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Home/Newscenter/Der Zweite beim Vorletzten: Trier zu Besuch bei Vechta und der Gallier-Mentalität

VorberichteDer Zweite beim Vorletzten: Trier zu Besuch bei Vechta und der Gallier-Mentalität

23. Oktober 2026
Der Tabellen-Vorletzte gegen den Zweiten – klare Sache, oder? So einfach ist das aber wohl nicht, wenn RASTA Vechta die VET-CONCEPT Gladiators Trier empfängt. Die Rastaner haben ein wenig die Gallier-Mentalität eines unbeugsamen niedersächsischen Dorfes entwickelt: Je verfahrener die Situation wird, desto enger rücken Team und Trainer zusammen. Der monatelange Ausfall von Lloyd Pandi war vor dem Pokalspiel gegen Ludwigsburg der jüngste Nackenschlag für die dezimierten Vechtaer, die seit Wochen ohnehin schon auf einige ihrer Leistungsträger verzichten müssen. Die Reaktion der niedersächsischen Gallier: ein Crunchtime-Sieg nach einer spektakulären Aufholjagd in Ludwigsburg. Für Vechta war es das zwölfte Spiel in 34 Tagen. Trier, das im Netto BBL Pokal etwas überraschend bei den SKYLINERS aus Frankfurt verlor und dabei vor allem offensiv deutlich unter seinen Möglichkeiten blieb, dürfte also vor der Reise in die niedersächsische Provinz gewarnt sein.

Die besondere Brisanz: Der Tabellen-Vorletzte gegen den Zweiten – klare Sache, oder? So einfach ist das aber wohl nicht, wenn RASTA Vechta die VET-CONCEPT Gladiators Trier empfängt. Die Rastaner haben ein wenig die Gallier-Mentalität eines unbeugsamen niedersächsischen Dorfes entwickelt: Je verfahrener die Situation wird, desto enger rücken Team und Trainer zusammen. Der monatelange Ausfall von Lloyd Pandi war vor dem Pokalspiel gegen Ludwigsburg der jüngste Nackenschlag für die dezimierten Vechtaer, die seit Wochen ohnehin schon auf einige ihrer Leistungsträger verzichten müssen. Die Reaktion der niedersächsischen Gallier: ein Crunchtime-Sieg nach einer spektakulären Aufholjagd in Ludwigsburg. Für Vechta war es das zwölfte Spiel in 34 Tagen. Um den personellen Aderlass etwas aufzufangen, ist Vechta am Freitag auf dem Transfermarkt tätig geworden und hat einen neuen Spieler verpflichtet. Trier, das im Netto BBL Pokal etwas überraschend bei den SKYLINERS aus Frankfurt verlor und dabei vor allem offensiv deutlich unter seinen Möglichkeiten blieb, dürfte also vor der Reise in die niedersächsische Provinz gewarnt sein.

Status quo: Dank wichtigen Punkten von D'Mitrik Trice in der Crunchtime gelang RASTA beim Pokalspiel in Ludwigsburg am Wochenende ein spektakulärer Comeback-Sieg. Auch in der Liga glückte Vechta am jüngsten Spieltag ein nicht minder spektakulärer 97:92-Erfolg nach Verlängerung gegen Ulm. Den Gladiators gelang mit dem souveränen 95:75 über Meister Berlin am 5. Spieltag der vierte Sieg in Folge, ehe die Moselstädter beim 65:78 in Frankfurt im Netto BBL Pokal die Segel streichen mussten. Dafür sind sie international schnell wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt: Gegen KK Split gelang mit dem 100:80 der dritte Sieg im dritten Spiel im Europe Cup.

Philipp Herkenhoff empfängt mit RASTA die Gladiators aus Trier. (Foto: Christian Becker)

Duell im Fokus: Zwei erfahrene Deutsche treffen sich auf der Vier: Moritz Krimmer (26 Jahre) ging 2024 von Trier nach Bamberg, wo er vergangene Saison den Pokal gewann. Nun ist er an die Mosel zurückgekehrt, wo er mit durchschnittlich 9,4 Punkten und 3,8 Rebounds (in 21:28 MPG) direkt zum Leistungsträger avanciert ist. Auch Philipp Herkenhoff zog 2021 aus seiner Heimat Vechta fort, um sich ratiopharm ulm anzuschließen – und um mit den Ulmern zwei Jahre später sensationell den deutschen Meistertitel zu holen. 2025 folgte dann die Rückkehr nach Vechta. Verletzungen warfen den 27-Jährigen seitdem immer wieder zurück, seine aktuellen 3,3 Punkte und 3,0 Rebounds (in 14:40 MPG) spiegeln nicht seinen Wert für Vechta – das Herkenhoff auch aufgrund seiner riesigen Erfahrung (243 BBL-Spiele) schätzt – wider.

Zahlen, bitte: Nelson Weidemann (4,6 TPG) ist nicht mehr im Kader – sinkt so nun auch die Quote von Vechtas Ballverlusten? 19,0 Turnover verzeichnen die Statistiker im Schnitt bei Spielen der Niedersachsen – Platz 18 in der Liga. Trier leistet sich – trotz enorm hohen Spieltempos – nur 13,6 Ballverluste pro Partie (Platz sechs).

Die ewige Bilanz: Erst fünfmal standen sich beide Klubs in der ersten Liga gegenüber, die Bilanz steht bei 3-2 für RASTA. Vergangene Saison trafen beide in der ersten Partie der Play-Ins als Siebter und Achter aufeinander, was eine klare Sache für Vechta war. RASTA bot dann dem späteren Meister Berlin einen harten Kampf über fünf Spiele, während Trier von München per Sweep aus den Playoffs gekehrt wurde.

