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Home/Newscenter/ROSTOCK SEAWOLVES: Klare Worte an der Ostsee

Team-PreviewROSTOCK SEAWOLVES: Klare Worte an der Ostsee

09. September 2026

Zwei Jahre am Stück landeten die ROSTOCK SEAWOLVES zuletzt in den Play-Ins, beide Male verpasste der Club letztlich aber den Sprung in die anschließenden Playoffs. 2026/27 unternehmen die Basketballer aus Mecklenburg-Vorpommern mit einem Kern aus bekannten Spielern wie DeAndre Lansdowne und TJ Crockett sowie namhaften Neuzugängen mit BBL-Erfahrung den nächsten Anlauf, erstmals im Viertelfinale dabei zu sein.

Saisonziel: Headcoach Przemyslaw Frasunkiewicz äußerte große Ambitionen bei der Pressekonferenz vor dem Saisonstart: „Im Profisport muss man immer hoch hinaus wollen. Wir wollen in der Basketball Bundesliga gegen jeden bestehen. Wir haben vor niemandem Angst und werden nicht zögerlich auftreten. Wir wollen extrem aggressiv spielen und am Ende einfach jeden schlagen“ – und in einer Umfrage unter den BBL-Headcoaches ging er sogar noch weiter. Vorstand Sport Jens Hakanowitz möchte „die Ergebnisse der letzten Saison auch in der Bundesliga […] übertreffen“, Vorstandsvorsitzender André Jürgens spricht davon, eine unvollendete Mission zu beenden und „die Playoffs zu erreichen“.

Spielweise: Die Seewölfe möchten, auch das betonten sie vor dem Saisonstart, attraktiven Basketball bieten. Grundlage dafür soll der oben erwähnte „extrem aggressive“ Stil sein.

Was ist neu: Die Fans der Ostseestädter dürfen sich zum einen auf viele neue Gesichter freuen, die eine Menge Erfahrung mit auf das Parkett bringen: Zach Copeland (zuvor Bamberg), Philipp Hartwich (Braunschweig), Johnathan Stove (Würzburg), Todd Withers (Canterbury, Neuseeland) und Artur Konontsuk (Bursaspor, Türkei). Mit Ausnahme von Withers kennen alle Neuen die Liga. Außerdem steht eine neue Herausforderung vor der Tür: Rostock spielt erstmals im EuroCup.

Zahlen, bitte: Das Quartett der Neuzugänge mit Deutschland-Erfahrung blickt auf insgesamt 326 Spiele in der Beletage zurück.

Die große Personalie: Im wahrsten Sinne des Wortes groß ist einer der Neuzugänge im Team der Rostocker, denn Philipp Hartwich mit seinen 2,18 Metern können in der easyCredit BBL einzig Vechtas Tibor Pleiß und Berlins Norris Agbakoko exakt auf Augenhöhe begegnen. Für den Big Man ist es das zweite Engagement an der Ostsee: Schon 2024/25 stand er dort im Kader.

Wichtigster Zugang: In seiner Zeit bei den EWE Baskets Oldenburg hat der estnische Nationalspieler Artur Konontsuk angedeutet, welchen Wert er für ein Team haben kann. Mit unermüdlichem Ehrgeiz und einer tadellosen Einstellung spielte er sich rasch in die Herzen der Fans, offensiv wie defensiv ist auf ihn Verlass. In der Türkei verwandelte er zuletzt in der Liga starke 43,5 Prozent seiner Dreier, bei der EM 2025 überzeugte er in fünf Auftritten mit 11,4 Zählern pro Partie.

Alte Bekannte: Neben Rückkehrer Hartwich ist auch der achtmalige deutsche Nationalspieler Robin Amaize ein Spieler, den es aufs Neue auf dem Parkett zu begrüßen gilt. In der Vorsaison erlitt er gleich im ersten Spiel eine schwere Verletzung an der Achillessehne, nun will der inzwischen 32-Jährige wieder angreifen.

Der Trainer: Seit 2024 ist Przemyslaw Frasunkiewicz Headcoach der SEAWOLVES. Der ehemalige polnische Nationalspieler gewann 2023 als Trainer mit Wloclawek den FIBA Europe Cup.

Der Anführer: 178-mal stand DeAndre Lansdowne bereits auf dem BBL-Parkett. Der 37-Jährige ist die personifizierte Routine im Kader und genießt bei den Rostocker Fans hohes Ansehen.

DeAndre Lansdowne (links) und TJ Crockett streben mit Rostock in die Playoffs. (Foto: Christoph Worsch)

Highlight-Maschine: TJ Crockett geht in seine zweite Rostocker Saison, und es ist wahrscheinlich, dass er sich ab und an in die Spieltags-Highlights werfen oder dunken wird. Einst hieß es über den Guard sogar: „Get him in the dunk contest“.

Under Pressure: Angesichts der internen Konkurrenz auf den Guard-Positionen wird Elias Baggette einiges anbieten müssen, um auf seine Minuten zu kommen. Zuzutrauen ist es dem 24-Jährigen aber allemal.

Der nächste Schritt: Stattliche 2,14 Meter misst Center Bent Leuchten. Der 23-Jährige deutete in seinen 34 BBL-Spielen der Vorsaison seine Klasse an, stand durchschnittlich 11:58 Minuten auf dem Parkett und erzielte dabei 5,0 Punkte und 3,9 Rebounds. Nicht ausgeschlossen, dass seine Rolle sogar noch wächst.

Jung und talentiert: Wie viel Platz lässt Frasunkiewicz den Youngstern? Die Doppelbelastung aus Liga und EuroCup könnte zumindest dafür sorgen, dass ein Big Man wie Bruno Loll (19 Jahre) den arrivierten Kräften Verschnaufpausen liefern darf. Im Test gegen Hamburg kam zudem Matthes Tilsen (20) auf neun Punkte.

Offene Fragen: Spannend wird insbesondere zu beobachten sein, ob Robin Amaize nach seiner langen Verletzung wieder auf das zuvor bekannte Niveau kommt. Und ob die auf dem Papier reizvolle Mischung aus den verbliebenen Leistungsträgern und neuen Kräften stimmig zusammenwirkt. Auch nicht zu unterschätzen: Gleich sieben Spieler sind mindestens 30 Jahre alt – wie steht es um die Fitness im engen Spielplan?

Vermisstenanzeige: Mit seinen durchschnittlich 14,0 Punkten, 6,0 Rebounds und 1,3 Assists spielte D’Shawn Schwartz 2025/26 eine zentrale Rolle bei den SEAWOLVES und gehörte zu den Akteuren, denen man gern bei der Arbeit zugeschaut hat. Schwartz hat sich South East Melbourne Phoenix in Australien angeschlossen. Und in Sid-Marlon Theis verließ der letzte Akteur aus dem Aufstiegskader den Club – nach stattlichen sechs Jahren im Trikot der SEAWOLVES.

Randnotiz / Sonstiges: Auf das Heimspiel gegen Jena in der easyCredit BBL folgt direkt ein Auswärtstrip mit gleich vier Pflichtspielen am Stück in der Fremde.

Bis zum Start der Saison 2026/27 am Freitag, den 18. September wird es auf der Liga-Homepage zu jedem Team eine Preview geben, wobei Braunschweig (Wildcard) und Hagen (Aufsteiger) zuerst vorgestellt werden und Berlin, München und Bamberg als Champion, Vizemeister und Pokalsieger als letztes.