Abstiegskampf / Kampf um die Postseason: RASTA Vechta zählte lange zu den Teams, die sich in einem Negativstrudel am Tabellenende wiedergefunden haben. Jetzt heißt es aber: Was geht noch nach oben? Drei Siege in Folge gelangen der Mannschaft von Trainer Christian Held zuletzt am Stück, mit einer Bilanz von 10-14 scheint eine Postseason-Teilnahme nicht mehr unmöglich. Die wollen auch die NINERS Chemnitz erneut erreichen, mit 11-12 liegen sie in Lauerstellung hinter dem aktuellen Zehnten Oldenburg (11-12).
Die besondere Brisanz: Bereits zweimal kreuzten die Clubs in der laufenden Saison die Klingen – und beide Male setzte sich Vechta durch. Zunächst im Pokal-Achtelfinale (89:86), dann im Hinspiel in der easyCredit BBL (96:90). Chemnitz wird sich nicht zuletzt mit Blick auf die Tabelle denken: Jetzt sind sie an der Reihe!
Status quo: Vechta stellte am vergangenen Wochenende einen neuen Saisonrekord auf. Beim 121:102 gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg gelangen ihnen die meisten Punkte in einem Spiel. Durch den dritten Erfolg in Serie dürften die Niedersachsen das Abstiegsgespenst recht weit aus der Kreisstadt vertrieben haben. Chemnitz gelang derweil wenige Tage nach dem Achtelfinal-Aus im EuroCup ein wichtiges 78:73 bei den ROSTOCK SEAWOLVES.

Duell im Fokus: Alonzo Verge hat einen Lauf. Der offensivfreudige Guard erzielte bei den drei Siegen gegen Jena, in Oldenburg und gegen Ludwigsburg 22, 23 und 24 Punkte – folgen gegen Chemnitz nun 25? Verge ist mit 19,0 Punkten Topscorer der easyCredit BBL, liefert 6,7 Assists und 4,0 Rebounds pro Spiel. Ihm gegenüber steht Corey Davis, der – exakt wie Verge – in 23 Spielen 17-mal startete. Davis kommt auf 12,3 Zähler pro Partie und ist mit durchschnittlich 7,1 Assists bester Vorlagengeber der Beletage. Bester Scorer gegen bester Assistverteiler: Das macht die beiden durchaus zu …
… Award-Anwärtern, wenngleich ihre Teams in der laufenden Saison (noch) nicht zu denen gehören, die im Überfluss Positivschlagzeilen produziert haben.
Zahlen, bitte: Die beiden Mannschaften zählen zu den offensivfreudigsten der Liga (Vechta: 87,5 PPG, 4.; Chemnitz: 85,1, 6.). Kaum überraschend, dass beide in der Liste der Teams mit den meisten Zählern in einem Spiel auftauchen: Vechta ist Erster mit 121 Zählern (gegen Ludwigsburg), Chemnitz gemeinsam mit Hamburg Vierter mit seinen 111 Punkten (ebenfalls gegen Ludwigsburg).
Die ewige Bilanz: Zwölfmal standen sich die beiden Clubs seit 2021 gegenüber, die Bilanz ist mit 6-6 ausgeglichen. Im Playoff-Viertelfinale der Saison 2023/24, in der Chemnitz auch den FIBA Europe Cup gewann, setzten sich die NINERS mit 3-1 durch.
Das Hinspiel …war bereits das zweite Aufeinandertreffen in der laufenden Saison. Im Pokal-Achtelfinale hatte RASTA sich mit 89:68 (inklusive 38 Verge-Punkte) vor heimischer Kulisse durchgesetzt, im Januar dieses Jahres folgte ein 96:90-Auswärtssieg in der Liga.
Rekordverdächtig: Für Christian Held ist es die erste Saison an der Seitenlinie bei RASTA Vechta, wenngleich es aufgrund seiner vorangegangenen Zeit in Rostock nicht das Debüt auf dem höchsten Ligenlevel darstellt. Ganz anders sieht es allerdings bei seinem Gegenüber aus: Rodrige Pastore ist seit 2015 Trainer der NINERS, damit ist er unbestritten aktuell der dienstälteste Headcoach, der ununterbrochen beim selben Club in der Liga an der Seitenlinie steht.
Am Rande der Bande: Vechta spielte zuletzt ohne Joschka Ferner und Booker Coplin. Chemnitz musste in Rostock ohne Kostja Mushidi, Nike Sibande und Julian Steinfeld antreten, nach wenigen Minuten verletzte sich zudem Aher Uguak.
Alte Bekannte: Kostja Mushidi (Chemnitz) kennt Luc van Slooten (Vechta) aus gemeinsamer Zeit in Braunschweig.
Das schreibt die (Lokal-)Presse: Die „Freie Presse“ spekuliert über die Personalplanungen bei den NINERS, die sich mit Mateo Seric aus Heidelberg einig sein und ihre Fühler nach dem ProA-Spieler Ben Burnham (Artland Dragons) ausgestreckt haben sollen.
In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Vechtas ehemaliger Big Man Johann Grünloh gehört zu den insgesamt 14 deutschen Spielern, die sich mit ihren Collegeteams für die Teilnahme am großen NCAA-Turnier („March Madness”) qualifizierten. Für ihn und seine Virginia Cavaliers ergab die Auslosung eine Partie gegen die Wright State Raiders am Freitag. Deutsche Youngster auf der großen Collegebühne: Auch das ist mad sexy! (Findet übrigens auch Stefan Koch in seiner aktuellen Kolumne)
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Samstag ab 19:45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator Richard Bielau.




















