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NewsSweep für Top-Seed / Bambergs unheimliche Serie geht weiter / Zwei Mal Do-or-Die am Mittwoch: Siegen oder fliegen

26. Mai 2026

Herzlich willkommen … zu den Fundamentals. Die beste Zeit des Jahres ist da - und es geht richtig zur Sache! Die Viertelfinalserien in den easyCredit BBL Playoffs liefern beste Unterhaltung und absolute Hochspannung. Zwei Top-Favoriten fegten die Konkurrenz vom Parkett, während in den beiden anderen Serien die absolute Crunchtime angebrochen ist.

Am Mittwoch, den 27.05.2026, steigen die beiden Do-or-Die-Partien Berlin gegen Vechta (18.30 Uhr) und Bonn gegen Würzburg (20.30 Uhr). Wer behält die Nerven und gesellt sich zu München und Bamberg ins Halbfinale? Alles LIVE hier bei Dyn, wo es jetzt auch den Playoff-Pass gibt (hier alle Details zum Angebot). Zusätzlich gibt es die Partie in Berlin frei empfangbar im linearen Fernsehen bei WELT TV (und damit auch kostenfrei hier im Stream) sowie live und free hier im SPORTBILD-Stream.

Mit unserem Kolumnisten Stefan Koch hat sich ein zweifacher Trainer des Jahres (2000 und 2005) Gedanken über die Taktik in einem fünften Spiel an sich gemacht (er selber stand in den BBL-Playoffs fünf Mal in so einer entscheidenden Partie) und sich auch getraut, Ratschläge für die vier Teams zu formulieren:

David chancenlos gegen Goliath - aber glücklich

Stand: FC Bayern Basketball (1.) vs. VET-CONCEPT Gladiators Trier (8.) 3-0

Standesgemäß deklassierte der amtierende Meister FC Bayern Basketball Aufsteiger VET-CONCEPT Gladiators Trier auch in Spiel drei und brauste dank eines ungefährdeten 99:62 ungehindert ins Halbfinale der easyCredit BBL Playoffs. Erneut schafften es die beherzten Trierer, im ersten Viertel (23:20) dagegenzuhalten - zum dritten Mal in drei Duellen. Der große Favorit entschied die drei Auftaktviertel nur mit kumulativ vier Punkten zu seinen Gunsten. In den anderen Vierteln aber dominierten die Bayern in allen Belangen, lagen mit insgesamt 81 Punkten im Plus und ließen nie Zweifel aufkommen, wer die tiefere, erfahrenere und bessere Mannschaft ist.

Trotz des Playoff-Aus überwog in Trier der Stolz über eine außergewöhnliche Saison. Vor 5.400 begeisterten Zuschauern verwandelte sich die ausverkaufte SWT-Arena am Samstag in eine Basketball-Party, die Niederlage wurde schnell zur Nebensache. Als Aufsteiger bis ins Viertelfinale gekommen zu sein, wurde als riesiger Erfolg gefeiert. Die Gladiators begeisterten über die gesamte Saison mit Leidenschaft, Teamgeist und mutigem Basketball. Die drittmeisten Punkte pro Partie trugen entscheidend dazu bei und legten einen exzellenten Grundstein für die kommende Spielzeit.

Do-or-Die am Mittwoch: Wer diktiert das Spiel?

Stand: ALBA BERLIN (2.) vs. RASTA Vechta (7.) 2-2

"Das Team, das seinen Guards am meisten Unterstützung bietet, wird sich in dieser Serie durchsetzen", hatten wir nach den ersten beiden Spielen spekuliert. Genau so kam es auch in Spiel drei (91:82-Sieg für Vechta) und vier (85:79-Sieg für ALBA). Während am Freitag Tibor Pleiß (22 Punkte, 10 Rebounds) die Uhr zurückdrehte und gemeinsam mit Tevin Brown (21 Punkte, 6 Assists) dem überragenden Alonzo Verge (24 Punkte, 10 Assists) zu Hilfe eilte, waren am Sonntag Justin Bean (7 Punkte, 10 Rebounds) und Norris Agbakoko (10 Punkte, 2 Blocks, 5/6 FG) neben dem zeitlosen Martin Hermannsson (18 Punkte, 4 Assists) das Zünglein an der Waage.

