Stand: FC Bayern Basketball (1.) – ALBA BERLIN (2.) 1 - 0
Was wir bisher gelernt haben: Der FC Bayern Basketball und ALBA BERLIN sind die beiden besten Mannschaften dieser Saison. Dies unterstrich nicht nur die Abschlusstabelle nach 34 Spieltagen, sondern auch das erste Spiel der Finalserie am Freitagabend im SAP Garden. Beide Teams zeigten hervorragenden Offensivbasketball, wobei sich der Titelverteidiger aus München am Ende mit 102:94 durchsetzen konnte. "Das war eines der besten Spiele, die ich in dieser Liga überhaupt gesehen habe", konstatierte Bayern-Coach Svetislav Pesic im Nachgang an die Partie. "Das war ein Festival des Basketballs!"
Zahlen, bitte: Diese Aussage macht der routinierte Coach vor allem an den brillianten Wurfquoten auf beiden Seiten fest, denn seine Mannschaft traf satte 50 Prozent der Dreier (16/32) und überragende 63 Prozent aus dem Zweipunkte-Bereich. Die Gäste aus der Hauptstadt netzten 43 Prozent ihrer Versuche von außen (13/30) und starke 56 Prozent der Zweier. Lediglich im Schlussviertel ging die Quote der Albatrosse etwas nach unten ...
Welche Rolle spielt die Energie: ... was vielleicht auch mit der Belastung der vergangenen Wochen zu tun hatte. Während die Bayern ihre beiden Serien mit 3-0 gewannen, musste Berlin jeweils über die volle Distanz von fünf Spielen gehen. "Vielleicht waren unsere Beine nicht mehr ganz frisch", sagte auch Pedro Calles, richtete den Blick aber gleich wieder nach vorne. "Der Schlüssel für das zweite Spiel ist jetzt die Regeneration, wir spielen in weniger als 48 Stunden wieder und wollen wieder mit der gleichen Energie spielen."
Rekordverdächtig: ... waren die 33 Punkte von MVP Andi Obst im ersten Finalspiel. Obwohl der Nationalspieler nach seinem krankheitsbedingten Ausfall in der Halbfinal-Serie immer noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, lieferte er eine atemberaubende Leistung und die zweithöchste individuelle Punkteausbeute in einem Finalspiel in der digitalen Ära (seit 1998/99). Nur Ulms Isaiah Swann punktete 2012 mit 36 Punkten gegen Bamberg besser. Obst übertrumpfte damit auch Marko Pesic, der 2002 für Berlin 26 Punkte gegen Köln erzielte – bisher die digitale Bestmarke für Punkte eines deutschen Spielers in einer Finalpartie.
Die meisten Punkte in einem BBL-Finale (seit 1998/99):
36: Isaiah Swann (ULM) – drittes Finale 2012
33: Andreas Obst (FCB) – erstes Finale 2026
31: Demond Mallet (BAM) – erstes Finale 2005
30: Marius Grigonis (BER) – erstes Finale 2018
30: Julius Jenkins (BER) – viertes Finale 2008
30: Kiwane Garris (BER) – fünftes Finale 1999
29: Spencer Butterfield (BER) – fünftes Finale 2018
29: Carsen Edwards (FCB) – erstes Finale 2024
29: Jayson Granger (BER) – viertes Finale 2021
29: Jason Sasser (BAM) – zweites Finale 2003
Blick in die Historie: Das erste Finale hatte mit 196 Zählern auch die zweithöchste Punkteausbeute zweier Teams in einem Finalspiel in der digitalen Ära (seit 1998/99), nur im ersten Finale von 2018 fielen mehr Punkte, damals gewann Berlin in München mit 106:95 (201 Zähler) - allerdings in Overtime.

Die Deutschen im Fokus: Generell war auffällig, dass neben Obst auch die anderen deutschen Spieler auf dem Parkett überzeugen konnten. Bei den Bayern scorten Justus Hollatz (11) und Oscar da Silva (10) neben Obst zweistellig. Aufseiten Berlins war Norris Agbakoko mit 21 Punkten Topscorer. Insgesamt wurden im ersten Spiel 116 der 196 Zähler von deutschen Spielern erzielt: Vielleicht spielt sich am Sonntag wieder ein Deutscher ins Rampenlicht? Es würde in jedem Fall zu dieser Serie passen.
Am Rande der Bande: ... saß bei den Bayern am Freitag rotationsbedingt Wenyen Gabriel. Der Center könnte für das zweite Finalspiel eine Option werden und eventuell für David McCormack in das Aufgebot rücken.
Fernsehen / Livestream: Das Spiel wird am Sonntag ab 15.15 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Es kommentiert Stefan Koch mit Patrick Femerling als Experte an seiner Seite. Anne Kamphausen führt durch die Sendung.


