Rekordverdächtig: Zwei Center-Veteranen des deutschen Basketballs treffen im RASTA Dome aufeinander: Tibor Pleiß (36 Jahre) und Maik Zirbes (36). Der 2,18 Meter große Pleiß ist der erfolgreichste deutsche Titelsammler mit insgesamt 19 Meisterschaften und Pokalsiegen sowie zwei Euroleague-Titeln als Kirschen auf der Torte. Zirbes hat Meister- und Pokalsiege mit München, Bamberg, Belgrad, Ljubljana, Lissabon und in den Vereinigten Arabischen Emiraten gesammelt. Fun Fact: Zirbes war 2012 in Bamberg der Nachfolger von Pleiß auf der Center-Position. Pleiß hatte mit den Franken dreimal das Double aus Meisterschaft und Pokal gewonnen, ehe er sich in Spanien Laboral Kutxa anschloss. Zirbes holte mit Bamberg 2013 dann die nächste deutsche Meisterschaft.

Trainer-Take: “Trier ist offensiv eine äußerst potente Mannschaft, die vor allem nach gegnerischen Korberfolgen unheimlich schnell umschaltet und aufgrund von Qualität und Tiefe das Tempo hochhalten kann. Man muss die Trierer im Halbfeld halten. Es ist schwer, das Pick and Roll gegen sie aggressiv zu verteidigen. Sie sind gut im Short Roll, bewegen sich ohne Ball und verfügen über Werfer. RASTA sollte den Wurf von Justin Simon nicht respektieren und seinen Verteidiger als Helfer nutzen. Offensiv sollten die Vechtaer im Halbfeld ihre gut werfenden Bigs nutzen, um das Feld weit zu machen. Außerdem dürfen sie sich keine Ballverluste leisten.“

Meilensteine: Tommy Kuhse fehlen noch zwei Punkte, um mit Josh Young (1.056 Punkte, 1. Platz) gleichzuziehen, und noch fünf Assists, um mit TJ Bray ( 324 Assists, 1. Platz) gleichzuziehen. Philipp Herkenhoff fehlen noch 38 Punkte bis 1.500. Jordan Roland fehlen noch 18 Punkte bis 1.000 und noch sechs Dreier bis 200. Maik Zirbes fehlen noch 6 Defensiv-Rebounds bis 750 und noch zwei Offensiv-Rebounds, um mit Ajmal Basit (459 Offensiv-Rebounds, 20. Platz) gleichzuziehen. Zirbes fehlen außerdem noch sieben Offensiv-Rebounds, um mit Augustine Rubit (464 Offensiv-Rebounds, 19. Platz) gleichzuziehen. 

Familienduell: Vater Ralph Held (links) ist mit seinen Trierern zu Gast bei seinem Sohn Christian in Vechta. (Foto: Lukas Adler)

Alte Bekannte: Ein zweites Duell der besonderen Art gibt es an der Seitenlinie: Vater Ralph Held gegen Sohnemann Christian. Der eine ist sportlicher Leiter in Trier, der andere Headcoach in Vechta. Damit empfängt der in Trier aufgewachsene Christian wie in der Vorsaison seinen Vater als Gast, der in der Beletage selbst als Assistant- und Headcoach aktiv war. In Oldenburg und Rostock hatten die beiden bereits für den gleichen Klub gearbeitet. Aber es ist nicht das größte Familienduell bei den Helds: In der Saison 2021/22 empfingen Sohn Christian und Vater Ralph als Rostocks Trainergespann in der ProA die Uni Baskets Paderborn, wo Bruder bzw. Sohn Florian Held als Co-Trainer den erkrankten Headcoach Steven Esterkamp vertrat und eine 68:107-Niederlage kassierte.

Was die KI meint (ChatGPT): Vechta gegen Trier ist auch das Duell der beiden jungen deutschen Trainer Christian Held gegen Jacques Schneider. Wer hat die größere taktische Trickkiste? „Schneider ist eher der taktische Erfinder, Held der taktische Problemlöser. Der Trierer hat für mich die etwas größere Trickkiste, der Vechtaer möglicherweise das bessere Gespür dafür, wann er welchen Trick auspacken muss. Dass Held Schneider schon einmal mit einer taktischen Umstellung ausgekontert hat - beim letzten Heimspiel gegen Trier in der Saison 2025/26 lag Vechta zwischenzeitlich mit 70:78 zurück, ehe Held verstärkt auf Zonenverteidigung setzte. RASTA drehte die Partie und gewann spektakulär mit 123:97 - macht das Duell besonders reizvoll.“

In Zivil: Vechta musste in Ludwigsburg weiterhin ohne Tommy Kuhse, Kihei Clark, Lloyd Pandi und Lamin Sabally auskommen, zudem verletzte sich Justin Edler-Davis. Bei Trier setzten wie zuletzt der Ex-Berliner Bennet Hundt und Clayton Guillozet aus.

Was die Lokalpresse schreibt: Die Sportschau blickt auf die jüngste Europe Cup-Partie der Trierer gegen Split zurück: klick.

Weise Worte: „Das ist ganz einfache Mathematik: nur 17 Prozent Dreierquote, 45 Prozent Zweierquote und 62 Prozent Freiwurfquote. Das reicht in so einem Duell am Ende nicht, um sich hier auswärts durchzusetzen. Das ist Teil der Saison und wird für den weiteren Verlauf unserer Saison nicht ausschlaggebend sein. Wir spielen noch in zwei weiteren Wettbewerben, sind ein gutes Team, das wissen wir, und werden in den nächsten Wochen wieder selbstbewusster auftreten“, sagte Triers Headcoach Jacques Schneider nach der Pokalniederlage in Frankfurt.

Livestream / Fernsehen: Das Spiel wird am Samstag, 24. Oktober, ab 19.45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Sebastian Meichsner.