Herzlich willkommen … zu den letzten Fundamentals dieser Saison. Die Finals der easyCredit BBL sind Geschichte. Und ALBA BERLIN ist Deutscher Meister 2026! Die Albatrosse krönten sich mit zwei spektakulären Comebacks im vierten und fünften Finalspiel gegen den FC Bayern Basketball und feierten die überraschendste Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Wir schauen noch mal zurück ...
Game 5: Helden-Epos und Tragödie zugleich
Endstand: FC Bayern Basketball (1.) vs ALBA BERLIN (2.) 2-3
Der FC Bayern Basketball hatte im fünften Duell der Finals der easyCredit BBL schon eine Hand am Meisterpokal, musste aber am Ende erleben, wie ALBA BERLIN einen Pausenrückstand von 20 Punkten wettmachte und in einer dramatischen Schlussphase noch das Spiel (81:84) und damit die deutsche Meisterschaft gewann.
Bereits zum siebten Mal seit 2014 trafen Berlin und München in den Finals aufeinander - neuer Liga-Rekord! Wie knapp es zuging, verdeutlicht die Gesamtkorbbilanz der Finals: München hatte nach fünf Spielen 414 Korbpunkte, Berlin 418! Ebenfalls ein Rekord: Zum ersten Mal in zwölf fünften Finalspielen seit 1988 gewann die Auswärtsmannschaft. Dabei sah alles lange nach einer lockeren Angelegenheit für die Münchner aus, die dank einer dominanten ersten Halbzeit vor 11.500 Zuschauern im heimischen SAP Garden komfortabel führten (47:27). Was nach der Pause passierte, war dann schwer zu erklären: "Es war eine unglaublich enttäuschende zweite Halbzeit von unserer Seite. Ich weiß nicht, ob wir mental schon einen Schritt zu weit waren", sagte Oscar da Silva. "Alba hat, wie im letzten Spiel, viele Offensiv-Rebounds geholt, viele offene Dreier erspielt und wir haben ihnen ihre Stärken zugelassen - und dann waren diese 20 Punkte Vorsprung schnell weg."

Tatsächlich kämpften sich die Albatrosse im dritten Viertel bis auf sechs Punkte heran, die Gastgeber zogen aber erneut davon und führten vor dem Schlussviertel immer noch deutlich (66:53). Dann zündeten die Gäste den Turbo, der alles auf den Kopf stellte: Vier Dreier von Justin Bean (2/5 Dreier), Malte Delow (4/7) und Jonas Mattisseck (6/7), ein Korbleger von Norris Agbakoko, dazu fünf Rebounds und zwei Ballgewinne, alles innerhalb von weniger als drei Minuten, brachten ALBA in Front (67:66). In einer dramatischen Crunchtime wechselte die Führung hin und her, ehe Jack Kayil (alle zehn Punkte in den finalen 5:30 Minuten), Martin Hermannsson und der alles überragende Bean für die Entscheidung sorgten.
Hier geht es zum Boxscore des fünften Finales ...
Comeback-Könige niemals kleinzukriegen
Die Comeback-Könige waren nicht kleinzukriegen! Berlin kämpfte sich zum dritten Mal in diesen Playoffs durch die vollen fünf Partien einer Serie und gewann am Ende. Ein Titel nach maximalen 15 Postseason-Duellen: Das hatten bisher nur die OPEL SKYLINERS (2003/04) geschafft. Die junge Truppe von Pedro Calles demonstrierte ein ums andere Mal einen bemerkenswerten Mix aus Widerstandsfähigkeit, Kampfgeist, Teamwork und Coaching und machte damit - vor allem auch in den letzten beiden Finalspielen - Rückstände irgendwie wett. Nach nur sieben erzielten Punkten im zweiten Viertel des fünften Spiels so zurückzuschlagen und auswärts in der zweiten Halbzeit satte 57 Zähler aufzulegen, war beeindruckend. Angeführt von Finals-MVP Justin Bean, der ein Double-Double auflegte (18 Punkte, 12 Rebounds, 5 Assists), schien ALBA, wenn es darauf ankam, immer die richtige Mischung aus jung und alt, ruhig und forsch zu finden. Kapitän Jonas Mattisseck verriet nach der Partie gegenüber DYN, "dass es alle meine künftigen Teammates sehr schwer haben werden, weil sie sich an dem messen müssen, was ich dieses Jahr erlebt habe".

Warum nach dem Umbruch vor der Saison diese Meisterschaft der Albatrosse derart besonders ist, hat Stefan Koch noch mal detailliert beleuchtet – hier in seiner aktuellen Kolumne.
Und wie die Albatrosse danach in der Münchener Arena, im ICE nach Berlin und anschließend in der Hauptstadt selbst gefeiert haben, ist auf Instagram sowohl hier vom Klub als auch hier bei der Liga in bewegten Bildern bestens dokumentiert.
Svetislav Pesic: Abschied von der Seitenlinie

Für Svetislav Pesic war es nach 44 Jahren an der Seitenlinie das letzte Spiel als Cheftrainer. Der 76-Jährige hatte kurz vor Weihnachten als Nachfolger von Gordon Herbert übernommen und wollte mit dem FCBB zum zweiten Mal nach 2014 und sechsten Mal insgesamt (ALBA von 1997 bis 2000) den deutschen Meistertitel gewinnen. 20:4 Siege lautete die Bilanz unter Pesic in der regulären Saison, nach zwei 3:0-Sweeps gegen Trier und Bonn und einer 2:1-Führung gegen Berlin bogen die Bayern bereits in Richtung Meisterschaft ab. Dann zeigten sich dieselben Schwächen, die bereits im Pokal und in der EuroLeague fürs vorzeitige Aus gesorgt hatten.
"Es ist mir als Trainer hier nie gelungen, eine Mannschaft zu bilden, die in schweren Momenten eines Spiels zurückkommt", sagte der zumindest als Headcoach scheidende Serbe zum Abschluss seiner einzigartigen Karriere. "Ich habe es nicht geschafft, aus den Spielern ein Team auf hohem Level zu bilden - nicht nur heute. Individuelle Qualität ist wichtig, aber Basketball ist Teamsport (...) Dass Krisenmomente mit zusätzlichem Einsatz kompensiert werden, hat uns am Ende gefehlt." Nicht das Happy End, was sich Pesic gewünscht hatte, aber seine Bedeutung für den deutschen Basketball schmälert das nicht, wie auch Stefan Koch in seiner ultimativen Lobpreisung analysierte.



















