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Home/Newscenter/Nach Extra-Schichten und Extra-Meilen: Chemnitz beim Ost-Derby in Jena

VorberichteNach Extra-Schichten und Extra-Meilen: Chemnitz beim Ost-Derby in Jena

02. Oktober 2026

Die besondere Brisanz: Für Science City Jena ist es nach dem SYNTAINICS MBC bereits das zweite Ost-Derby dieser Saison. Und da soll im zweiten Heimspiel doch auch der zweite Sieg folgen. Die NINERS Chemnitz hingegen haben schon ordentlich Minuten abgespult, sind zum Start im EuroCup unter die Räder gekommen und müssen mit Cobe Williams auf einen ihrer wichtigsten Spieler verzichten. Da wäre so ein Prestige-Sieg ebenfalls ein gern gesehener Energie-Schub.

Status quo: Nach der deutlichen 63:94-Pleite in der ersten Runde des Netto BBL Pokals verlor der letztjährigen Aufsteiger Science City Jena auch die ersten beiden Ligaspiele (62:77 beim SYNTAINICS MBC, 85:98 bei den VET-CONCEPT Gladiators Trier). Am Donnerstag gab es dann im ersten Heimspiel einen Abnutzungskampf gegen RASTA Vechta, der mit dem ersten Saisonsieg belohnt wurde (79:71). Über Abnutzung können sie auch in Chemnitz klagen: Innerhalb von 45 Stunden zwei Spiele mit Verlängerung, unter der Woche die Reise in die Türkei zum EuroCup-Auftakt und nun das Derby in Jena: Die NINERS Chemnitz waren direkt zum Saisonstart gefordert. Kein Team außerhalb von Vechta hat bislang mehr Pflichtspielminuten absolviert, zudem mussten die NINERS zu fünf ihrer ersten sechs Pflichtspiele auswärts antreten. Dass nach der 90:94-Niederlage nach Verlängerung in Hamburg zu Hause immerhin Aufsteiger Phoenix Hagen nach Overtime mit 94:93 besiegt wurde, war für das Team von Headcoach Rodrigo Pastore sicher etwas Balsam auf die strapazierte Seele. Allerdings gab es am Dienstag bei Tofas Bursa im EuroCup mit 69:82 nochmals eine deutliche Niederlage.

Duell im Fokus: Vorangehen soll bei Jena Terrence Edwards Jr. Der 24-jährige Flügelspieler zeigte nach einem ruhigen Saisonstart zuletzt, wie stark er als Scorer er sein kann: 25 Punkte standen für ihn gegen Trier zu Buche, dabei erzielte er elf der ersten 15 Jenaer Zähler. Auch im Pokal-Spiel in Gießen war Edwards mit 18 Punkten bester Werfer seines Teams und auch zuletzt gegen Vechta der spielentscheidende Mann. Das dürfte eine Aufgabe für Phlandrous Fleming Jr. werden. Der Chemnitzer Combo-Guard ist nicht nur ein aggressiver Verteidiger, sondern offensiv ein vielseitiger Spieler, was seine 14,7 Zähler, 4,3 Rebounds, 5,0 Assists und 2,3 Steals im Schnitt unterstreichen. Da Williams länger aussetzen muss, könnte Fleming auch offensiv eine noch größere Rolle neben Stef Smith einnehmen.

Terrence Edwards Jr. (mit Ball) empfängt mit Jena die NINERS Chemnitz. (Foto: Eibner-Pressefoto)

Zahlen, bitte: Jena trifft aktuell mit 30,1 Prozent nur etwa jeden dritten Dreier, Chemnitz steht mit 25,0 Prozent Dreierquote sogar am Ende der Tabelle. Überhaupt läuft bei beiden Teams noch nicht alles zusammen zu Beginn der Saison. Das zeigen auch die 19,0 Turnover der NINERS pro Spiel - wie bei den Spielminuten liegt auch da nur RASTA Vechta vor ihnen. Aber auch Jena kann mit bisher 17,3 Turnover noch besser auf den Ball aufpassen und in der Offensive nachlegen. Mit 75,3 Punkten pro Spiel steht Science City aktuell auf dem vorletzten Rang der Scoring-Tabelle, während sich Chemnitz dort mit 88,7 Punkten auf Rang fünf einreiht.

Die ewige Bilanz: Die beiden Duelle in der vergangenen Saison waren die ersten beiden in der Beletage, beide Teams gewannen ihr Heimspiel. In der ProA hatte das Ost-Derby eine lange Tradition: 31 Duelle gab es in der zweiten Liga, Jena gewann 21, Chemnitz zehn. Auf dem Weg zum Aufstieg 2016 hatte Jena dabei Chemnitz im ProA-Viertelfinale mit 3-0 ausgeschaltet.

