Kampf um die Postseason: Mindestens 2.000 Chemnitzer glauben an ihre NINERS! So viele Fans waren am Wochenende mit nach Berlin gefahren, wo das Team aus Sachsen mit einem dramatischen 84:82-Sieg im Ost-Duell bei ALBA den Traum von der Postseason aufrechterhalten hat, wie unser Tabellenrechner zeigt. Während Chemnitz aktuell mit einer Bilanz von 15-17 auf dem zehnten Rang liegt, befinden sich die SKYLINERS mit zwölf Siegen und 20 Niederlagen jenseits von Gut und Böse. Das ist zum jetzigen Saisonzeitpunkt auch gut so, denn …
Die besondere Brisanz … speist sich bei Frankfurt aus dem Verletzungspech, das die Hessen heimgesucht hat (siehe Am Rande der Bande). Insofern ist es gut, dass die SKYLINERS zum aktuellen Zeitpunkt nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Für Chemnitz aber zählt nur ein Sieg wenn es mit den Play-Ins was werden soll. Einen umfassenden Überblick über alle weiteren Teams im den Kampf um die Playoff-Plätze gibt es hier in der aktuellen Kolumne "Kochs Nachschlag".
Weise und herzliche Worte: Die Unterstützung ihrer Fans wissen sie in Chemnitz zu schätzen. Nach dem Spiel in Berlin sagte Trainer Rodrigo Pastore gegenüber Freie Presse: "Dieser Sieg ist für sie und von ihnen. Sie haben dafür gesorgt, dass wir uns wie bei einem Heimspiel gefühlt haben.“ Das scheint also geholfen zu haben; gegen Frankfurt ist es so oder so ein Heimspiel, trotzdem dürfte die Atmosphäre ein wichtiger Faktor sein. Und so wurde Pastore nach dem Spiel zuletzt fast schon ein wenig rührselig: „Es sind die besten Fans der Liga. Sie glauben immer an uns. Dafür und für die bedingungslose Liebe, die sie dem Verein schenken, sind wir unendlich dankbar.“
Status quo: Das Chemnitzer Auf und Ab dieser Saison spiegelt eine Bilanz von fünf Siegen und fünf Niederlagen aus den letzten zehn Spielen gut wider. Nach der 62:89-Klatsche gegen die BMA365 Bamberg Baskets holten die NINERS zuletzt einen wertvollen 84:82-Sieg beim Tabellenzweiten Berlin. Die SKYLINERS haben mit fünf Niederlagen am Stück aktuell die längste Negativserie der easyCredit BBL; stark ersatzgeschwächt waren sie zuletzt mit 72:104 gegen die Telekom Baskets Bonn ohne Chance.
Duell im Fokus: Will Chemnitz in die Postseason, muss Kevin Yebo liefern. Der Topscorer der NINERS weiß das und macht es. Beim Sieg in Berlin war er mit 18 Punkten einmal mehr bester Scorer desm Teams aus Sachsen, im Saisonschnitt kommt Yebo auf 16,0 Zähler und 6,4 Rebounds. In Abwesenheit des verletzten SKYLINERS-Kapitäns Till Pape könnte Ryan Hawkins die Bewacher-Rolle für Yebo übernehmen. Der 2,04 Meter große Power Forward kam in allen 32 Saisonspielen für die Hessen zum Einsatz und sammelte 7,9 Punkte und 3,7 Rebounds im Schnitt. In Kombination mit Center Jacob Holt, der jede Menge Physis in die Waagschale wirft und gegen Bonn Topscorer war (17 Punkte, sechs Rebounds), will das Frankfurter Duo Yebo aufhalten.

Zahlen, bitte: 16 Heimspiele, nur vier Siege: Ohne Frage, die Frankfurter sind in dieser Saison alles andere als das, was man eine Macht zu Hause nennt. Ihre Auswärtsbilanz liest sich mit 8-8 dagegen ganz ordentlich. Woran sie aber trotzdem arbeiten müssen, ist ihre Punktausbeute. Mit 81,4 Punkten pro Spiel scoren nur die MLP Academics im Schnitt noch weniger (78,4). Die NINERS stehen mit 83,2 zwar schon auf Rang elf in der Tabelle nach Punkten pro Spiel, sind nicht vollkommen außer Reichweite für die Gäste.
Das Hinspiel ist eine bittere Erinnerung für die NINERS: Isaiah Swope traf Anfang Januar einen Buzzerbeater-Dreier für Frankfurt zum 89:86-Sieg.
Die ewige Bilanz: Mit 6:3 Siegen führt Chemnitz deutlich, verlor nur eins von vier Heimspielen gegen die SKYLINERS.
Am Rande der Bande: Neben Spielmacher Garai Zeeb, der für den Rest der Saison ausfällt, werden auch Kapitän Till Pape und Will Christmas in dieser Saison nicht mehr auf das Parkett zurückkehren. Pape zog sich gegen Berlin eine schwere Knochenprellung im Unterschenkel zu, während Christmas aufgrund einer Muskelverletzung im hinteren Oberschenkel rund drei Wochen pausieren muss und damit ebenfalls nicht mehr eingreifen kann. Positive Nachrichten gab es vor dem Spiel gegen Bonn hingegen von Logan Johnson: Der Guard kehrte nach überstandener Rippenprellung zurück in den Kader und bringt zusätzliche Stabilität auf der Point-Guard-Position.
Alte Bekannte: Will Christmas spielte vergangene Saison in Chemnitz, ehe er über einen Zwischenstopp in Frankreich nach Frankfurt wechselte. Julian Steinfeld ist gebürtiger Frankfurter und spielte ein Jahr in der NBBL-Mannschaft der SKYLINERS. In sieben Einsätzen noch ohne Korberfolg könnte er in seiner Heimatstadt seine ersten BBL-Punkte erzielen.
Meilensteine: Yebo macht mit einem Einsatz sein 150. Spiel in der Basketball Bundesliga. Teamkollege Aher Uguak braucht noch fünf Punkte um die 1.000 in der Liga vollzumachen.
Im Blick des Bundestrainers: Kostja Mushidi spielt immer für eine weitere Nominierung beim DBB, was er mit 15 Punkten und drei Dreiern gegen ALBA Berlin belegte.
In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Aufgrund der Verletzten war der 18-jährige Jamie Edoka zuletzt wieder bei den SYKLINERS in den Kader gerückt. Der junge Guard kam gegen Bonn auf gut 15 Minuten Einsatzzeit und ist ein Versprechen an die Zukunft. Unlängst wurde er zudem beim Albert Schweitzer Turnier zum MVP gewählt und hatte mit der deutschen U18-Nationalmannschaft die Goldmedaille geholt. Damit tritt er in bedeutende Fußstapfen und trifft gegen Chemnitz auf einen seiner Vorgänger: 2016 war Chemnitz' Mushidi als erster Deutscher bei dem Turnier zum MVP gewählt worden.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Donnerstag ab 18:15 Uhr Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Hannes Jakobi.




















