Autor: Horst Schneider
Nachdem Heidelberg und Würzburg am Dienstag in den Play-Ins der Basketball Champions League ihren Heimvorteil verspielt haben, müssen die beiden Bundesligisten am Donnerstag auswärts siegen, um im Modus „Best of three“ ein drittes Spiel – dann in der kommenden Woche wieder in eigener Halle – zu erzwingen.
Diese Woche in Europa
Mittwoch, 19:45: Hamburg – Neptunas Klaipeda (EC)
Mittwoch, 20:30: München - Baskonia Vitoria (EL)
Mittwoch, 20:30: London Lions - Chemnitz (EC, zu den Mittwoch-Vorberichten geht es hier)
Donnerstag, 18:00: Patrioti Levice - Würzburg (BCL)
Donnerstag, 18:30: ERA Nymburk - Heidelberg (BCL)
Freitag, 20:15: Olympiakos Piräus – München (EL)
Selten war der Heimvorteil in einer Serie „Best of three“ so trügerisch wie in den diesjährigen Play-Ins der Champions League. Neben Würzburg und Heidelberg verspielten in den acht Paarungen auch Mersin (gegen Le Mans), Subotica (gegen Karditsa) und Szolnok (gegen Triest) ihren Heimvorteil. Einzig Chalon (gegen Patras) und Tofas Bursa (gegen Cholet) nutzten ihn. Bereits am Ziel ist Hapoel Holon. Das Spiel der Israelis gegen Trapani ging im bulgarischen Samokov bereits nach neun Minuten mit einem 38:5 zu Ende. Der in Schieflage geratene italienische Gegner Trapani war mit nur fünf Spielern angereist, die demonstrativ nach und nach das Parkett verließen. Die BCL hat Holon zum Sieger der Serie erklärt.
Champions League: Patrioti Levice – Fitness First Würzburg Baskets (Do, 18:00 Uhr)
Status quo: Die erstmalige Teilnahme an der Champions League hat in der West-Slowakei eine große Basketball-Euphorie entfacht. Die „Patrioten“ ziehen für ihre BCL-Heimspiele aus Levice nach Bratislava in die 4.500 Zuschauer fassende Gopass-Arena um, die natürlich für Donnerstag schon lange ausverkauft ist.
Spiel eins: Wie Würzburg im am Fuß verletzten Spielmacher Marcus Carr fehlte auch Levice im vor den Play-Ins nach Griechenland gewechselten Power Forward Will Carius ein Schlüsselspieler, aber die Slowaken kompensierten das mit einer traumhaften Dreierquote von 11/19 (58 Prozent) und überrumpelten die Würzburger gleich im ersten Viertel 18:9. Die Baskets gewannen die folgenden drei Viertel, trotz 30 Punkten (6/10 Dreier) von Davion Mintz aber nicht hoch genug, um die 89:92-Niederlage zu verhindern. Neben Mintz punkteten nur noch Brae Ivey (7 Assists) und Charles Thompson (9 Rebounds und sechs Assists) mit 16 bzw. 14 Zählern zweistellig.
Stars: Levices Trainer Michal Madzin setzte mit einer kleinen Rotation, in der sein großer Star, US-Guard Rickey McGill (29 Punkte mit 6/7 Dreiern und 5 Assists) sogar 40 Minuten durchspielte, alles auf eine Karte. Auch die anderen Starter, der serbische Point Guard Novak Music (17 Punkte und sechs Assists), die US-Forwards Andre Wesson (zehn Punkte und acht Rebounds) und Gabe Dorsey (13) sowie Nationalcenter Boris Bojanovsky (14) sorgten dafür, dass dieser riskante Gameplan am Ende aufging.
Aktuelle Form: Levice, mit 17-1 Siegen souveräner Tabellenführer der slowakischen Liga, hat von seinen drei BCL-Gruppenspielen in Bratislava nur das gegen AEK Athen (und das mit 69:71 denkbar knapp) verloren.
Alte Bekannte: Der finnische Spielmacher Aatu Kivimäki, dervor seinem Wechsel nach Levice von 2021 bis 2024 in der ProA und in der BBL für Tübingen spielte, war mit sieben Punkten in 16 Minuten am Dienstag Levices wichtigster Bankspieler.
Livestream / TV: Stefan Koch kommentiert die Übertragung aus Levice ab 17:45 Uhr live hier bei Dyn. Dyn überträgt alle Spiele der Basketball Champions League live und auf Abruf.
Champions League: ERA Nymburk – MLP Academics Heidelberg (Do, 18:30 Uhr)
Status quo: Nymburk zieht auch in dieser Saison für seine Heimspiele in der Champions League in die Hauptstadt Prag um, wo sich in der 2.500 Zuschauer fassenden Kralovka Arena ein eher sachliches Publikum einfindet.
Spiel eins: Ohne die verletzten bzw. erkrankten Mike Weathers, Kevin McClain und Samuel Williamson gab Trainer Danny Jansson nicht nur DJ Horne (16), sondern auch dem Rückkehrer Ryan Mikesell (15) das grüne Licht. Beide nahmen zusammen die Hälfte aller Heidelberger Würfe, trafen diese aber auch nur zu 30 Prozent, was gegen die mit 35 Prozent auch nicht sonderlich gut, aber ausgeglichener scorenden Gäste nicht ausreichte. Neben Horne und Mikesell punktete nur Marcel Keßen (13), der nach fünf Minuten mit zwei Dreiern für die ersten Heidelberger Punkte sorgte, zweistellig.
Stars: Trainer Oren Amiel setzt auf eine physisch agierende Zwölfer-Rotation, aus der in Mannheim lediglich US-Guard Sir'Jabari Rice (17) herausragte. Neben dem BCL-Topscorer standen nur Ondrej Sehnal (elf Punkte und sechs Assists) und der mit 2/12 Würfen glücklose Jaromir Bohacik länger als zwanzig Minuten auf dem Parkett. Für die Big Points zum Sieg sorgte am Ende der Routinier Vojtech Hruban (13). Keyshawn Feazell (8) hatte mit zehn Rebounds großen Anteil an Nymburks letztlich spielentscheidender Reboundüberlegenheit (56:31).
Aktuelle Form: Nymburk präsentierte sich in den Heimspielen der BCL-Gruppenphase deutlich sattelfester als auswärts. Gegen Chalon gab sich Nymburk erst nach zwei Verlängerungen geschlagen, und auch der Berliner 88:75-Erfolg in Prag war schwieriger als das Resultat vermuten lässt.
Alte Bekannte: Trainer Oren Amiel war von 2022 bis 2024 Headcoach in Bamberg. Jaromir Bohacik spielte 2022/23 für Bamberg und Ondrej Sehnal von 2021 bis 2023 für Braunschweig. Keyshawn Feazell spielte in der vergangenen Saison für Bamberg und (der aktuell offenbar verletzte) Wes Dreamer für Dresden in der ProB.
Livestream / TV: Chris Schmidt kommentiert die Übertragung aus Prag ab 18:15 Uhr live hier bei Dyn. Dyn überträgt alle Spiele der Basketball Champions League live und auf Abruf.



















