Die besondere Brisanz: Von detaillierter Vorbereitung auf den kommenden Gegner darf Anton Gavel nur träumen. Bestes Beispiel ist die laufende Woche: Die Partie am Sonntag bei den ROSTOCK SEAWOLVES (ein Nachholspiel des dritten Spieltags) ist für den FC Bayern Basketball die dritte binnen sechs Tagen. Vor einer der längsten Auswärtstouren der Süddeutschen in der laufenden Saison beschäftigt sich unser Kolumnist Stefan Koch übrigens in seinem Nachschlag mit der sehr großen Belastung der Münchner, die in den kommenden Wochen anhalten wird.
Status quo: In der easyCredit BBL erlebten die beiden Kontrahenten zuletzt ein gegensätzliches Wochenende. Während die Bayern nach ihrem Pokalerfolg auch in der Liga einen Sieg gegen Hamburg feierten (96:77), verspielte Rostock in Weißenfels eine zwischenzeitliche 81:68-Führung und musste sich nach Verlängerung mit 98:103 geschlagen geben. Im EuroCup folgte eine 83:86-Niederlae bei Baglietto Derthona Tortona. Rückschläge erlitten derweil die Bayern in der EuroLeague: Durften sie zunächst gegen Barcelona noch auf einen Sieg hoffen (um am Ende doch mit 84:88 zu verlieren), waren sie bei Roter Stern Belgrad komplett ohne Chance (73:103).
Duell im Fokus: An SEAWOLVES-Center Bent Leuchten (der übrigens in München geboren wurde) lag es nicht, dass Rostock in der Liga in Weißenfels eine Niederlage kassierte. Der 2,14-Meter-Mann durfte in Abwesenheit des angeschlagenen Owen Klassen 28:16 Minuten lang spielen und beeindruckte dabei mit 23 Punkten, zehn Rebounds und einem Effektivitätswert von 30. Spielzeit, Punkte und Rebounds markierten persönliche Bestwerte seiner bisherigen BBL-Karriere. Gegen den FC Bayern erwartet den erst 23-Jährigen nun gewiss Schwerstarbeit, denn im Kader der Münchner stehen einige arrivierte Big Men wie Johannes Voigtmann, Austin Wiley oder Johannes Thiemann.

Zahlen, bitte: Am Sonntag treffen zwei ausgesprochen offensivfreudige Teams aufeinander. Die Bayern erzielen mit durchschnittlich 99,8 Punkten die meisten pro Partie, Rostock ist Vierter mit 92,0 Zählern. Bei der Treffsicherheit liegen die Mannschaften weiter auseinander: München versenkt 53,0 Prozent seiner Versuche aus dem Feld (1.), Rostock 46,4 Prozent (10.).
Die ewige Bilanz: Noch nie (!) konnten die ROSTOCK SEAWOLVES gegen den FC Bayern Basketball gewinnen. Seit 2023 standen sich die Clubs achtmal gegenüber, achtmal hieß der Sieger München. Am deutlichsten war es am 26. April 2023 beim 108:76, am knappsten beim 91:85 am 7. Januar 2024.
