Status Quo: Das Team von Science City Jena hat zuletzt in Rostock verloren (79:89), die MLP Academics Heidelberg dagegen gewannen daheim gegen Weißenfels (80:75). Damit liegen die Thüringer knapp oberhalb des Strichs auf dem 16. Tabellenplatz, dicht gefolgt von den „Akademikern“.
Die besondere Brisanz im Abstiegskampf: Der Dreikampf zwischen Science City Jena (Bilanz: 11-21), den MLP Academics Heidelberg und den Basketball Löwen Braunschweig (beide 9-23) um den Klassenerhalt wird in diesem direkten Duell zwischen Jena und Heidelberg auf die Spitze getrieben. Für die Mannschaft von Mike Taylor ist es weiter simpel: Ein Sieg aus den letzten beiden Spielen gegen Heidelberg oder in Berlin und die Klasse wäre aus eigener Kraft gehalten. Natürlich würde auch je eine weitere Niederlage von Heidelberg und Braunschweig reichen.
Für die Schützlinge von Carlo Finetti dagegen ist die Aufgabe komplexer. Grundsätzlich müssen die beiden verbleibenden Partien in Jena und gegen Vechta gewonnen werden und Jena müsste zudem auch in Berlin verlieren. Sollte Braunschweig dazu auch beide Partien in Oldenburg und gegen Chemnitz gewinnen, würde Heidelberg ein Sieg in Jena mit einem Punkt reichen, denn dann käme es zum Dreiervergleich um den 16. Platz, den Heidelberg gewinnen würde (HDB: 3-1 / JEN: 2-2 / BRA 1-3).
Allerdings wäre es für Heidelberg ratsam, mit mindestens vier Punkten gegen Jena zu gewinnen. Denn würde Braunschweig ein Spiel verlieren, käme es zum direkten Zweiervergleich zwischen Heidelberg und Jena um den 16. Platz – und da Jena das Hinspiel mit vier Punkten gewonnen hat, bräuchte Heidelberg einen ebenso hohen Sieg, um auszugleichen. Dann nämlich wäre das nächste Kriterium die Gesamtkorbdifferenz der beiden Teams, die nach 32 Spielen der beiden Klubs aktuell kurioserweise gleich ist (jeweils -251), aber am Saisonende nach zwei Heidelberger Siegen und zwei Jenaer Niederlagen logischerweise dann bei den Academics besser wäre.
Klingt alles furchtbar kompliziert? Unser Tabellenrechner gibt nach einem Spieltag immer Aufschluss über die möglichen Platzierungen.
Das Hinspiel: Am zweiten Ligaspieltag Anfang Oktober gewann Jena bei Heidelbergs Heimspielauftakt mit 87:83, wobei Keith Braxton mit 23 Punkten bei hervorragender Wurfquote (8/11 FG) überzeugte. Für Heidelberg überragte damals Michael Flowers (19 Punkte und je drei Assists und Rebounds), der Ende Oktober aber nach Litauen wechselte. Für Jena lieferte zudem Eric Washington elf Punkte und je drei Assists und Rebounds, doch der US-Guard spielt mittlerweile in Chemnitz.
Duell im Fokus: Hier könnte es einige Hingucker-Duelle geben. Auf der Fünf prallen Will McNair Jr. und Osun Osunniyi aufeinander, und auf der Zwei werden Keith Braxton Jr. sowie Michael Weathers versuchen, sich offensiv zu überbieten. Aber wir legen den Fokus vor allem auf die Schweizer Taschenmesser der beiden Teams, die die gesamte Bandbreite des Boxscores füllen können: Die Forwards Joe Wieskamp (26 Jahre, 1,98 Meter, 96 Kilo) und Ryan Mikesell (29, 2,01, 96) sind die klaren Anführer ihrer Mannschaften. Mikesell war vergangene Saison MVP-Kandidat und führte Heidelberg bis ins Halbfinale, Wieskamp (18,1 EFF) ist ligaweit der effektivste aller Spieler, die über die ganze Saison am Start waren, und er hat über die letzten drei Partien im Schnitt 27,7 Punkte aufgelegt – bei einer Quote von 56,3 Prozent aus dem Feld (27/48 Würfe).
Zahlen, bitte: Sechs BBL-Klubs tauschten während der Saison den Headcoach aus – neben Oldenburg (Lazar Spasic für Predrag Krunic), München (Svetislav Pesic für Gordon Herbert), Braunschweig (Ramon Diaz für Kostas Papazoglou) und Weißenfels (Milenko Bogicevic für Marco Ramondino) eben auch Heidelberg und Jena – die beiden allerdings als letztes: Ende Februar übernahm bei den Academics Co-Trainer Carlo Finetti für Danny Jansson, und Mitte April erst ersetzte Mike Taylor bei Science City Björn Harmsen.
Meilensteine: Dem angeschlagenen DJ Horne (Heidelberg) fehlen noch fünf Dreier bis 150
Die ewige Bilanz: Beide Teams haben sich zu Saisonbeginn überhaupt erstmals in der Beletage duelliert. In der ProA trafen Heidelberg und Jena zuletzt in der Saison 2020/2021 aufeinander, aber nur einmal: Denn beim ersten angesetzten Duell trat Jena nicht an, nach einer zweiwöchigen Quarantäne inmitten der Corona-Zeit kam die Ansetzung für den Club zu früh, welcher „eine Verantwortung gegenüber seinen Spielern sah, deren Gesundheit jederzeit im Vordergrund steht bzw. stehen sollte.“ Die Partie wurde mit 20:0 für Heidelberg gewertet. Zwei Tage später kam es dann doch zum Duell, Jena empfing Heidelberg zum Heimspiel und setzte sich knapp mit 70:69 durch.

Alte Bekannte: Jenas Lorenz Bank und Kristofer Krause sowie Heidelbergs Marcel Keßen spielten 2022/2023 zusammen für Phoenix Hagen in der ProA.
Am Rande der Bande: Bei Heidelberg fielen die Guards DJ Horne (Kapselverletzung am Daumen) und Kevin McClain (Sprunggelenk) zuletzt aus.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Donnerstag, den 08.05.2026, ab 19:45 Uhr live bei Dyn übertragen. Kommentator vor Ort ist Johannes Hülstrung.



















