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Home/Newscenter/Basketball Löwen Braunschweig: jung, Wildcard, hungrig

Team-PreviewBasketball Löwen Braunschweig: jung, Wildcard, hungrig

08. September 2026

Die Basketball Löwen Braunschweig waren sportlich abgestiegen, blieben dank einer Wildcard aber erstklassig. So wird in der Saison 2026/27 das Ziel mehr denn je der Klassenerhalt sein, zumal Headcoach Ramon Diaz einen großen Umbruch meistern muss. Nur das Trio Chip Flanigan, Benny Schröder und Ferdinand Zylka aus der festen Rotation ist geblieben.

Saisonziel: Als sportlicher Absteiger der vergangenen Saison ist das Ziel der Basketball Löwen Braunschweig für die Spielzeit natürlich der Klassenerhalt. Dass das nicht einfach werden wird, zeigt die jüngere Vergangenheit: Die vergangenen drei Teams, die nach einem sportlichen Abstieg mit einer Wildcard an den Start gingen, mussten in der Folgesaison letztlich doch den Gang in die zweite Liga antreten (Frankfurt, Gießen, Crailsheim). Neben dem Klassenerhalt haben sich die Löwen zudem weiter die Nachwuchsarbeit auf die Fahne geschrieben.

Spielweise: Headcoach Ramon Diaz möchte die Verteidigung verbessern, nur Weißenfels wies in der vergangenen Saison ein schwächeres Defensiv-Rating auf. Die Löwen wollen auf das Tempo drücken, auch im Frontcourt finden sich dafür die passenden, athletischen Spieler wie beispielsweise Neuzugang Zaba Bangala. Für die Löwen kann es nur im Kollektiv funktionieren, denn über den herausstechenden Einzelspieler verfügen die Braunschweiger nicht.

Was ist neu: Elf Rotationsspieler haben den Verein verlassen, darunter die sieben besten Scorer. Einzig Chip Flanigan, Benny Schröder und Ferdinand Zylka sind aus der Rotation verblieben. Bei Flanigan gibt es dennoch eine Neuigkeit, zur kommenden Saison läuft der Flügelspieler mit deutschem Pass auf.

Zahlen, bitte: 14 … Tabellenplätze rutschten die Braunschweiger in der vergangenen Spielzeit im Vergleich zu ihrer Überraschungssaison 2024/25 ab, es ging vom dritten auf den 17. Rang nach der Hauptrunde – rekordverdächtig. Die Löwen waren eines von nur sechs Teams in der Ligageschichte, seitdem die Beletage 1975 eingleisig geworden ist, die nach einer Playoff-Teilnahme in der Folgesaison sportlich abgestiegen sind.

Die große Personalie: Auf Devin Askew wird (gerade zu Saisonbeginn) viel Verantwortung zukommen, der 1,92 Meter große Combo-Guard soll die Löwen-Offensive anführen. Im Lauf seiner College-Zeit hat sich der 24-Jährige einen ordentlichen Distanzwurf angeeignet. Askew wird seine erste Profistation absolvieren, auf eine neue Umgebung aber hatte er sich schon häufig einlassen müssen: In sechs Jahren in der NCAA hat er bei fünf verschiedenen Colleges gespielt, in seiner letzten NCAA-Spielzeit wurde er zum „Sixth Man of the Year“ seiner Conference gewählt. Übrigens: Askew gewann bei der U18-WM 2019 im 3x3 Gold mit der US-Auswahl.

Wichtigster Zugang: Dass ein sportlicher Absteiger einen deutschen Leistungsträger von einem Champions-League-Team verpflichten kann, kommt nicht so häufig vor. Doch genau das haben die Löwen geschafft: Aus Würzburg holten die Braunschweiger Eddy Edigin. Vom Center werden sich die Löwen eine Präsenz am Korb mit starkem Rebounding und viel Erfahrung erhoffen. Zunächst muss Edigin aber wieder fit werden; in der Vorbereitung fehlte er aufgrund eines Muskelfaserrisses.

Ramon Diaz wurde während der Vorsaison nach Braunschweig geholt und geht auch in die neue Spielzeit als Headcoach der Basketball Löwen. (Foto: Josh Hoffmann)

Der Trainer: Ramon Diaz war im Lauf der vergangenen Saison nach Braunschweig gekommen. Auch wenn der Spanier den sportlichen Abstieg nicht verhindern konnte, zeigte sich das Team unter ihm mit sechs Siegen aus 15 Spielen verbessert. „Er hat der Mannschaft viel Energie und Überzeugung gegeben und findet in den jeweiligen Situationen die passende Ansprache“, sagte Geschäftsführer Nils Mittmann im Zuge der Vertragsverlängerung über den Headcoach. Diaz ist neben Berlins Pedro Calles, Bambergs Jesus Ramirez und Ludwigsburgs Carles Duran einer von vier spanischen Headcoaches in der Beletage.

Der Anführer: Dienstältester Akteur, mit 28 Jahren drittältester Spieler, seit vergangener Saison Co-Kapitän: In die Anführerrolle könnte Ferdinand Zylka schlüpfen. Der Guard kann einer der gefährlichsten deutschen Dreierschützen in der Liga sein, muss aber zeigen, dass er sich darüber hinaus noch weiterentwickeln kann.

Der nächste Schritt: Benny Schröder wird in seine dritte Spielzeit in Braunschweig gehen. In der vergangenen Saison mangelte es zwar etwas an der Konstanz, seine Vielseitigkeit, auf beiden Forward-Positionen aufzulaufen, und seine Athletik ließ er dennoch immer wieder aufblitzen. Mit erst 23 Jahren ist Schröder der nächste Schritt zuzutrauen, zumal er unter den einheimischen Akteuren mehr Verantwortung erhalten sollte. In den letzten vier Testspielen ließ er das mit durchschnittlich 15,0 Punkten pro Spiel erkennen.

Jung und talentiert: „Jung, wild, hungrig“ haben sich die Löwen seit Jahren auf die Fahne geschrieben, und auch wenn der Fokus auf junge, deutsche Talente zuletzt mit nicht mehr ganz so viel Einsatzzeit einherging, gibt es den einen oder anderen Spieler, der unter den Slogan fällt … wie Romario Holloway. Der 21-jährige Big Man lief in der vergangenen Saison zwar nur in zehn Spielen auf, dafür für immerhin durchschnittlich gut zehn Minuten, in denen er sich effektiv präsentierte (71,4 FG%). Durch die Verletzung von Eddy Edigin könnte Holloway direkt zum Saisonstart einige Minuten sehen.

Offene Fragen: Werden die Braunschweiger vor dem Saisonstart noch einen Aufbauspieler verpflichten? Aktuell stehen für die Eins nur Neuzugang Devin Askew, der seine erste Profisaison absolvieren wird, und Rückkehrer Gian Aydinoglu, der in seinen vorherigen drei Spielzeiten bei den Löwen nie mehr als neun Minuten pro Partie absolvierte, zur Verfügung.

Randnotiz / Sonstiges: Als Hauptgesellschafter wird Dennis Schröder natürlich wieder genau beobachten, was sein Heimatclub treibt, vielleicht schaut der Welt- und Europameister auch zu Saisonbeginn wieder vor Ort vorbei.

Bis zum Start der Saison 2026/27 am Freitag, den 18. September wird es auf der Liga-Homepage zu jedem Team eine Preview geben, wobei Braunschweig (Wildcard) und Hagen (Aufsteiger) zuerst vorgestellt werden und Berlin, München und Bamberg als Champion, Vizemeister und Pokalsieger als letztes.