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Home/Newscenter/Das wahre Gesicht: Oldenburger Kehrtwende unter Lazar Spasic

BBL PokalDas wahre Gesicht: Oldenburger Kehrtwende unter Lazar Spasic

20. Februar 2026

Mit nur einem Sieg aus den ersten zehn Ligaspielen waren die EWE Baskets Oldenburg in die Saison gestartet, nun aber haben die Donnervögel acht ihrer jüngsten zehn Partien gewonnen und sich aus dem Tabellenkeller bis auf die Play-In-Ränge vorgearbeitet. In der ersten Saisonhälfte schöpften die Donnervögel vor allem aus ihren Erfolgen im BBL Pokal Selbstbewusstsein – hält das auch beim BMW TOP FOUR 2026 an?

Text: Jan Finken

Bremerhaven, Würzburg, Vechta – das war Oldenburgs Weg ins Pokalwochenende in München. Es waren lange Zeit die einzigen Erfolge für die Oldenburger in der ersten Saisonhälfte, abgesehen vom spektakulären 108:85-Sieg gegen Aufsteiger VET-CONCEPT Gladiators Trier und der 52-Punkte-Show von Point Guard Chris Clemons. Sportlich aufwärts ging es allerdings erst, als Lazar Spasic das Ruder auf dem Cheftrainer-Posten übernahm. Der erst 33-Jährige kam im Sommer mit Rückkehrer Predrag Krunic nach Oldenburg und wurde schon damals als großes Trainertalent gepriesen. Perspektivisch wurde dem Serben auch ein Headcoach-Posten zugetraut. Schneller als gedacht bekam Spasic die Chance, dies zu beweisen: Als Krunic aufgrund der anhaltenden sportlichen Misere gehen musste, trauten die Oldenburger Verantwortlichen dem jungen, gleichwohl schon erfahrenen Assistenten zu, das Ruder an der Hunte herumzureißen. Das erste Spiel unter Spasic‘ Regie Mitte Dezember ging gegen Meister München zwar verloren, danach starteten die EWE Baskets aber einen 5:0-Lauf, ehe Heidelberg die Erfolgsserie der Niedersachsen unterbrach. Das sollte sich aber nur als kleiner Rückschlag entpuppen, denn danach gewann Oldenburg wieder die nächsten drei Spiele und hat in der Tabelle längst Tuchfühlung zu den Playoff-Plätzen aufgenommen.

Zeigen die EWE Baskets Oldenburg also momentan ihr wahres Gesicht? Es scheint so, denn die Mannschaft spielt unter Spasic deutlich aggressiver, konstanter und variantenreicher als zuvor. Die Qualität der einzelnen Spieler war ohnehin von Beginn über Zweifel erhaben: Angeführt vom bulligen Spielmacher Clemons (18,9 PPG und 4,4 APG), der an den ehemaligen Bayern-Star Carsen Edwards erinnert, und dem ehemaligen Bonner Brian Fobbs (14,4 PPG, 4,5 RPG, 2,6 APG) zeigen die Baskets inzwischen ihr Potenzial. Weiterer Eckpfeiler des Teams ist der deutsche Nationalspieler Nicholas Tischler, der nicht nur als bissiger Verteidiger, sondern auch als Allzweckwaffe in der Offensive (10,5 PPG, 2,7 RPG) glänzt. Neben der Übernahme von Spasic als Headcoach war auch die Nachverpflichtung von Tomislav Zubcic ein Schlüssel zur sportlichen Trendwende. Der ehemalige kroatische Nationalspieler brachte die osteuropäische Schlitzohr-Mentalität mit nach Niedersachsen; Zubcic (9,4 PPG, 3,0 RPG, 1,6 APG, 0,7 SPG) ist ein Akteur, den man lieber bei sich als beim Gegner hat.

Grundsätzlich zeichnen sich die EWE Baskets durch ihre Ausgeglichenheit aus: Neun Spieler erzielen mehr als fünf Punkte pro Spiel. Und für die Crunchtime haben die Oldenburger ja „Mr. Clutch“: Chris Clemons hat nun schon einige Male bewiesen, dass er keine Scheu hat, den letzten Wurf zu nehmen – in der Regel erfolgreich, wie seine Gamewinner im Pokal in Vechta (Video) oder in der Liga gegen ALBA (Video) beweisen. Die Berliner dürften als Oldenburgs Halbfinal-Gegner beim BMW TOP FOUR also gewarnt sein, dass mit dem Pokalsieger von 2015 in diesem Jahr wieder zu rechnen ist.

Live-Berichterstattung am Pokalwochenende

Das gesamte BMW TOP FOUR um den BBL Pokal wird hier bei Dyn mit insgesamt 17 eingesetzten Kameras am Spielfeld und Backstage so hautnah wie noch nie zuvor im deutschen Basketball in einzigartiger Qualität übertragen. Zusätzlich gibt es alle drei Pokal-Partien in Übertragungen vom Bayerischen Rundfunk (erstes Halbfinale und Finale) und vom RBB (zweites Halbfinale) live und free hier im Livestream bei Sportschau.de.