Die EWE Baskets Oldenburg verpassten in der Vorsaison zum vierten Mal in fünf Jahren die Playoffs. Im Sommer wurde der Kader radikal umgebaut, acht Neue sollen unter Regie des Trainers Milenko Bogicevic an erfolgreichere Zeiten anknüpfen. Schaffen es die Donnervögel mit dem aus Weißenfels gekommenen Headcoach zurück in die Playoffs?
Saisonziel: Nach außen wurde das Saisonziel vom Club bislang noch nicht formuliert, aber selbstredend gilt es für die Niedersachsen, die Postseason zu erreichen. Mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre wird deutlich, wie sehr sich die Fans danach sehnen: Einzig 2023 gelang der Sprung in die Playoffs, zweimal scheiterte man in den Play-Ins, zweimal blieb man unterhalb der ersten zehn Plätze.
Spielweise: Der Spielstil der Oldenburger lässt sich nach den ersten Eindrücken einfach zusammenfassen: intensiv verteidigen und (sehr) schnell nach vorne spielen. Mit großer Aggressivität soll der Gegner unter Druck gesetzt werden, um möglichst oft zu Fastbreak-Punkten zu kommen. In den ersten fünf Testspielen klappte noch längst nicht alles: Es gab drei Niederlagen und gleich zwei Unentschieden. Dann folgten zwei Siege gegen Hamburg.
Was ist neu: Fast alles! Ein neuer Headcoach steht an der Seitenlinie, Milenko Bogicevic – zuvor beim SYNTAINICS MBC – hat bis 2028 unterschrieben. Hinzu kommen gleich acht neue Spieler, die am Sonntag, 13. September, bei den MLP Academics Heidelberg im Netto BBL Pokal erstmals in einem Pflichtspiel gemeinsam gefordert sind.
Zahlen, bitte: Wenn die EWE Baskets am 20. September gegen den SYTAINICS MBC ihr erstes Saisonspiel in der easyCredit BBL bestreiten, liegt der letzte Playoff-Auftritt exakt 1.218 Tage zurück. Die Sehnsucht der Fans ist entsprechend groß.
Die große Personalie: Nach zuvor großer Kontinuität auf dem Trainerstuhl ist es in den vergangenen Jahren unruhig geworden in Oldenburg. Pedro Calles wurde 2024 von Mladen Drijencic ersetzt, 2025 starteten die Donnervögel einen erneuten Anlauf mit Predrag Krunic, Meistertrainer von 2009. Nach nur neun Ligaspielen erfolgte die Trennung, sein Assistent Lazar Spasic übernahm. Der zog zuletzt weiter nach Aserbaidschan, nun soll Milenko Bogicevic im Idealfall wieder für deutlich mehr Kontinuität sorgen.
Wichtigster Zugang: Unter den acht Neuen könnte sich Nate Johnson als Schlüsselspieler erweisen. Der 28-jährige Guard spielt bereits seit 2022 in Europa, startete die Vorsaison bei Sassari in Italien und verdingte sich zuletzt in China. Die Eindrücke aus den Testspielen waren überwiegend positiv.
Alte Bekannte: Einzig Seth Hinrichs und Nicho Tischler verblieben aus dem festen Kader in Oldenburg. Einen alten Bekannten gibt es dann aber noch zusätzlich auf dem Spielfeld: Marcel Keßen kehrte zu den EWE Baskets zurück; der 29-jährige Big Man lief schon von 2017 bis 2020 für Oldenburg auf. Abseits des Parketts steht ein weiterer ehemaliger Oldenburger: Publikumsliebling Max DiLeo kehrt als Assistenztrainer zurück.
Der Trainer: Milenko Bogicevic stand viele Jahre als Assistenztrainer an der Seite von Trainerlegende Sasa Obradovic, unter anderem bei ALBA BERLIN. Inzwischen ist Bogicevic selbst Headcoach, in der Vorsaison stabilisierte er nach seiner Verpflichtung den SYNTAINICS MBC und feierte einige bemerkenswerte Erfolge gegen die Top-Clubs der easyCredit BBL.
Der Anführer: Mutmaßlich wird Seth Hinrichs nicht die meisten Punkte für die EWE Baskets erzielen, aber der neue Kapitän ist dank seiner enormen Erfahrung einer, der die Richtung vorgibt. 217 Spiele hat der Deutsch-Amerikaner in der Beletage bereits absolviert.
Highlight-Maschine: Center Demajeo Wiggins ging schon einmal in der Liga auf Körbejagd, 2024/25 stand er – an der Seite seines jetzigen Oldenburger Teamkollegen Zach Ensminger – im Kader der BG Göttingen. Sobald sich die Chance zum Dunk ergibt, schlägt der US-Amerikaner zu – mit zuweilen enormen Folgen für das Material:
Under Pressure: Er stand in Jugend-Nationalteams der USA, ging unter anderem für die renommierte Duke University auf Körbejagd und stand 2022 im Final Four der NCAA. Jeremy Roach muss nun bei den Profis dauerhaft beweisen, dass ihm eine große Karriere winkt. Die Auftaktstation in Polen absolvierte er mit ordentlichen, aber nicht herausragenden Werten (11,6 PPG, 2,5 APG). Es dürften einige Augen speziell auf den 24-Jährigen gerichtet sein.
Der nächste Schritt: In der Vorsaison legte Tylan Pope eine starke Saison auf das Parkett, allerdings eine Liga tiefer. Der US-Amerikaner mit stattlicher Physis schaffte mit Kirchheim den sportlichen Aufstieg ins Oberhaus, der dem Club am Ende aber verwehrt blieb – die Knights hatten keinen Lizenzantrag gestellt. Pope, nur 1,98 Meter groß, dürfte einige Gegenspieler vor enorme Herausforderungen stellen, zudem verfügt der Power Forward über einen grundsoliden Wurf aus der Distanz.
Jung und talentiert: In Colin Schroeder hat das wohl größte Oldenburger Talent in diesem Sommer die Stadt verlassen, den athletischen 19-Jährigen zog es ans College zu Fresno State. Eine starke Entwicklung wird derweil Johann Helwig zugetraut; der inzwischen 20-Jährige gab in der Vorsaison sein Debüt auf dem Erstligaparkett und erzielte beim 94:74 gegen Heidelberg seine ersten Punkte.
Offene Fragen: Wie wird auf die Knieverletzung von US-Forward Le‘Tre Darthard reagiert? Angeblich soll der ehemalige Heidelberger Ryan Mikesell als möglicher Ersatz im Gespräch sein, wie Basketball-World News hier berichtet.
Vermisstenanzeige: Chris Clemons ist weitergezogen. Der Guard, 2025/26 mit 18,5 Punkten Topscorer der easyCredit BBL, geht fortan in Russland auf Körbejagd. Unvergessen sein 52-Punkte-Auftritt in der easyCredit BBL:
Randnotiz / Sonstiges: Wie lange hält diese imposante Serie? In der easyCredit BBL war die EWE Arena in Oldenburg zuletzt 62-mal in Folge ausverkauft.




















