Status Quo: Nach der überraschenden Auftaktniederlage in Braunschweig haben sich die VET-CONCEPT Gladiators Trier gefangen und Bonn (106:80) sowie zuletzt Jena (98:85) besiegt. Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben nach ihrer Niederlage zum Saisonstart gegen Ulm auch ihre vergangenen beiden Partien gewonnen und sich gegen Rostock (81:78) sowie in Bamberg (103:96) durchgesetzt. Es treffen also zwei Teams aufeinander, die am Doppel-Spieltag zwei Siege innerhalb von drei Tagen eingefahren haben.
Die besondere Brisanz: … liegt darin, dass das frühe Aufeinandertreffen zweier Teams mit gleicher Bilanz (2-1) als Fingerzeig dient, in welche Richtung die Saison verlaufen könnte. Postseason-Ambitionen haben beide Clubs, weswegen zudem langfristig betrachtet der direkte Vergleich interessant sein dürfte. Ja, das ist reichlich viel Konjunktiv für eine Partie des 4. Spieltags, doch genau darin liegt der Reiz.
Duell im Fokus: Beide Teams verfügen über starke Guard-Duos. Dass die Trierer Offensivqualität im Backcourt aufweisen, ist aus der vergangenen Saison, als Eli Brooks und Jordan Roland (zumindest knapp drei Monate) bereits zusammenspielten, bekannt. Der eine am Anfang, der andere ab Mitte der Saison spielten sich in die MVP-Diskussion. Sollten Roland (22,0 Punkte, 3,7 Rebounds, 4,7 Assists, 2,0 Steals) und Brooks (18,3 Punkte, 3,3 Rebounds, 7,0 Assists) ihre Werte halten, könnte ihnen das erneut gelingen. Auch in Ludwigsburg sind die beiden besten Scorer nominelle Guards: Ishmael Leggett legt bisher 18,3 Zähler sowie 5,3 Rebounds auf, Justin Kier 16,3 Punkte und 5,3 Assists. Nach seinen auch in der Crunchtime starken Vorstellungen am Doppel-Spieltag avancierte Kier zum Spieltags-MVP. Nicht schlecht für einen, der in der vergangenen Saison noch in der dritten griechischen Liga aktiv war.

Zahlen, bitte: Triers Offensive läuft schon wieder wie geschmiert. Das offensivstärkste Team der vergangenen Saison hat in seinen drei Ligaspielen in dieser Saison immer mindestens 98 Zähler aufgelegt, die durchschnittlich 103,7 Punkte pro Spiel werden von keinem anderen Team überboten. Die Ludwigsburger Offensive hat sich Schritt für Schritt gesteigert, von 77 über 81 auf zuletzt 103 Punkte.
Rekordverdächtig: Es lohnt sich auch ein Blick in den Frontcourt, wo rekordverdächtige Erfahrung aufeinandertrifft. Ludwigsburgs Forward Yorman Polas Bartolo ist mit 41 Jahren der älteste aktive Spieler der Liga. Teamkollege Jonas Wohlfarth-Bottermann ist 36 Jahre alt, ebenso wie sein Gegenüber auf der Fünf Maik Zirbes. Damit stehen drei der sechs ältesten Spieler der Saison auf dem Parkett. Von den aktiven Spielern weist WoBo mit 483 Erstligaeinsätzen übrigens die meisten auf, Polas Bartolo (383) folgt auf dem vierten, Zirbes (299) auf dem neunten Platz.
Was die KI meint: Von den drei Rekordverdächtigen scheint vor allem Yorman Polas Bartolo in einen Jungbrunnen gefallen zu sein. Grund genug, um Gemini recherchieren zu lassen, wie viele Ü40-Profis es weltweit gibt: „Eine exakte Gesamtzahl existiert nicht in offiziellen Datenbanken, da es keine globale Zentralerfassung über alle Profiligen hinweg gibt. Man kann die Zahl jedoch sehr präzise eingrenzen: Es sind weltweit schätzungsweise zwischen 25 und 50 Spieler, die in echten Vollprofi-Ligen aktiv sind.“
Meilensteine: Wenn Maik Zirbes (Trier) das Feld betritt, feiert der Routinier seinen 300. Einsatz in der easyCredit BBL. Zudem fehlen dem Center nur noch neun Defensiv-Rebounds bis zur 750er-Marke.
Auf Ludwigsburger Seite fehlen Jonas Wohlfarth-Bottermann noch zwei Spiele, um in der ewigen Bestenliste mit Chris Ensminger (485 Spiele, 10. Platz) gleichzuziehen.
Die ewige Bilanz: Ludwigsburg führt 33-25. In der vergangenen Saison gewann Trier als Aufsteiger beide Duelle.
Am Rande der Bande: … sitzt bei Ludwigsburg Keeshawn Kellman. Trier muss aktuell auf Bennet Hundt verzichten.
Was die Lokalpresse schreibt: Während der Aufstiegssaison hämmerten die Gladiatoren bei jedem Sieg einen Nagel in ein Brett, vergangene Spielzeit waren es zu öffnende Schlösser. Nun, da Trier parallel zur easyCredit BBL auch auf internationalem Parkett unterwegs sind, sammeln sie Aufkleber. Der Volksfreund ist dieser Marotte auf den Grund gegangen (Paywall).
Alte Bekannte: Triers Flügelspieler Justin Simon lief 2021/22 und 2024/25 für Ludwigsburg auf.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Sonntag, den 04.10.2026, live bei Dyn übertragen. Kommentator vor Ort ist Chris Schmidt.