Am Rande der Bande: Chemnitz' Spielmacher Cobe Williams musste die Partie gegen Hagen aufgrund eines disqualifizierenden Fouls frühzeitig verlassen. Infolgedessen ist er aktuell gesperrt, die Entscheidung des Spielleiters beläuft sich auf drei Partien und eine Geldstrafe. Ebenso fehlen wird der am Knie verletzte Yohan Choupas. Bei Jena fällt derzeit noch Robin Christen aus.

Im Blick des Bundestrainers: Christian Skladanowski machte den Schritt aus Würzburg nach Jena, um sich dort für höhere Aufgaben zum empfehlen. Bisher steht der 22-Jährige bei Punkten, bekommt aber mit knapp 20 Minuten ordentlich Einsatzzeit. Elias Rödl konnte in Chemnitz bisher noch nicht an seine guten Auftritte aus der Saisonvorbereitung anknüpfen, aber mit Jannis von Seckendorff hat dort ein anderer schon seine Rolle gefunden. Der Power Forward bewegt sich gut abseits des Balles und ist dann für Durchstecker da (5,3 Punkte), und arbeitet auch gut im Kampf um den Rebound, wie 4,3 Abpraller pro Spiel belegen.

Alte Bekannte: Chemnitz' Jannis von Seckendorff sowie Jenas Jemarl Baker Jr. und Raphael Falkenthal waren vergangene Saison Teamkollegen in Bremerhaven unter Steven Esterkamp.

Was die KI meint (ChatGPT) – Chemnitz musste in zwei von drei Ligaspielen in die Overtime; passiert das gegen Jena nochmal und wer gewinnt dann?
Zwei Overtimes in den ersten drei BBL-Spielen sind schon auffällig. Für das Derby bei Science City Jena würde ich aber nicht automatisch wieder mit Verlängerung rechnen. Meine Einschätzung: OT-Chance: etwa 25–30 %
Warum eher darunter als darüber? Chemnitz produziert aktuell sehr viele enge Spiele, aber die beiden Overtimes waren jeweils durch späte Ausgleichstreffer erzwungen. Das große Problem bleibt die Ballkontrolle: Gegen Hamburg waren es 25 Turnover, in Bursa am Dienstag immerhin noch 17. Dazu traf Chemnitz in Bursa nur 20 von 68 Würfen aus dem Feld. Mein Spielbild: eng bis ins vierte Viertel, aber diesmal reicht es nach 40 Minuten. Falls es tatsächlich wieder in die OT geht, sehe ich Chemnitz knapp vorne, etwa 92:95. Die NINERS haben zuletzt bereits gezeigt, dass sie solche Schlussphasen gewinnen können. Und ein wichtiger Punkt: Cobe Williams ist im EuroCup in Bursa dabei gewesen, für die BBL aber gesperrt – das ist für das Jena-Spiel relevant.

German Basketball is mad sexy: Jenas Headcoach Esterkamp und Chemnitz' Cheftrainer Pastore sind neben Anton Gavel und Klaus Perwas zwei von vier Headcoaches unserer Liga, die auch als Spieler schon in der Beletage aktiv gewesen sind. Somit haben sie das Bild der Basketball Bundesliga in den letzten 60 Jahren mitgeprägt, auf dem Feld und an der Seitenlinie. Kalendarisch feierte die easyCredit BBL am 1. Oktober nämlich runden Geburtstag; und was gibt es Schöneres als passend dazu noch einen Derby-Sieg zu feiern.

Weise Worte: Auf das erste Heimspiel folgt nun gegen Chemnitz direkt das zweite. Dabei kann Jena erneut auf den Heimvorteil bauen, den Raphael Falkenthal beim mdr positiv hervorhob: "Vechta hatte immer wieder gute Phasen, in denen sie zurückkamen, aber ich glaube genau in den Phasen war die Halle nochmal ein Stück lauter und das hat uns am Ende zurückgepusht und getragen." Gut für Science City, denn es ist wohl auch anzunehmen, dass es in der Halle beim Ost-Derby nochmal etwas lauter sein wird. Und nicht nur dieses Derby bringt Rivalität, in anderen Begegnungen des Spieltages geht es mit Revanchen heiß her - darauf hat Stefan Koch in der aktuellen Kolumne "Kochs Nachschlag" einen Blick.

Livestream / Fernsehen: Die Partie wird am Sonntag ab 16:15 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Johannes Hülstrung. Zusätzlich gibt es die Partie live und free im Rahmen des Dyn Sport Mix und damit auch auf den Dyn-Partnerplattformen Amazon Prime Video, Zattoo, Joyn, Pluto TV und ASTRA.