Schulterblick, Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch
Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales Thema der easyCredit Basketball Bundesliga. Das unterstrichen Vertreterinnen und Vertreter der Clubs bei ihrem vierten ligainternen Nachhaltigkeits-Treffen am 20. Januar 2026 in Köln. Die Nachhaltigkeitsverantwortlichen waren zusammengekommen, um gemeinsam zu reflektieren, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.
Ein wesentlicher Baustein und zugleich ein Ergebnis der Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsansatzes der Liga ist die Benennung von Nachhaltigkeitsmanagerinnen und -managern in den Vereinen. Diese fungieren als zentrale Schnittstelle zwischen Club, Liga und weiteren Stakeholdern und sind fest in die jeweiligen Organisationsstrukturen eingebettet.
Das Treffen diente weniger einer formalen Berichterstattung, sondern dem offenen Austausch. Dabei übernahm die easyCredit BBL die Rolle des Gastgebers, Moderators und Impulsgebers. Ergänzend zu den regelmäßigen digitalen Austauschrunden bot das persönliche Treffen die Möglichkeit, Perspektiven zu teilen.
Kernpunkte und Inhalte des Treffens
Im Mittelpunkt des Treffens stand der gegenseitige Einblick in die Nachhaltigkeitsarbeit der Clubs. Zu Beginn thematisierten die Beteiligten die aktuellen Anpassungen, die im Rahmen der AG-Tagung zu Saisonbeginn für das dritte Jahr der Fünfjahresstrategie beschlossen wurden. Dabei zeigte sich: Die Nachhaltigkeitsstrategie der Liga bleibt in ihren Grundsätzen bestehen, wurde jedoch gezielt geschärft und zugleich entbürokratisiert.
Künftig konzentrieren sich die Clubs auf fünf Fokusziele, entlang derer Projekte umgesetzt und stärker kommuniziert werden sollen.
Eine wesentliche inhaltliche Anpassung betrifft das SDG 13 (Klimaschutz). Während in den vergangenen Jahren insbesondere die CO₂-Messung und -Reduktion im Bereich der Teammobilität im Fokus stand, richtet sich der Blick nun verstärkt auf die Fanmobilität sowie auf die Sensibilisierung von Fans und Partnern für Klimaschutzthemen. Die An- und Abreise der Fans stellt im Profisport einen der größten Hebel für CO₂-Reduktion dar. Darüber hinaus sollen Klimaschutzthemen auch abseits des Spieltags stärker in den Dialog mit den Fans integriert werden.
Die Liga profitiert hierbei von einem besonders offenen und transformationsbereiten Publikum. Basketball erreicht ein „Change-orientiertes“ Milieu und bietet damit ein großes Potenzial, gesellschaftlichen Wandel aktiv mitzugestalten.
Beispielhafte Projekte aus den Clubs
Den größten Raum nahm der Austausch über konkrete Projekte und Umsetzungen in den Clubs ein. Der Fokus liegt weiterhin stark auf sozialen Themen, zugleich gewinnen Nachhaltigkeitsspieltage clubübergreifend an Bedeutung. Die Spieltage bieten die wichtigste Bühne mit dem intensivsten Fan-Kontakt und werden gezielt genutzt, um Nachhaltigkeit erlebbar zu machen. Partner der Clubs sind dabei vielfach eingebunden und tragen die Maßnahmen aktiv mit.
- Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben Inklusion im Jahr 2022 aufs nächste Level gebracht. Seither gibt’s ganzjährig viele Maßnahmen und Projekte für gelebte, gesellschaftliche Teilhabe. Unabhängig von Aussehen, sozialem Hintergrund, Sexualität, Sprache und Behinderung stehen Akzeptanz, Vielfalt und Gemeinschaft dabei im Mittelpunkt. Der nächste (und vierte) Inklusionsspieltag steigt am 11. April beim Heimspiel gegen ALBA BERLIN (weitere Informationen).
- Der „FUTURE DAY“ der EWE Baskets Oldenburg steht ganz im Zeichen von Zukunftsfragen – von gesellschaftlicher Verantwortung über Bildung bis hin zu nachhaltiger Entwicklung – und bietet Fans, Partnern und Nachwuchs vielfältige Impulse zum Mitdenken und Mitgestalten (weitere Informationen).
