Die besondere Brisanz: Erneut wird an der Seitenlinie Spanisch gesprochen. Am vergangenen Spieltag standen sich Berlins Pedro Calles und Bambergs Jesus Ramirez gegenüber, am fünften Spieltag sehen sich die anderen beiden spanischen Trainer auf dem Parkett: Braunschweigs Ramon Diaz und Ludwigsburg Carles Duran. Der RIESEN-Cheftrainer konnte mit dem Sieg über Bamberg schon einmal über einen seiner Landesmänner triumphieren. Weiß jemand, ob es eine WhatsApp-Gruppe unter den spanischen BBL-Headcoaches gibt, wo man um die spanische Vormachtstellung in der Beletage konkurriert?
Status quo: Ungeachtet etwaiger spanischer Duelle kann Diaz generell einige Argumente vorbringen: Denn seine Löwen sind neben den Bayern das einzige noch ungeschlagene Team der Liga. Durch den jüngsten 93:87-Auswärtserfolg in Vechta verbesserten die Braunschweiger ihre Bilanz auf 3-0. Gegen Vechta lag die Diaz-Truppe wie schon zuvor gegen Rostock nie im Rückstand. Über den besten Braunschweiger Saisonstart seit 24 Jahren hat auch Stefan Koch hier in seiner aktuellen Kolumne geschrieben, in der er die Offensivleistung der Löwen und Devin Askew hervorhebt.

Die Ludwigsburger mussten sich zwar zu Hause Trier mit 80:94 geschlagen geben, bewiesen aber erneut Comeback-Qualitäten: Ein 25-Punkte-Rückstand verkürzte die Duran-Truppe vier Minuten vor Spielende auf vier Zähler. Bei den vorherigen Erfolgen gegen Bamberg und Rostock hatten die RIESEN Rückstände von neun bzw. 14 Zählern noch in einen Sieg umgemünzt.
Duell im Fokus: Beim Braunschweiger Erfolg gegen Vechta avancierte Sheldon Edwards mit 16 Zählern zum besten Löwen-Scorer. Schon bei seinem Pflichtspieldebüt im Netto BBL Pokal punktete der Shooting Guard für Braunschweig am häufigsten. Edwards (13,3 PPG) ist einer von drei Braunschweiger Bankspielern, die zweistellig punkten. Bei Ludwigsburg trifft dies in Darius Perry (10,5 PPG) nur auf einen Akteur zu. Welcher der beiden Guards kann die Startformation seines Teams mehr unterstützen?

Weise Worte: „Unser Start ins erste Viertel war erneut sehr schlecht und ich weiß nicht weshalb. Das ist unser großes Problem für die nächsten Spiele“, sagte Ludwigsburgs Headcoach Carles Duran nach der Niederlage gegen Trier. Bis zum Spiel gegen Braunschweig sollte Duran eine Antwort finden, …
Zahlen, bitte: … denn die Löwen präsentierten sich bislang direkt zum Start sehr bissig: 38 Punkte legten sie im ersten Viertel gegen Trier auf, 30 Zähler gegen Rostock, immerhin 25 Punkte gegen Vechta. Immer gewannen die Braunschweiger das erste Viertel. Die RIESEN müssen hingegen oft im Anfangsabschnitt klein beigeben: Gegen Ulm waren es 15 Zähler nach zehn Minuten, gegen Rostock zehn, gegen Trier 13. Drei von vier ersten Vierteln in dieser Saison haben die Ludwigsburger verloren.
Was die KI meint – hat ChatGPT eine Antwort auf Carles Durans Frage, warum der Ludwigsburger Start ins erste Viertel oft so schlecht ist? „Ja – wenn man die ersten vier BBL-Spiele betrachtet, ist das kein Zufall mehr, sondern ein ziemlich klares Muster. Allerdings würde ich nicht sagen, dass es einen Grund gibt. Es ist eher eine Kombination aus schlechter Ballsicherheit, fehlender offensiver Struktur und einem noch nicht stabilen defensiven Startniveau.“ Dann weiß Duran ja Bescheid.
Rekordverdächtig: Die Braunschweiger haben ihren besten Saisonstart seit 24 Jahren hingelegt. In der Saison 2002/03 hatten die Niedersachsen ihre ersten sechs Partien gewonnen.
Die ewige Bilanz: Die Ludwigsburger gewannen 39, die Braunschweiger 25 Duelle. In der vergangenen Saison setzte sich jeweils die Heimmannschaft durch, zu Hause haben die Löwen die vergangenen drei Heimspiele gegen Ludwigsburg gewonnen.
Trainer-Take: „Dieses Spiel dürfte über die Physis und über den Rebound entschieden werden. Da muss Braunschweig bei der Physis dagegenhalten und sich beim Rebound steigern. Außerdem sollten die Löwen Justin Kier, der in der Crunchtime Dreh- und Angelpunkt ist, den Drive wegnehmen, und Ishmael Leggett konsequent nach links pushen. Die Braunschweiger spielen einen Tick schneller als die Ludwigsburger, für die es wichtig wird, Devin Askew unter Druck zu setzen. Askew hat zwar bislang sehr stark gespielt, ist in meinen Augen aber kein überragender Ballhandler.“
In Zivil: Beide Teams müssen weiter auf das Saisondebüt ihres Starting-Centers warten: Die Ludwigsburger auf Keeshawn Kellman, die Braunschweiger auf Eddy Edigin. Bei den Löwen kehrte gegen Vechta immerhin der genesene Spielmacher Gian Aydinoglu zurück.
Alte Bekannte: Die Braunschweiger Brüder Eddy und Esli Edigin haben eine Ludwigsburger Vergangenheit: Eddy spielte dort von 2022 bis 2024, Esli von 2021 bis 2023, allerdings im Farmteam in der ProB.
Meilensteine: Ludwigsburgs Yorman Polas Bartolo macht bei drei erfolgreichen Dreiern die 300 in seiner Bundesligakarriere voll. Teamkollege Jonas Wohlfarth-Bottermann wird bei einem Einsatz mit seinem 485. Spiel in der Beletage mit Chris Ensminger auf dem neunten Platz der digitalen Bestenliste gleichziehen. Bei sechs Defensiv-Rebounds schließt WoBo mit Jeff Gibbs (909 Rebounds) auf dem 19. Platz auf.
Bewegte Bilder: Im Ligabetrieb konnte Benny Schröder noch nicht zweistellig punkten, dafür stopfte sich der Braunschweiger Forward auf den achten Platz der aktuellen Top Ten von Dyn.
Livestream / Fernsehen: Die Partie wird am Sonntag ab 14.45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Chris Schmidt.
Anmerkung der Redaktion:
- Die Vorberichte (sowie auch die Nachberichte) werden geschrieben von unserem zwölfköpfigen Redaktionsteam von Basketball-Journalisten, die sich mit dem deutschen Basketball und speziell mit der easyCredit BBL befassen.
- Für die Rubrik „Trainer-Take“ äußert sich aus einem Pool von Co-Trainern je ein Assistent Coach eines Bundesligisten anonym zu einer anstehenden Partie, an der sein Verein nicht beteiligt ist. Auf welches Team oder welchen Aspekt er sich dabei konzentriert, ist ihm freigestellt.
- KI-Tools werden lediglich für die Rubrik „Was die KI meint“ sowie gelegentlich für die Recherche zur Rubrik „Alte Bekannte“ benutzt.















