ALBA BERLIN revanchiert sich zum wichtigsten Zeitpunkt für das verlorene Pokalfinale gegen die BMA365 Bamberg Baskets. Zum Auftakt der Playoff-Halbfinalserie dominiert der Hauptrundenzweite den -dritten mit 105:86 und führt phasenweise mit 34 Zählern Differenz. Dabei überzeugen bei den Albatrossen die deutschen Akteure, die auf insgesamt 77 Punkte kommen. Michael Rataj erzielt neun, Jack Kayil elf Berliner Zähler in Serie. Die Bamberger verlieren zum ersten Mal nach zehn Siegen nacheinander.
Stand: ALBA BERLIN (2) – BMA365 Bamberg Baskets (3) 1-0
Spielverlauf und Wendepunkt: Martin Hermannsson dirigierte das Berliner Offensivspiel gut, wobei die Bamberger defensiv zunächst etwas kompakter standen als die Albatrosse. Die Gäste drückten auch nach Berliner Korberfolgen aufs Tempo, vollendeten dank Demarcus Demonia auch spektakulär und lagen Ende des ersten Viertels mit 19:13 vorne. Dann holten sich die Berliner durch einen 7:0-Lauf das Momentum, dank Jonas Mattisseck und Malte Delow platzte bei den Hausherren auch von außen der Knoten. Die Albatrosse verteidigten nun auch besser, ließen fünfeinhalb Minuten keinen Feldkorb zu und setzten sich nach einem 25:4-Lauf auf 51:31 ab. Dabei erzielte Michael Rataj neun Berliner Zähler in Serie.
Kurz nach der Pause netzten die Berliner dank Delow, Mattisseck und Hermannsson drei Dreier nacheinander ein und holten sich mit 62:26 die bis dato höchste Führung des Spiels. Zum Ende des Durchgangs ließen die Berliner einen 12:0-Lauf folgen und gestatteten vier Minuten keine Zähler. Mit einer 78:44-Führung hatten die Hausherren die Partie zwölf Minuten vor Spielende entschieden. In dieser Phase drehte Jack Kayil auf und erzielte elf Berliner Zähler nacheinander. Der Point Guard antwortete Mitte des Schlussabschnitts mit einem Parkplatz-Dreier, als die Gäste auf 71:88 verkürzt hatten.
Duell im Fokus: Jonas Mattisseck war der erste Berliner mit Rhythmus von außen, machte zudem defensiv einen gewohnt bissigen Eindruck und half dabei, Cobe Williams aus dem Spiel zu nehmen: Der Bamberger Point Guard stand Mitte des dritten Viertels bei zwei Punkten, 1/5 aus dem Feld und drei Ballverlusten. Am Ende hatte Williams zwar neun Zähler auf dem Konto, die meisten davon aber erzielt, als die Partie schon entschieden war. Mattisseck war am Ende perfekt von Downtown (3/3 3P) und kam ebenfalls auf neun Punkte.
Spieler der Partie: Die Berliner präsentierten sich, wieder mal, sehr ausgeglichen, dennoch stach ein Spieler mit seiner Effektivität etwas heraus: Malte Delow erzielte 14 Punkte, verteilte sieben Assists, verlor dabei kein einziges Mal den Ball, holte sich vier Rebounds und klaute zwei Bälle. Dazu traf der Flügelspieler vier seiner sechs Dreier.

Die Deutschen: Delow war nicht der einzige deutsche Spieler, der überzeugte. Jack Kayil war mit 18 Zählern Berliner Topscorer und verteilte sechs Assists; Michael Rataj setzte mit 14 Punkten (6/9 FG) in 19 Minuten von der Bank Akzente; und Norris Agbakoko tat dies mit elf Zählern (5/5 FG) in 14 Minuten als Starter. Bei Bamberg kam Adrian Petkovic (7 PTS, 3 REB, 2 AST) nach der Pause erstmals auf das Parkett und half dabei, dass die Gäste im vierten Durchgang ihr Gesicht wahrten. Auch Moritz Krimmer (10 PTS) und Daniel Keppeler (8 PTS) machten einen soliden Job.
Rekordverdächtig: Auch Jonas Mattisseck (9 PTS), Sam Griesel (8 PTS) und Bennet Hundt (3 PTS) punkteten bei den Albatrossen. Damit erzielten die deutschen Spieler von Berlin 77 der 105 Punkte. Und damit verpassten die Albatrosse nur knapp den Ligarekord, den sie bereits selbst halten: Mitte März hatten die deutsche Spieler von ALBA bei einem 89:85-Sieg gegen Rostock 79 Zähler aufgelegt.
Zahlen, bitte: Mit 105 Zählern stellten die Berliner einen teaminternen Saisonrekord auf. Kein Wunder, bei so starken Quoten von 57,8 Prozent aus dem Feld, 43,2 Prozent von Downtown und 83,3 Prozent von der Freiwurflinie.
Was wir bisher gelernt haben: Dass Berlin kein gutes Pflaster für Bamberg zu sein scheint. Zum einen gingen drei der vier Saisonduelle an die Albatrosse, zum anderen haben die Bamberger nun schon 13 Auswärtsspiele in der Hauptstadt nacheinander verloren. Zuletzt entführten die Bamberger am 20. November 2016 einen Sieg aus Berlin.
Am Rande der Bande saßen unter anderem der aktuelle Bundestrainer Alex Mumbru, der ehemalige Bundestrainer Henrik Rödl, die deutsche Nationalspielerin Alina Hartmann, die für das Frauen-Team von ALBA spielt, und Eiskunstlauf-Weltmeisterin Minerva Hase, die mit Jonas Mattisseck zusammen ist.
Wie geht’s weiter: Am Montag steigt erneut in Berlin die zweite Partie, Tip-Off ist um 18.30 Uhr.
Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.



















