Die besondere Brisanz: Die Ziele beim FC Bayern München sind logischerweise stets die höchsten. National strebt der Club nach dem Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Die Auslosung für das Viertelfinale im BBL Pokal hat der Mannschaft von Trainer Gordon Herbert nun allerdings eine hohe Hürde beschert, denn am Ende einer erneut betriebsamen Woche müssen die Münchner zu den VET-CONCEPT Gladiators Trier reisen. Die sind nicht nur bestens in Form, sondern auch: Tabellenführer der easyCredit BBL! Keine Frage: Diese Partie hat für den Favoriten und amtierenden Deutschen Meister unliebsames Überraschungspotenzial (obwohl: So ganz überraschend wäre ein Trierer Sieg angesichts dieser Saison gar nicht). Bislang sind die Bayern übrigens hervorragend mit den Doppelspielwochen in der Euroleague zurechtgekommen: Dreimal gewannen sie unmittelbar nach jeweils zwei internationalen Auftritten unter der Woche das darauffolgende Spiel (96:79 gegen Hamburg, 99:64 im BBL Pokal gegen Braunschweig und 93:81 gegen Heidelberg).
Status quo: Dass Aufsteiger Trier den ersten Platz im Klassement übernommen hat, ist zunächst einmal dem sechsten Sieg im siebten Spiel zu verdanken. Am vergangenen Wochenende setzte sich die Mannschaft von Trainer Jacques Schneider bei den MLP Academics Heidelberg mit 80:76 durch. Schon zuvor hatte der Liganeuling viele starke Leistungen geboten und sich auch von der ersten Saisonniederlage in Oldenburg nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wettbewerbsübergreifend wurden übrigens alle fünf Heimspiele gewonnen. Trier genoss den Vorteil, sich eine ganze Woche lang auf das Pokalduell vorbereiten zu dürfen, während die Bayern in der EuroLeague am Mittwoch gegen Barcelona (wo sie knapp mit 74:75 unterlagen) und am Freitag bei Efes Istanbul in Antalya (72:74) gefordert waren. In der Liga mussten sie sich am vergangenen Sonntag durchaus strecken, um bei RASTA Vechta mit 77:74 zu bestehen.
Der Weg ins Viertelfinale: Als Aufsteiger waren die Moselstädter bereits in der ersten Runde gefordert, allerdings meisterten sie diese Aufgabe beim 87:67 in Tübingen ausgesprochen souverän. Im Achtelfinale gastierten die Telekom Baskets Bonn in Trier – und die VET-CONCEPT Gladiators verpassten den Rheinländern eine 107:90-Abreibung. Bayern München musste erst im Achtelfinale in den Wettbewerb einsteigen, dort bezwangen Vladimir Lucic & Co. die Basketball Löwen Braunschweig vollkommen ungefährdet mit 99:64. Justus Hollatz avancierte mit 21 Punkten zum Topscorer, die besten Aktionen gibt es hier:
Duelle im Fokus: An der Seitenlinie kommt es – sofern die Gesundheit des Weltmeistertrainers es zulässt – zu einem besonderen Aufeinandertreffen. Der jüngste Headcoach der Beletage, Jacques Schneider (33), trifft auf den doppelt so alten Gordon Herbert (66), der in dieser Saison damit auch der älteste Headcoach ist. Als Schneider 1992 geboren wurde, stand Herbert noch als Spieler in Finnland auf dem Parkett und hatte seine Karriere in der kanadischen Nationalmannschaft zu diesem Zeitpunkt bereits beendet. Schneider hospitierte übrigens einst bei Herbert, wie hier nachzulesen ist.
Auf dem Spielfeld geben bei Trier, das in sieben Spielen siebenmal mit derselben Starting Five auflief, vor allem die beiden Guards Jordan Roland und Eli Brooks den Ton an. Roland (17,7 PPG) und Brooks (16,3) sind die einzigen Spieler im Kader, die beim Scoring durchschnittlich auf zweistellige Werte kommen. Logisch, dass sich die Bayern gerade auf dieses korbgefährliche Duo konzentrieren werden. Headcoach Herbert (oder sein Vertreter TJ Parker) kann in seinem vergleichsweise üppigen Kader auf viele Optionen zurückgreifen, um die Kreise der Trierer Zentralgestirne einzugrenzen – je nachdem, für wen er sich beim Spieltagskader tatsächlich entscheidet: Justinian Jessup, Kamar Baldwin, Andi Obst, Xavier Rathan-Mayes, Justus Hollatz, Stefan Jovic und seit Neuestem auch Spencer Dinwiddie: Allein diese Auflistung zeigt, wie die Favoritenrolle verteilt ist. Aber der Pokal, der hat ja bekanntlich …

Zahlen, bitte: Die Trierer stellen den dritterfolgreichsten Angriff im Oberhaus (88,0 PPG), treffen die meisten Dreier (11,9 3PM), sammeln die meisten Defensivrebounds (28,3) und produzieren die meisten Ballverluste (17,1). Die Bayern wiederum verwandeln im Schnitt die zweitmeisten Feldwurfversuche (31,5 FGM), verfügen über die beste Freiwurfquote (80,0 FT%) und blocken die meisten gegnerischen Würfe (4,8).
