Status Quo: Mit einer Bilanz von 3-2 mögen die Telekom Baskets Bonn als Sechster und die MHP RIESEN Ludwigsburg als Siebter als Tabellennachbarn in den sechsten Spieltag gehen, ein Momentum (den nationalen Wettbewerb betreffend) weiß aber nur ein Team auf seiner Seite – durch das Abschneiden im Netto BBL Pokal. Die Rheinländer setzten sich im Pokal-Achtelfinale mit 75:61 beim Rivalen aus Oldenburg durch, nachdem sie zuvor im Ligabetrieb mit 115:68 gegen Jena den zweithöchsten Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte gefeiert hatten. Die Barockstädter indes schieden im Pokal-Wettbewerb durch eine 72:75-Niederlage gegen Vechta aus, obwohl sie zur Pause mit 20 Zählern Differenz geführt hatten. Während die Bonner in Oldenburg das vierte Viertel mit 26:9 dominierten, brachen die MHP RIESEN Ludwigsburg bei ihrem Pokal-Spiel gegen Vechta im dritten Viertel mit 11:29 ein.
Die besondere Brisanz: …liegt in der bereits genannten tabellarischen Ausgangssituation. Auch wenn die Saison noch Jungs ist, weiß niemand genau, wofür ein eventueller direkter Vergleich am Ende der Saison gut sein kann - zumal zwischen den Plätzen sechs und sieben die Grenze zwischen direkter Playoff-Qualifikation und Play-Ins liegt. Wenn Ludwigsburg am Wochenende einen Pokal-Dämpfer hinnehmen musste, unterlag Bonn am Mittwochabend denkbar knapp mit 74:76 gegen Badalona (Basketball Champions League), obwohl die Baskets gar noch den Dreier zum Sieg auf der Hand hatten.
Duell im Fokus: Welchen Spieler würden die beiden Teams ins Rennen schicken, wenn es zu einem Dreier-Wettbewerb käme? Die Ludwigsburger wahrscheinlich Elijah Hughes. Der Small Forward hat seine 7,7 Versuche von Downtown aus der Vorsaison auf 8,4 Würfe pro Spiel gesteigert, nur zwei Spieler der Liga versuchen sich häufiger von Downtown. Die Quote von 40,5 Prozent (Vorsaison: 36,2 3P%) gibt Hughes recht. Zieht man Volumen und Quote heran, wäre bei Bonn John-Michael Wright ein geeigneter Kandidat: Sechsmal versucht sich der Neuzugang von außen, ganze 50,0 Prozent seiner Dreier verwandelt er. Damit hat sich Wright mit durchschnittlich 16,2 Zählern direkt zum Bonner Topscorer aufgeschwungen, Hughes legt als drittbester Ludwigsburger Werfer 13,2 Punkte pro Partie auf.

Zahlen, bitte: In der vergangenen Saison waren die Bonner das mit Abstand schwächste Dreierteam, in dieser Spielzeit sind sie hingegen das treffsicherste: 42,0 Prozent ihrer Versuche von Downtown sitzen, eine Steigerung von 14,8 Prozentpunkten! Die Ludwigsburger rangieren aktuell mit 35,5 Prozent immerhin auf dem sechsten Platz.
Die ewige Bilanz: Die Bonner haben 31, die Ludwigsburger 26 Duelle für sich entschieden. In der vergangenen Saison gelang beiden Teams ein Auswärtssieg, beide Male ging es in die Crunchtime (79:81 in Bonn; 85:86 in Ludwigsburg).
Meilensteine: Jeff Garrett (Bonn) fehlen noch 2 Rebounds bis 750.
Yorman Polas Bartolo (Ludwigsburg) fehlen noch 3 Dreier bis 300.
Patrick Heckmann (Bonn) fehlen noch 6 Steals bis 200.
Rekordverdächtig: In der ewigen Bestenliste fehlt Jonas Wohlfarth-Bottermann (Ludwigsburg) noch dieses eine Spiel, um an seinem ehemaligen Mitspieler Chris Ensminger (485 Spiele, 8. Platz) vorbeizuziehen.
Yorman Polas Bartolo (Ludwigsburg) fehlen noch fünf Offensiv-Rebounds, um mit Bernd Kruel (564 Offensiv-Rebounds, 10. Platz) gleichzuziehen.
Im Blick des Bundestrainers: Beim Blick auf die verbesserte Bonner Dreierquote muss auch dieser Spieler genannt werden: Joel Aminu netzte in der vergangenen Saison nur 26,8 Prozent ein, in dieser Spielzeit läuft er mit 46,2 Prozent heiß. Damit ist der Shooting Guard auf Kurs, deutlich einen Karrierebestwert hinzulegen – und sich vielleicht auch wieder auf den Zettel von Bundestrainer Alex Mumbru zu spielen.