Was die Lokalpresse schreibt: Die „Ostsee Zeitung“ blickt auf die Baustelle, auf der gerade das neue Trainingszentrum der SEAWOLVES entsteht. Für Sportvorstand Jens Hakanowitz markiert der Bau einen „Riesenschritt nach vorn“. (Paywall)
Was die KI meint (ChatGPT): Was muss passieren, damit Rostock am Sonntag zum ersten Mal überhaupt gegen München gewinnt? „Rostock braucht am Sonntag einen nahezu perfekten Tag: maximale Leidenschaft, aggressive Zweikampfführung und eine kompakte Defensive, die Münchens Offensivpower früh ausbremst. Entscheidend ist, die wenigen Chancen eiskalt zu nutzen, Ballverluste im Aufbau zu vermeiden und bei Standards gefährlich zu werden. Dazu braucht Hansa einen überragenden Torwart, taktische Disziplin über 90 Minuten und das Ostseestadion als zwölften Mann. Wenn München Chancen liegen lässt und Rostock an seine Sensation glaubt, ist die historische Überraschung möglich. Favorit bleibt aber München.“ Ähh, ja, gut, wir hätten die Frage wohl etwas anders formulieren sollen …
Trainer-Take: „Wenn ein Team über die Größe und die Körper verfügt, die vermeintliche Dominanz der Bayern auf der Waage zu matchen, ist es Rostock. Die Münchner erwartet mehr physische Gegenwehr als üblich in der BBL. Wenn die Rostocker die Bayern auf einen Wurf reduzieren und selbst mit Offensiv-Rebounds nachfassen könnten, dann kommen die Münchner vielleicht ins Nachdenken. Darüber hinaus muss Rostock ein Mittel gegen die Ice-Defense finden und jede Offense mit einem Wurf abschließen, also keine Ballverluste produzieren. Bei Bayern entscheidet nach dem Doppelspieltag in der EuroLeague die mentale Verfassung.“
Meilensteine: Rostocks Dominic Lockhart fehlen noch neun Punkte bis 1.500, fünf Dreier bis 250, zwei getroffene Feldwürfe bis 500 und sechs Steals bis 250. Justinian Jessup (München) benötigt drei Dreier bis 200.
Alte Bekannte: Robin Amaize spielte 2018/19 und 2020/21 für München und feierte dort 2019 die Meisterschaft und 2021 den Pokalsieg. Die Titel erreichte er damals mit Vladimir Lucic, dem einzigen auch aktuell noch bei den Bayern aktiven Profi von damals. Rostocks Philipp Hartwich und Münchens Kamar Baldwin kennen sich aus Göttingen (2021/22).
In Zivil: Den Rostockern fehlten in Weißenfels Owen Klassen und Dominic Lockhart. Lockhart kehrte im Eurocup für einige Minuten zurück aufs Parkett. Bei den Münchnern pausierten am Donnerstag in Belgrad Justinian Jessup, Kamar Baldwin und MarJon Beauchamp.
Alte Bekannte: Robin Amaize spielte 2018/19 und 2020/21 für München und feierte dort 2019 die Meisterschaft und 2021 den Pokalsieg. Die Titel erreichte er damals mit Vladimir Lucic, dem einzigen auch aktuell noch bei den Bayern aktiven Profi von damals. Rostocks Philipp Hartwich und Münchens Kamar Baldwin kennen sich aus Göttingen (2021/22).
Weise Worte: Rostocks Trainer Przemyslaw Frasunkiewicz hielt für die ersten 35 Minuten in Weißenfels fest: „Wir haben gut gespielt.“ Mit Blick auf das, was dann folgte, ging er mit seinen Schützlingen nach der Overtime-Schlappe aber hart ins Gericht, als er „mangelnde Reife“ und „zu viel Eigennutz“ erkannte: „Anstatt das Tempo und die Ballbesitzphasen zu kontrollieren, sind wir völlig außer Kontrolle geraten. Wir haben völlig die Fassung verloren – einfach nur wild. Und genau das passiert einem, wenn man sich bei Auswärtsspielen so verhält.“
Bewegte Bilder: Warum die Angelegenheit beim SYNTAINICS MBC für die SEAWOLVES außer Kontrolle geriet, zeigen die Highlights der Partie:
Livestream / Fernsehen: Die Partie wird am Sonntag ab 14:45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Heiko Schaffartzik.
Anmerkung der Redaktion:
- Die Vorberichte (sowie auch die Nachberichte) werden geschrieben von unserem zwölfköpfigen Redaktionsteam von Basketball-Journalisten, die sich mit dem deutschen Basketball und speziell mit der easyCredit BBL befassen.
- Für die Rubrik „Trainer-Take“ äußert sich aus einem Pool von Co-Trainern je ein Assistent Coach eines Bundesligisten anonym zu einer anstehenden Partie, an der sein Verein nicht beteiligt ist. Auf welches Team oder welchen Aspekt er sich dabei konzentriert, ist ihm freigestellt.
- KI-Tools werden lediglich für die Rubrik „Was die KI meint“ sowie gelegentlich für die Recherche zur Rubrik „Alte Bekannte“ benutzt.