Die ewige Bilanz: Von 2011 bis 2015 gab es acht Spiele zwischen Trier und München, in denen sich die Bayern einen 5:3-Vorteil erspielten. Bemerkenswert: Von vier Spielen vor heimischer Kulisse entschieden die Trierer gleich drei für sich. Das vorerst letzte Duell gab es am 28. Februar 2015, als Bayern mit 92:51 gewann. In Trier hingegen gelang beim Gastspiel der Bayern am 7. Dezember 2014 ein 79:74, bei dem der damalige Trierer Headcoach Henrik Rödl (viermal als Spieler und einmal als Trainer Pokalsieger mit ALBA) an der Seitenlinie auf Bayerns Svetislav Pesic (zweimaliger Pokalsieger mit ALBA) traf. Gegenüber dem SWR blickte Rödl jetzt auf die damalige Zeit zurück und auf das Pokalspiel voraus.
Rekordverdächtig: Fünfmal gewann der FC Bayern München bisher den Pokal (1968, 2018, 2021, 2023 und 2024), mit dem sechsten Titel könnte der Club mit Bamberg gleichziehen. Rekord-Pokalsieger ist ALBA BERLIN mit elf Titeln. Trier durfte zweimal jubeln (1998, 2001), der dritte Triumph würde den Club auf eine Stufe mit Gießen, Bayreuth und den beiden Kölner Clubs BSC Saturn und 99ers befördern.
Am Rande der Bande: Die Trierer mussten in Heidelberg auf den verletzten Clay Guillozet und den für ein Spiel gesperrten Behnam Yakhchali verzichten. Bei den Bayern wird der Kader aufgrund der hohen Belastung von Spiel zu Spiel angepasst.
Im Blick des Bundestrainers: Aktuelle und ehemalige Nationalspieler gibt es bei diesem Duell zuhauf. Da ist bei Trier Routinier Maik Zirbes, der in seiner Karriere 75-mal das Trikot mit dem Adler auf der Brust getragen hat. Bei den Bayern ist die Liste imposant: Die Einsätze in der Nationalmannschaft von Johannes Voigtmann (128), Niels Giffey (118), Andi Obst (94), Justus Hollatz (59), Elias Harris (36), Leon Kratzer (31) und Oscar da Silva (29) summieren sich auf 495 Spiele – more to come!
Alte Bekannte: Triers Center Maik Zirbes hat bereits bei Roter Stern Belgrad und beim FC Bayern, für den er von Anfang 2017 bis Sommer 2018 auflief, mit Bayerns Stefan Jovic zusammengespielt. Aus seiner Münchner Zeit kennt er zudem Vladimir Lucic. Mit Elias Harris spielte Zirbes in Bamberg.
Was die Lokalpresse schreibt: Der „Volksfreund“ in Trier befasst sich natürlich auch mit dem Pokalspiel und liefert online einen stets aktualisierten Überblick vor dem Tipoff.
Bewegte Bilder: Wie Trier gegen Bonn im Achtelfinale ein Offensivspektakel in die Arena zauberte, lässt sich hier noch einmal nachvollziehen:
Sonstiges: Für den FC Bayern steht aktuell ein irrwitziges Programm auf dem Plan: Elf von zwölf Pflichtspielen bestreiten die Süddeutschen seit vergangenen Donnerstag bis einschließlich 21. Dezember in fremden Hallen … eine Herausforderung für jeden Kofferpacker und Zeugwart.
Wie es im Pokal weitergeht: Die Auslosung für das Halbfinale beim TOP FOUR (21./22. Februar) findet im Anschluss an das letzte Viertelfinale zwischen Berlin und Jena am Montag in der Berliner Uber Arena statt und wird live von Dyn übertragen.
In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Die Trierer und der Pokalwettbewerb – da war doch was? Nach 1998 wiederholten sie ihren Pokal-Coup anno 2001 gar ein zweites Mal! Headcoach damals: Don Beck. Seinerzeit an seiner Seite als Assistenztrainer: Ralph Held. Fast zweieinhalb Jahrzehnte nach diesem zweiten Triumph sind Beck und Held, die von 2002 bis 2007 gemeinsam auch in Oldenburg als Trainergespann gearbeitet haben, immer noch in der Liga aktiv – wieder gemeinsam, und wieder in Trier! Beck als „President of Basketball Operations“, Held (der 2015 auch mit den EWE Baskets als Assistenztrainer den Pokal holte) als Sportdirektor. Und jetzt mit der Chance, den Pokal möglicherweise zum dritten Mal an die Mosel zu holen. Wenn das nicht mad sexy ist!
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Sonntag ab 17:45 live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Christoph Knieper. Dyn ist das Zuhause der Basketballfans und überträgt alle Begegnungen der easyCredit BBL, des BBL Pokals, der Toyota Damen Basketball Bundesliga sowie Spiele der Basketball Champions League, der amerikanischen Collegeliga NCAA und der ING 3x3 Tour. Das umfangreiche Basketball Live-Programm wird von redaktionellen Formaten ergänzt, die auf der Dyn-Plattform und im Anschluss über die Social-Media-Kanäle von Dyn frei empfangbar sind. Dyn ist über den Webbrowser, Mobilgeräte, Tablets, Streaming-Sticks und Smart-TV verfügbar. Für Sportfans, von Sportfans. Dyn Basketball. Dein Sender. Dein Sport.


