M/W/D – German Basketball is mad sexy: Im Sommer 2022 sicherte sich Jonas Wohlfarth-Bottermann einen Platz im deutschen EM-Kader und holte mit der DBB-Auswahl die Bronze-Medaille. Als letzter Spieler in der EM-Vorbereitung musste Leon Kratzer gehen – der sich aber drei Jahre später in den Kader kämpfte und sich bei der EM 2025 sogar über Gold freuen konnte. Über das verlorene Kaderduell gegen WoBo vor vier Jahren dürfte Kratzer also hinweg sein. Zumal beide Center eines gemeinsam haben: einen Teil dazu beigetragen zu haben, deutschen Basketball wieder verdammt sexy zu machen.
Was die Lokalpresse schreibt: Der General-Anzeiger Bonn hat den BCL-Trip der Magentafarbenen nach Spanien genau beobachtet, und dabei erkannt, dass die knappe Pleite sicher weh tat, dafür allerdings als Auslöser dafür diente, wie besonders die magentafarnene Fan-Gefolgschaft ist. (Paywall)
Was die KI meint: Ludwigsburg steht für den blühenden Barock, Bonn ist als Geburtsstadt Ludwigs van Beethovens bekannt. Ob es da eine Verbindung gibt … haben wir Gemini gefragt (Wir haben schließlich auch einen Bildungsauftrag): „Ludwig van Beethoven und die Barockepoche sind beides zentrale Säulen der abendländischen Musikgeschichte, gehören aber unterschiedlichen Zeitaltern an. Beethoven schätzte die Musik der Barockmeister (insbesondere Johann Sebastian Bach) tief. Beide stehen für jeweils prägende Höhepunkte und epochale Umbrüche der Musikgeschichte – der Barock (ca. 1550–1750) für die Kunst des Generalbasses und prachtvolle Affekte, Beethoven (1770–1827) als Vollender der Wiener Klassik und Wegbereiter der Romantik.“
Trainer-Take: „Nach dem Einbruch in der zweiten Halbzeit gegen Vechta ist für die Ludwigsburger ein guter Start wichtig, auch weil Bonn aufgrund der personellen Kontinuität und des bisherigen Saisonverlaufs das grundsätzlich gefestigtere Team ist. Die Bonner sind an beiden Enden des Courts die bessere Halbfeldmannschaft und spielen vor allem eine exzellente Verteidigung, gegen die es den Ludwigsburgern schwerfallen dürfte zu scoren. Entsprechend muss Ludwigsburg über die eigene Verteidigung leichte Punkte in Transition generieren. In einem Full-Court-Game steigen die Ludwigsburger Chancen deutlich.“
Alte Bekannte: Die Ludwigsburger Veteranen Jonas Wohlfarth-Bottermann und Yorman Polas Bartolo haben eine Bonner Vergangenheit; WoBo begann auf dem Heartberg seine Profikarriere und war von 2009 bis 2013 in Bonn aktiv, Bartolo trug von 2016 bis 2020 das magentafarbene Trikot. Beide kennt Leon Kratzer aus gemeinsamen Frankfurter Tagen.
In Zivil: Die Bonner müssen weiter auf das Saisondebüt von Tylan Birts und Kur Jongkuch warten, die Ludwigsburger auf das von Keeshawn Kellman.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Samstag, den 24.10.2026, ab 19:45 Uhr live bei Dyn übertragen. Als Kommentator vor Ort ist Florian von Stackelberg am Mikro. Parallel ist die Partie im SPORTBILD-Livestream zu sehen.
Anmerkung der Redaktion:
Die Vorberichte (sowie auch die Nachberichte) werden geschrieben von unserem zwölfköpfigen Redaktionsteam von Basketball-Journalisten, die sich mit dem deutschen Basketball und speziell mit der easyCredit BBL befassen.
Für die Rubrik „Trainer-Take“ äußert sich aus einem Pool von Co-Trainern je ein Assistent Coach eines Bundesligisten anonym zu einer anstehenden Partie, an der sein Verein nicht beteiligt ist. Auf welches Team oder welchen Aspekt er sich dabei konzentriert, ist ihm freigestellt.
KI-Tools werden lediglich für die Rubrik „Was die KI meint“ sowie gelegentlich für die Recherche zur Rubrik „Alte Bekannte“ benutzt.














