Die besondere Brisanz liegt nur drei Monate zurück: Trotz einer Führung von 2-1 in der Endspielserie gegen ALBA BERLIN schaffte es der FC Bayern Basketball nicht, sich zum Meister zu krönen, in der vierten und fünften Partie verspielten die Bayern nach der Pause eine Führung von zehn bzw. sogar 20 Punkten Differenz. Ungeachtet der historischen Brisanz des Duells zwischen diesen beiden Teams ist allein diese vergebene Meisterschaft im eigenen Wohnzimmer schon Brisanz genug. Für die Münchener geht es gegen ein Berliner Team, das zu neuer Attacke bläst (mehr dazu hier in der Team-Vorschau), also um Revanche, ...
Status quo: … und eine erste glückte den Bayern bereits am ersten Spieltag. In der vergangenen Saison hatten die Münchener, ebenfalls im eigenen Wohnzimmer, das Pokal-Halbfinale gegen Bamberg verloren, nun wiesen die Münchener den fränkischen Rivalen mit 108:72 in die Schranken – ausgerechnet beim Debüt des neuen Headcoaches Anton Gavel gegen seinen letztjährigen Arbeitgeber. Das Spiel gegen die Oberfranken dürfte im Münchner Lager wohl aber schon wieder angehakt sein, denn am Donnerstag startete man mit einem Gastspiel in Sofia gegen Hapoel Tel Aviv in den EuroLeague-Marathon. Gegen das israelische Star-Ensemble zeigte man einen über weite Strecken sehr couragierten Auftritt und behielt in einer knappen Schlussphase mit 86:84 die Oberhand. ALBA spielte ebenfalls am Donnerstag, allerdings nicht international, sondern in der easyCredit BBL gegen die Skyliners aus Frankfurt. Dank eines Zwischensprints im dritten Viertel gewannen die Albatrosse mit 94:83.
Duell im Fokus: Ja, Münchens Andi Obst und Berlins Justin Bean dürften sich kaum im direkten Matchup gegenüberstehen. Außer Bean als starker Verteidiger bekommt für ein paar Minuten die Spezialaufgabe, mit Größe dem Distanzexperten Obst das Leben schwer zu machen. Ein solches Duell drängt sich dennoch auf, denn Obst wurde Hauptrunden-MVP und Bean Finals-MVP. Damit stellt sich die Frage, welcher der beiden im Duell wertvoller für sein Team werden wird. Im ersten Ligaspiel gegen Chemnitz legte Bean mit zwölf Punkten und elf Rebounds als effektivster Berliner gleich mal ein Double-Double auf, Obst ließ noch seinen Wurfrhythmus vermissen (2/7 Dreier), kam gegen Bamberg dennoch auf immerhin 13 Punkte.

Zahlen, bitte: 26.9.2026. Ja, das ist das bloße Datum der Begegnung, das aber durchaus etwas Besonderes ist. Denn seit dem Aufstieg der Bayern 2011 in die Beletage gab es das erste Duell der beiden Rivalen nie zu einem früheren Zeitpunkt der Saison. Bedeutet also auch: Wir erleben den Klassiker mit frischen Beinen bei beiden Teams.
Die ewige Bilanz: 43-39 für München. Im eigenen Wohnzimmer mussten die Bayern vor drei Monaten mit ansehen, wie die Berliner die Meisterschaft feierten. Die letzten drei Hauptrundenspiele zu Hause haben die Bayern gegen Berlin aber gewonnen.
Was die KI (Chat GPT) meint: Was sind die drei Schlüssel zum Spiel? "Erstens: Berlin will Tempo und frühe Abschlüsse. Bayern muss Ballverluste minimieren und konsequent zurückarbeiten. Zweitens: Mit Wiley, Thiemann & Co. hat Bayern enorme Größe und Athletik. Gerade weil ALBA auf der Fünf noch Verstärkung sucht, sollte München den Ring attackieren und das Offensivbrett dominieren. Drittens: Berlin sollte nicht komfortabel ins Pick and Roll kommen. Bayern hat mit Baldwin, Hollatz und Jokubaitis genug Länge und defensive Optionen, um den Berliner Spielaufbau zu stören."
Am Rande der Bande: Bei den Münchenern standen gegen Tel Aviv Kamar Baldwin, Niels Giffey und der angeschlagene Duane Washington nicht im Kader.
Im Blick des Bundestrainers: Bei den Bayern stehen gleich sechs Goldmedaillengewinner im Kader: Die aktuellen Nationalspieler Oscar da Silva (EM-Gold 2025, 35 Länderspiele), Justus Hollatz (WM-Gold 2023, EM-Gold 2025, 60 Länderspiele), Andi Obst (WM-Gold 2023, EM-Gold 2025, 94 Länderspiele) und Johannes Thiemann (WM-Gold 2023, EM-Gold 2025, 114 Länderspiele) sowie die mittlerweile ehemaligen Nationalspieler Niels Giffey (WM-Gold 2023, 118 Länderspiele) und Johannes Voigtmann (WM-Gold 2023, EM-Gold 2025, 128 Länderspiele). Bei Berlin finden sich vier Nationalspieler, die noch nie bei einem großen Turnier dabei waren, aber öfter während der Saison in den FIBA-Fenstern geackert haben: Norris Agbakoko (3 Länderspiele), Malte Delow (14), Jack Kayil (6) und Jonas Mattisseck (11).
Alte Bekannte: Die Münchener Oscar da Silva, Niels Giffey und Johannes Thiemann haben eine Berliner Vergangenheit. Für Thiemann - die große Personalie der Münchener Offseason (mehr dazu hier in der Team-Vorschau) – ist es das erste Duell gegen die Albatrosse, nachdem er 2024 Berlin in Richtung Japan verlassen hat. Da Silva kennt Berlins Neuzugang Brandon Angel aus einer gemeinsamen Saison am College: 2020/21 in Stanford war dies da Silvas letzte Spielzeit in der NCAA, Angels erste.
Sonstiges: Neben Bean und Obst gibt es weitere Award-Träger: Anton Gavel ist, wenn auch vergangene Saison als Bamberger, amtierender Headcoach des Jahres, Jack Kayil gewann die Auszeichnung des besten Nachwuchsspielers, und Malte Delow wurde jüngst als „Most Likeable Player“ ausgezeichnet.
Livestream / Fernsehen: Die Partie wird Samstag ab 15:10 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Michael Körner, es moderiert Anett Sattler. Als Experte ist Rekordnationalspieler Patrick Femerling (221 Länderspiele) am Mikro.
Zusätzlich gibt es die Partie ab 15.30 Uhr im Ersten der ARD frei empfangbar im linearen Fernsehen sowie als Livestream hier in der ARD-Mediathek. Kommentator ist Jan Wiecken, es moderiert Julia Scharf. Als Experte ist Steffen Hamann (131 Länderspiele) am Mikro, der in der Halbzeitpause mit Dr. Stefan Holz (Geschäftsführer easyCredit BBL) und Herbert Hainer (Präsident FC Bayern München) unter dem Motto „German Basketball is mad sexy“ über Zukunft, Hype und Entwicklungspotenziale unserer Sportart sprechen wird.