Ein alles entscheidendes Spiel fünf wird also den Unterschied erzwingen müssen, zwischen Halbfinale und frühzeitigem Sommerurlaub. Wer kann im Do-or-Die-Szenario seine Philosophie durchsetzen? Vechta dominierte bei seinen beiden Siegen im Angriff, erzielte 97 Punkte im Schnitt und traf 49 Prozent seiner Dreierversuche. Beide Berliner Siege hingegen waren ruppig und defensiv geprägt: die Calles-Truppe schlemmte am offensiven Brett und hielt die beste Attacke der Liga bei durchschnittlich "nur" 82 Punkten und 42,5 Prozent Trefferquote aus dem Feld.

Sweep! Bambergs Traumjahr läuft und läuft und läuft …

Stand: BMA 365 Bamberg Baskets (3.) vs. ratiopharm ulm (6.) 3-0

Eine alte Basketball-Weisheit besagt, dass du mit deinem Klub zum richtigen Zeitpunkt in einer langen Saison deine Spitzenform erreichen willst. Wenn es derzeit ein BBL-Team gibt, auf das dieses Wunschbild perfekt zutrifft, dann sind das die BMA 365 Bamberg Baskets, die mit dem 87:96 bei ratiopharm ulm nicht nur Spiel drei und damit die Erstrundenserie deutlich für sich entschieden, sondern ihren beispiellosen Lauf in diesem Jahr fortsetzen.

Es war der zehnte Sieg in Folge für die Truppe von Anton Gavel, die in den vergangenen vier Monaten wettbewerbsübergreifend 21-2 Siege eingefahren hat und mittlerweile nahezu unschlagbar wirkt. Das Quartett von US-Profis läuft derzeit auf Hochtouren: Ibi Watson (16,7 Punkte pro Spiel), Demarcus Demonia (16,0 PPG), Cobe Williams (13,6 PPG) und Austin Crowley (13,0 PPG) wilderten wechselweise gegen Ulm und dürften auch vom Sieger der Berlin-Vechta-Serie nur schwer in den Griff zu bekommen sein.

Gegnerische Identität anzapfen

Stand: Telekom Baskets Bonn (4.) vs. Fitness First Würzburg Baskets (5.) 2-2

Wenn zwei Mannschaften so eng beieinander liegen wie Bonn und Würzburg, mit identischen Heimbilanzen (12-5) und nur einem Auswärtssieg Unterschied während einer langen Saison, ist es kein Wunder, dass auch das Playoff-Duell auf Augenhöhe stattfindet. Dem 1:1-Split auf Bonner Parkett folgte auch in Würzburg eine Erfolgsteilung am Freitag und Sonntag, die den Ausgleich in der Best-of-Five-Serie einbrachte und ein alles entscheidendes Spiel fünf erzwang. Am Mittwoch im Telekom Dome wird sich aller Voraussicht nach jenes Team durchsetzen, das am ehesten die jeweiligen Stärken seines Opponenten nachahmen kann.

Dieses Phänomen zieht sich bisher wie ein roter Faden durch die Serie: Bonn als schlechtestes Dreier- und Freiwurf-Team der Liga traf in Spiel zwei und drei solide genug von Außen (32,6 Prozent, 15/46 Dreier), produzierte in Spiel eins und vier hingegen Backsteine am Fließband (18,5 Prozent, 10/54 Dreier). Auch bei den Freiwürfen lag die Stankovic-Truppe in Spiel zwei und drei weit über ihrem Normalwert (23,5 erzielte Punkte pro Spiel von der Linie, gegenüber 15,0 während der Saison). Auf der anderen Seite schafften es die Würzburger bei ihren zwei Siegen, das Turnover-Battle gegen die ballsicherste Truppe aller Playoff-Teams klar zu ihren Gunsten zu entscheiden, und in Spiel eins sogar, mehr Offensiv-Rebounds abzugreifen als das Nummer eins Team in dieser Kategorie.