Kampf um die Postseason: Mehr Spannung geht kaum. Die NINERS Chemnitz gehen mit einer Bilanz von 16 Siegen und 17 Niederlagen in ihr letztes Hauptrundenspiel bei den Basketball Löwen Braunschweig, in Vechta, Oldenburg, Rostock und Trier weisen vier andere Teams die gleiche Bilanz auf. Und auch die Ludwigsburger (17-16) stehen noch nicht sicher in den Play-Ins. Wie unser Tabellenrechner zeigt, kämpfen also sechs Teams um die vier Play-In-Plätze; das heißt für Chemnitz: Ein Sieg in Braunschweig ist Pflicht. Dann würden die NINERS mindestens Zehnter werden, bei einer Niederlage verpassen sie in 23 von 32 möglichen Konstellationen (72 Prozent) die Play-Ins. Sollten alle sechs Konkurrenten ihre Spiele gewinnen, würden die NINERS als Zehnter die Hauptrunde beenden.
Die besondere Brisanz besteht aus Braunschweiger Sicht darin, dass die Partie gegen Chemnitz die vorerst letzte in der Beletage ist. Die Löwen stehen seit dem vorletzten Spieltag als Absteiger fest – nachdem sie in der vergangenen Saison noch die Playoffs erreicht hatten. Das ist außergewöhnlich, denn seit die Liga 1975 erstmals eingleisig wurde, stiegen nur vier Vereine ab, die in der Saison vorher die Postseason erreicht hatten – darunter war kurioserweise auch schon Braunschweig:
- BG Göttingen (2011 im Viertelfinale, 2012 abgestiegen)
- SG Braunschweig (1993 im Viertelfinale, 1994 abgestiegen)
- Steiner Bayreuth (1991 im Halbfinale, 1992 abgestiegen)
- USC Heidelberg (1979 Sechster der Endrunde, 1980 abgestiegen)

Status quo: Die Chemnitzer setzten sich zuletzt mit 86:82 nach Verlängerung gegen Frankfurt durch. Ihre drei vergangenen Siege wurden allesamt in der Crunchtime entschieden, auch in Berlin (84:82) und gegen Jena (76:73) bewiesen die NINERS Nervenstärke. Die Braunschweiger standen schon vor ihrem Auswärtsspiel in Oldenburg als Absteiger fest, bei der 84:93-Niederlagen wahrten die Löwen ihr Gesicht.
Duell im Fokus: Wenn die Chemnitzer im Schlussspurt der Hauptrunde auf einen Spieler setzen können, dann auf Kevin Yebo. In den vergangenen vier Partien war der Big Man immer teaminterner Topscorer, 17,8 Punkte sowie 7,8 Rebounds markierte Yebo dabei im Schnitt. Auch wenn die Löwen schon abgestiegen sind, wird es für Yebo nicht einfach, gegen Braunschweig diese Leistung zu bestätigen. Denn in Simi Shittu und David N'Guessan sind die beiden zuletzt besten Braunschweiger auf den großen Positionen zu finden, gegen Oldenburg legte das Duo zusammen 39 Punkte und 15 Rebounds auf. Über den gesamten Saisonverlauf sind Shittu und N'Guessan die effektivsten Braunschweiger Akteure, bei Chemnitz fällt dieses Gütesiegel Yebo zu.
Zahlen, bitte: 31,5-mal versucht sich Chemnitz pro Spiel aus der Distanz. Während die NINERS damit ligaweit die drittmeisten Dreier nehmen, verzeichnen die Braunschweiger die wenigsten Versuche von Downtown (25,2 3PA). Bei der Quote liegen sowohl Chemnitz (32,9 3P%, 11.) als auch Braunschweig (32,4 3P%, 14.) in der unteren Tabellenhälfte.
Das Hinspiel: Die Chemnitzer gewannen Anfang November mit 93:75 gegen Braunschweig, weil sie nach der Pause nur 31 Zähler zuließen. Offensiv war die Mannschaft der Star: Fünf Spieler punkteten zweistellig, 28 der 33 Feldtreffer gingen einem Assist voraus.
Die ewige Bilanz fällt mit 6-5 noch zugunsten Braunschweigs aus.
Am Rande der Bande: Die Braunschweiger mussten zuletzt auf Philipp Hartwich, Barra Njie, Luka Scuka und Ferdinand Zylka verzichten. Chemnitz trat zuletzt ohne die Guards Nike Sibande und Eric Washington an.
Alte Bekannte: Kaza Kajami-Keane begann die Saison in Chemnitz, konnte dort aber nicht an seine gute Saison 2023/24 anknüpfen und wechselte Anfang Februar nach Braunschweig. Chemnitz' Kostja Mushidi kam nach seiner Zeit in Belgrad über Braunschweig (2019 und 2020) zurück in die Liga, absolvierte dort allerdings nur elf Spiele in zwei Jahren. Danach führte ihn sein Weg über Weißenfels und Göttingen nach Chemnitz.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Sonntag ab 16.15 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Stefan Koch.



















