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Home/Newscenter/NINERS Chemnitz: Pastores Neustart mit zwölf Neuen

Team-PreviewNINERS Chemnitz: Pastores Neustart mit zwölf Neuen

09. September 2026

In Chemnitz haben sie abgesehen vom Trainer das komplette Personal getauscht und zwölf neue Profis verpflichtet. Wohin geht die Reise der NINERS nach diesem kompletten Neustart? Trainer Rodrigo Pastore ist geblieben und steht nach den etwas holprigen vergangenen beiden Spielzeiten vor einer großen Aufgabe. Dafür hat er allerdings unter anderem sechs Profis geholt, die bereits BBL-Erfahrung haben.

Saisonziel: Seit der BBL-Debütsaison 2020/2021 verpasste Chemnitz vergangene Spielzeit erstmals wieder die Postseason. Dabei waren die Ansprüche aus den Jahren zuvor stetig mitgewachsen, auf eine Halbfinal-Teilnahme sollte eigentlich mindestens die Wiederholung dessen folgen, stattdessen wurde es nur der zwölfte Platz. Die Playoffs sind diese Saison trotzdem das anvisierte Ziel, oder wie Geschäftsführer Steffen Herhold es beim MDR formulierte: „Wir sind hinter den Erwartungen geblieben und wollen als oberste Prämisse die Fans stolz machen.“

Spielweise: Aus starker (Team-)Defensive folgt teamorientierte Offensive: Chemnitz stand für eine aufopferungsvolle Verteidigung, die von Jahr zu Jahr besser geworden war, bis … na ja, bis zuletzt irgendwie der Wurm drin war. Das Team fand nicht richtig zusammen, rettete sich des Öfteren über Einzelaktionen in der Offensive und hing an einem überragenden Kevin Yebo. Der ist nun weg, genauso wie der defensive Nimbus aus den vergangenen beiden Jahren und das starke Passspiel. Trotzdem dürfte Pastore seiner Spielidee mit neuem Personal treu bleiben.

Die große Personalie / Der Trainer: Rodrigo Pastore ist seit 2015 in Chemnitz, sein Stuhl wackelte in der öffentlichen Wahrnehmung aber in den beiden letzten Spielzeiten ein wenig. Aber mal ehrlich: Wie oft gab es das schon, dass ein Team im sechsten Jahr nach dem Aufstieg noch mit demselben Mann an der Seitenlinie in die Saison startet?

Was neu ist: Zwölf neue Spieler sind gekommen, der Kader wurde abgesehen von den Jugend-Spielern Luca Kellig und Alfons Milatz komplett ausgetauscht. Die Konstante bleibt Trainer Pastore, der aber in den letzten Jahren wie erwähnt durchaus in die Kritik geriet. Sollte er das neue Team nicht entsprechend auf Kurs bringen, könnte es dieses Jahr für ihn schwer werden.

Zahlen, bitte: Nach dem Abgang von DeAndre Lansdowne nach Rostock war Kevin Yebo mit 30 Jahren zunächst der älteste Spieler im Kader (und später der nachverpflichtete Eric Washington mit 33). Dieses Mal setzt Chemnitz früher auf Erfahrung und hat mit Urald King und Darion Atkins zwei echte Routiniers verpflichtet, die mit 36 und 33 Jahren schon einiges gesehen haben und dazu die easyCredit Basketball Bundesliga kennen.

Wichtigster Zugang: In Stefan Smith kam der Ludwigsburger Topscorer der vergangenen Saison (15,9 Punkte pro Spiel). Er dürfte die erste Option in der Offensive sein, was auch die Testspiele zeigten, in denen er zumeist als bester Schütze seines Teams vom Feld ging. Er muss sich den Ball allerdings mit Cobe Williams teilen, der aus Bamberg verpflichtet wurde und dort mit 14,3 Zählern im Schnitt zweitbester Scorer war. Das klappte in der Saisonvorbereitung schon ordentlich; überhaupt punkteten bei den NINERS oft fünf Spieler oder mehr zweistellig.

Stef Smith wechselte aus Ludwigsburg nach Chemnitz. (Foto: Voelker)

Alte Bekannte: Rückkehrer Darion Atkins streifte in der Saison 2021/2022 bereits das Trikot der NINERS über und legte 11,8 Punkte sowie 6,5 Rebounds im Schnitt auf. Nach Stationen in Italien und Israel ist der athletische Big Man zurück in Sachsen. Überhaupt hat Chemnitz bei den Verpflichtungen auf BBL-Erfahrung gesetzt: In Urald King, Plandrous Fleming Jr., Mateo Seric, Smith und Williams sind fünf Spieler direkt von einem anderen BBL-Team nach Sachsen gewechselt, auch Atkins kennt wie erwähnt die Liga.

Der Anführer: Den gibt es noch nicht, auch wenn sich aktuell wohl Smith und Williams (siehe oben) um diese Stelle bewerben.

Der nächste Schritt: Den möchte in Chemnitz Elias Rödl machen. Der Berliner kommt nach einem Studium in den USA zurück nach Deutschland und absolviert bei den NINERS seine erste Profistation. Dabei setzte er sich als Gastspieler beim NINERS-Sommercamp durch. Der große Flügelspieler legte an der Brandeis University 23,3 Punkte im Schnitt auf und hat aus der Distanz ein sicheres Händchen. Dass er das in der Beletage umsetzen kann, muss er jetzt beweisen. Und ja, er ist der Sohn des ehemaligen Nationalspielers und Bundestrainers Henrik Rödl.

Vermisstenanzeige: Kevin Yebo. Mit dem Center hat ihr Topscorer (15,9 PTS) und zweitbester Rebounder die NINERS (erneut) verlassen (6,2) – als effektivster deutscher Spieler der Liga.

Offene Fragen: Gelingt Pastore mit neuem Team dieses Mal der anvisierte Restart? Wie klappt die Rollen- und Ball-Aufteilung zwischen Smith und Williams? Und wann kommt Kevin Yebo zurück? ;-)

Sonstiges: Wir führen darüber nicht Buch, sind uns aber sicher, dass der aus Bremerhaven gekommene Jannis Alexander Götz Maria Freiherr von Seckendorff, so sein kompletter Name laut Wikipedia, gute Chancen hat, den längsten Namen in der Geschichte der Liga zu führen.

Bis zum Start der Saison 2026/27 am Freitag, den 18. September wird es auf der Liga-Homepage zu jedem Team eine Preview geben, wobei Braunschweig (Wildcard) und Hagen (Aufsteiger) zuerst vorgestellt werden und Berlin, München und Bamberg als Champion, Vizemeister und Pokalsieger als letztes.