Die VET-CONCEPT Gladiators Trier waren das Überraschungsteam der Liga. Unterschätzt wird der letztjährige Aufsteiger nun nicht mehr; vor allem, da in der Off-Season die Schwachstelle in der Defensive behoben und die beiden besten Verteidiger der BBL-Saison 2025/26 verpflichtet wurden. Zurückgekehrt ist außerdem der letztjährige MVP-Aufbau Eli Brooks.
Saisonziel: Nachdem Trier vergangene Saison als Aufsteiger das Playoff-Viertelfinale erreicht hatte, muss nun wegen der spektakulären Neuverpflichtungen erneut die Postseason her. „Wir wollen in allen Wettbewerben kompetitiv sein und unser volles Potenzial ausschöpfen“, sagt Headcoach Jacques Schneider. Neben Meisterschaft und Pokal haben sich die Moselstädter auch für den FIBA Europe Cup qualifiziert.
Spielweise: Mit 90,4 Punkten pro Spiel war der Liga-Neuling vergangene Saison das korbgefährlichste und schnellste Team der Liga. Dafür waren die Trierer defensiv anfällig: In 34 Hauptrundenspielen kassierten sie im Schnitt 93,3 Punkte pro Partie. Mit Anpassungen im Kader sollen das offensive Tempo beibehalten und die Defensive verbessert werden.
Was ist neu: Namenssponsor VET-CONCEPT ist seit April Mehrheitsgesellschafter der Trierer. Das Präsidium um die bisherigen Hauptgesellschafter Achim Schmitz und Christian Rech, die die Lizenz im Jahre 2015 nach der Insolvenz übernahmen und den Club wieder zu einem Bundesligastandort entwickelten, bleibt für mindestens fünf weitere Jahre bestehen.
Die große Personalie: Die Rückkehr von Eli Brooks ist der größte Coup des Trierer Transfersommers. Der Point Guard hatte vergangene Spielzeit in den ersten Spielen bei den Gladiators MVP-Potenzial angedeutet, ehe er dem Lockruf aus Spanien erlag. Nun ist er gleich für zwei Jahre wieder zurück und soll gemeinsam mit Jordan Roland ein spektakuläres wie effektives Backcourt-Duo bilden.
Wichtigster Zugang: … ist ein Duo: Um die Baustellen in der Defensive zu beheben, verpflichteten die Trierer in EJ Onu und Justin Simon die beiden besten Defensivspieler der vergangenen BBL-Saison (Erster und Zweiter bei der Wahl zum „Defensive Player of the Year“). Onu soll dem Team dringend benötigte Rim Protection geben, Simon hat sich in den vergangenen Jahren als defensiver Allrounder auf den Forward- und Guard-Positionen einen Namen gemacht.
Alte Bekannte: Topscorer Jordan Roland konnte für zwei Jahre weiterverpflichtet werden, auch der nahe Trier geborene Maik Zirbes bleibt zwei weitere Jahre und führt das Team als Kapitän an. Geblieben sind ferner Marco Hollersbacher, Marten Linßen, Evans Rapieque, Clay Guillozet und Behnam Yakhchali.
Zahlen, bitte: 2 – für so viele Saisons sind gleich acht Akteure der Trierer (weiter)verpflichtet worden: Eli Brooks, Jordan Roland, Bennet Hundt, EJ Onu, Maik Zirbes, Moritz Krimmer, Marco Hollersbacher und Evans Rapieque.
Der Trainer: Jacques Schneider geht in seine zweite Saison als BBL-Headcoach und ist mit 34 Jahren weiter jüngster Trainer der Liga.

Der Anführer: Rückkehrer Eli Brooks wird von Beginn an direkt wieder eine Schlüsselrolle bekleiden, Topscorer Jordan Roland soll das Team offensiv weiter anführen. Die beiden ehemaligen Nationalspieler Behnam Yakhchali (Iran) und Maik Zirbes (Deutschland) sind zudem wichtige Wortführer im Team.
Under Pressure: Vor allem die Hoffnungen und Erwartungen, die sich in der Personalie Eli Brooks bündeln, sind enorm. Man darf gespannt sein, ob er nach einer kompletten Saison wieder in den Kreis der MVP-Kandidaten rückt, wie es sich Anfang der vergangenen Saison angedeutet hatte.
Highlight-Maschine: … kann EJ Onu werden. Der 2,11 Meter große Big Man war vergangene Saison für Bamberg der beste Shotblocker der Liga (2,0 BPG)
Der nächste Schritt: … wird Marco Hollersbacher zugetraut. Er bringe das „Gesamtpaket an Kraft, Athletik, Spielintelligenz, Spacing, Cutting und Offensiv-Rebounding mit“, so Headcoach Schneider. Wenn er jetzt noch seine Dreierquote steigern würde (27,6 Prozent vergangene Saison), dürften sich für den 25-Jährigen „einige Spitzenklubs interessieren“, so Schneiders Prophezeiung.
Offene Fragen: Mit dem Start in drei Wettbewerben, national und international, begibt sich der Klub auf ungewohntes Terrain. Wie verkraften die Trierer diese neue Mehrfach-Belastung?
Vermisstenanzeige: Publikumsliebling JJ Mann hat von 2023 bis 2026 in Trier gespielt, sich dabei nach einer schweren Verletzung wieder zurückgekämpft, aber für eine weitere Saison im Oberhaus reicht es jetzt für den 35-Jährigen nicht mehr: Er hat sich ProA-Aufsteiger ETB Essen Miners angeschlossen.
Randnotiz / Sonstiges: Neben dem Sport investiert der Klub auch in seine Strukturen. In unmittelbarer Nähe zur Heimspielstätte SWT Arena sollen Trainingshallen für Profis und Jugend sowie weitere Sport- und Freizeitmöglichkeiten entstehen. Geplanter Baubeginn ist im Frühjahr 2027.
Bis zum Start der Saison 2026/27 am Freitag, den 18. September wird es auf der Liga-Homepage zu jedem Team eine Preview geben, wobei Braunschweig (Wildcard) und Hagen (Aufsteiger) zuerst vorgestellt werden und Berlin, München und Bamberg als Champion, Vizemeister und Pokalsieger als letztes.














