verfolgt, der weiß, dass Muenkat dort ein Dauergast ist. Teamintern könnte ihm Kangudia bei einem Dunk-Contest Konkurrenz machen. Und Pavrette dürfte für den ein oder anderen Monsterblock gut sein.
Under Pressure: In einer Saison, in der der komplette Fokus der easyCredit Basketball Bundesliga gilt, steigt der Druck auf Barloschky, seine Mannschaft mindestens ins Tabellenmittelfeld zu coachen.
Der nächste Schritt: In der Theorie der 20-jährige Guard Nelson Martin. Praktisch dürfte er eher wenig Spielzeit erhalten.
Offene Fragen: Wie fit sind Breunig und Zeigler, die in der Vorbereitung jeweils nennenswerte Zeit verpassten? Bleibt Trainingsspieler Tyrell Johnson dauerhaft?
Vermisstenanzeige: Jan Niklas Wimberg verlässt erstmals in seiner Karriere Deutschland und damit auch die deutsche Beletage. Der Ex-Tower läuft künftig auf Mallorca auf.
Bis zum Start der Saison 2026/27 am Freitag, den 18. September wird es auf der Liga-Homepage zu jedem Team eine Preview geben, wobei Braunschweig (Wildcard) und Hagen (Aufsteiger) zuerst vorgestellt werden und Berlin, München und Bamberg als Champion, Vizemeister und Pokalsieger als letztes.
