- ALBA BERLIN hat mit einer umfassenden Nachhaltigkeitsbroschüre ihren strategischen Rahmen manifestiert, der weit über die Dokumentation einzelner Maßnahmen hinausgeht. Die Publikation erläutert, dass Nachhaltigkeit bei ALBA BERLIN als Haltung verstanden wird und sich durch die gesamte Organisation zieht – vom Kita-Projekt über die Nachwuchsentwicklung bis hin zum Profibereich (weitere Informationen).
Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Beispielprojekte aller Clubs auf der Website der easyCredit BBL dargestellt. Sie zeigen die Vielfalt und Wirkung der Maßnahmen, die im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie ligaweit realisiert werden (weitere Informationen).
Workshop zu gemeinsamen Nachhaltigkeitsmaßnahmen
Den Abschluss des BBL-Nachhaltigkeitstages bildete ein Workshop, um gemeinsame Nachhaltigkeitsaktivitäten, -Partnerschaften und deren Kommunikation aufzubauen. Alle Clubs und die Liga möchten die nachhaltige Entwicklung künftig stärker gemeinsam vorantreiben und dabei gezielt noch mehr Wirkung erzielen. Nach kurzen Impulsen von Prof. Dr. Hanno Martens zum Dreiklang aus Aktivitäten, Partnerschaften und Kommunikation entwickelten die Clubvertreter in kleinen Gruppen aus je einem Blickwinkel gemeinsame Maßnahmen. Diese wurden in den folgenden Schritten geclustert, im Plenum vorgestellt und diskutiert. In der Folge bildeten sich drei Arbeitsgruppen zur Weiterentwicklung der gemeinsamen Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Zielsetzung ist es, im Sommer 2026 die konkret ausgearbeiteten Maßnahmen vorzustellen und in eine Umsetzung für die Saison 26/27 überzuleiten.
Hier steht die easyCredit BBL:
Die bisherige Entwicklung zeigt deutlich: Die easyCredit BBL und ihre Clubs haben in den vergangenen Jahren einen hohen Reifegrad im Bereich Nachhaltigkeit erreicht.
Rückblick Saison 2023/24 und 2024/25:
- In allen Zielsegmenten der Strategie verfügen bereits nahezu alle Clubs über passende und etablierte Projekte, teilweise weit über die Mindestanforderungen hinaus, insbesondere im sozialen Bereich.
- Alle Clubs haben die Nachhaltigkeits-Audits der ersten beiden Saisons erfolgreich durchgeführt und die Anforderungen zur Lizenzerteilung erfüllt.
- Von den Zielen wurden in beiden Saisons über 90% direkt erfüllt, die verbleibenden Subziele im Rahmen von Auflagen.
- Das erste Jahr diente insbesondere der Grundlagenarbeit: dem Verständnis des Handlungsrahmens, der Dokumentation und der Prozesse.
- Das zweite Jahr stand im Zeichen der strukturellen Verankerung in allen Clubs.
- Die Dokumentation, der Nachweis und die Überprüfung der Wirksamkeit bedeuten zwar einen zusätzlichen Aufwand, inzwischen etablieren sich jedoch zunehmend standardisierte Abläufe.
- Unabhängige wissenschaftliche Begutachtung bestätigt die zunehmende Professionalität.
Gesamtbewertung:
- Viele Clubs verfolgen eine nachhaltige Ausrichtung, die über die Ligastrategie hinausgeht und teilweise deutlich ambitionierter ist.
- Spätestens im dritten Jahr hat sich Nachhaltigkeit strukturell etabliert. Projekte und Maßnahmen werden entlang der Strategie kontinuierlich fortgeführt.
- Strategie und Lizenzierung sind dabei zentrale Instrumente:
- handlungsleitend und verpflichtend,
- zur Schaffung von Gemeinsamkeiten und einer gemeinsamen Kultur
- sowie zur Sicherstellung von Weiterentwicklung, Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit
- Auf Basis der gesammelten Erfahrungen wird die Strategie weiterentwickelt, um …
- … zusätzliche Anreize zur Verankerung von Nachhaltigkeit zu setzen,
- … die Eigenverantwortlichkeit der Clubs zu stärken,
- … die kleinteilige Regulatorik schrittweise zu reduzieren, um durch breitere und offene Zielsetzungen und gemeinsame Wirkungsmaßnahmen zu ersetzen





















