Die besondere Brisanz: Bislang sieht es danach aus, als ob sich die Basketball Löwen Braunschweig und Fitness First Würzburg Baskets in dieser Saison wieder auf Augenhöhe begegnen. Mit einer Bilanz von jeweils 3-2 gehen der Sechste Braunschweig und Siebte Würzburg als Tabellennachbarn in den siebten Spieltag. Vor zwei Jahren hatten sich beide Clubs eine spannende Playoff-Viertelfinalserie geliefert, die Würzburg erst in der Verlängerung der entscheidenden fünften Partie für sich entschieden hatte. In der vergangenen Saison trennten sich die Wege beider Clubs: Die Würzburger schafften es erneut in die Playoffs, die Braunschweiger stiegen hingegen sportlich ab. Schließt der Wildcard-Club nun wieder zu Würzburg auf?
Status quo: Zuletzt setzte es aber ein paar Dämpfer: Nach dem deutlichen Achtelfinalaus im Netto BBL Pokal (75:102 gegen Chemnitz) zog das Team von Headcoach Ramon Diaz in Hagen mit 73:88 den Kürzeren – macht wettbewerbsübergreifend drei Niederlagen in Serie. Die Würzburger hingegen befinden sich im Aufwind: Nach dem Viertelfinaleinzug im Pokal-Wettbewerb gewann die Truppe von Cheftrainer Sasa Filipovski im FIBA Europe Cup gegen Skopje (93:83), im Ligabetrieb gegen Chemnitz (98:88) und zuletzt erneut im Europapokal gegen Warschau (91:62) – macht wettbewerbsübergreifend fünf Siege in Serie.
Duell im Fokus: Unter Filipovski spielten schon einige Guards groß auf, Otis Livingston und Jhivvan Jackson mauserten sich sogar zu Liga-MVPs. Beide Guards rekrutierten die Würzburger damals von anderen Teams der Beletage. Calvin Wishart mag kein MVP-Kandidat sein, und der Guard spielte vergangene Saison auch „nur“ in der ProA, doch Wishart ist in dieser Saison doch recht wertvoll. Wo andere Guard-Neuzugänge noch ihren Rhythmus suchen, zeigt sich Wishart mit durchschnittlich 10,2 Punkten in 19:44 Minuten von der Bank effektiv und trifft bislang 39,1 Prozent seiner Dreier. Er war der Hauptgrund, dass Würzburg gegen Chemnitz früh seinen Rhythmus fand. Wishart ist ein Rückkehrer nach Würzburg: In der vergangenen Saison lief der 27-Jährige für Koblenz auf, nachdem er in der Saison zuvor hauptsächlich für die zweite Mannschaft Würzburgs aktiv gewesen ist. Auch die Braunschweiger haben einen solchen Guard in den Reihen: Gian Aydinoglu war im Lauf der Saison 2024/25 nach Kirchheim in die ProA gewechselt und in diesem Sommer zu den Löwen zurückgekehrt. Auch der 23-Jährige muss aufgrund der Verletzung von Devin Askew mehr Verantwortung schultern – was er zurückzahlt: Nach Karrierebestwerten von 17 Punkten und sieben Assists gegen Ludwigsburg ließ der Guard gegen Hagen 13 Zähler und vier Assists folgen.

Zahlen, bitte: Beide Teams gehören von außen zu den treffsichersten der Liga. Eine Quote von jeweils 37,1 Prozent von Downtown ist die drittbeste. Mit 19 verwandelten Dreiern in einem Spiel halten die Löwen zusammen mit Rostock den Saisonrekord, die Würzburger netzten zweimal 14 Dreier in einer Partie ein – der vierthöchste Wert der Spielzeit.
Die ewige Bilanz: Die Braunschweiger führen mit 18-17 – noch: Denn die Würzburger haben die vergangenen vier Duelle gegen die Löwen gewonnen. Darunter waren die letzten zwei Playoff-Spiele der Viertelfinal-Serie 2025, die die Franken mit 3-2 für sich entschieden.
In Zivil: Die Braunschweiger mussten gegen Hagen erneut ohne Devin Askew (Fuß), Eddy Edigin (Oberschenkel), Benny Schröder (Sprunggelenk) und Romario Holloway (Knie) antreten.
Was die Lokalpresse schreibt: Wird sich das Braunschweiger Lazarett gegen Würzburg lichten? Wie die Braunschweiger Zeitung hier schreibt (Paywall), sollte Devin Askew gegen Hagen eigentlich auf das Parkett zurückkehren, Schmerzen machten das Comeback aber zunichte. Auch bei Eddy Edigin sollen Untersuchungen am Anfang der Woche klären, ob er wieder einsatzfähig ist.
Was die KI meint (ChatGPT) – Welcher der aktuell verletzten Braunschweiger Spieler wird gegen Würzburg wieder spielen können? Es gäbe „Hoffnung auf Rückkehrer, aber noch keine eindeutige Bestätigung für alle Verletzten. Ich würde daher vor allem die kurzfristige Kaderbekanntgabe der Löwen abwarten.“ Wissen wir jetzt auch nicht mehr.
Trainer-Take: „Nach dem Sieg gegen Chemnitz liegt das Momentum auf jeden Fall auf Würzburger Seite. Braunschweig muss viel scoren können, um eine Chance zu haben, das Spiel zu gewinnen. Allerdings ist fraglich, ob die Qualität ausreicht, wenn wie zuletzt Devin Askew, Benny Schröder und Eddy Edigin nicht einsatzfähig sind. Bei Würzburg hat es Sasa Filipovski mittlerweile geschafft, dass seine Jungs verstehen, was er von ihnen möchte. Die Würzburger Guards spielen stark und werden für Braunschweig nur schwer zu stoppen sein. Dazu kommt Eddie Colbert III als ein X-Faktor.“
Alte Bekannte: Würzburgs Brandon Tischler spielte von 2021 bis 2024 drei Jahre in Braunschweig, von damals kennt er noch Gian Aydinoglu und Ferdinand Zylka. Auf der Gegenseite wechselte Eddy Edigin in diesem Sommer von Würzburg nach Braunschweig, auf seinen Einstand im Löwen-Trikot muss der Center allerdings noch warten. Zylka und Alen Pjanic waren 2020/21 Teamkollegen in Gießen.
Weise Worte: „Das war nicht bundesligatauglich“, zitiert die Braunschweiger Zeitung Löwen-Geschäftsführer Nils Mittmann nach der Niederlage in Hagen, der sich auf die vielen zugelassenen Offensiv-Rebounds bezieht. Auch Headcoach Ramon Diaz fand: „Wir boxen einfach nicht diszipliniert genug aus.“
German Basketball is mad sexy: „Und dann hab ich den Dreier getroffen, meine Würzburger in die Verlängerung gerettet, wo wir deine Braunschweiger geschlagen und aus den Playoffs geworfen haben”, könnte Hannes Steinbach in diesen Tagen Dennis Schröder einen Spruch drücken. Schließlich schalteten die Würzburger mit Steinbach in den Reihen im Playoff-Viertelfinale 2025 im entscheidenden fünften Spiel nach Verlängerung die Löwen um Hauptgesellschafter Schröder aus. Wo Steinbach Schröder diesen Spruch drücken könnte? Natürlich in der Kabine der Charlotte Hornets, wo ein paar Stühle weiter in Christian Anderson sogar ein dritter deutscher Spieler sitzt. Ja, auch in Charlotte um den ehemaligen BBL-Spieler Charles Lee als Headcoach weiß man seit diesem Sommer, wie sexy dieser deutsche Basketball doch ist.
Livestream / Fernsehen: Die Partie wird am Samstag ab 18.15 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Lino Atmowihardjo.
Anmerkung der Redaktion:
- Die Vorberichte (sowie auch die Nachberichte) werden geschrieben von unserem zwölfköpfigen Redaktionsteam von Basketball-Journalisten, die sich mit dem deutschen Basketball und speziell mit der easyCredit BBL befassen.
- Für die Rubrik „Trainer-Take“ äußert sich aus einem Pool von Co-Trainern je ein Assistent Coach eines Bundesligisten anonym zu einer anstehenden Partie, an der sein Verein nicht beteiligt ist. Auf welches Team oder welchen Aspekt er sich dabei konzentriert, ist ihm freigestellt.
- KI-Tools werden lediglich für die Rubrik „Was die KI meint“ sowie gelegentlich für die Recherche zur Rubrik „Alte Bekannte“ benutzt.















