Autor: Horst Schneider
Der zweite Teil des aktuellen Doppelspieltags der EuroLeague-Saison 2026/27 beschert dem FC Bayern Basketball für sein erstes Heimspiel der neuen Saison im Münchener SAP Garden in Partizan Belgrad gleich einen attraktiven Gegner. Der Rekordmeister hat in ganz Europa Fans, die ihren Club auch auswärts in großer Zahl lautstark anfeuern. Am Freitag wird deshalb sicher nicht nur Oktoberfest-Stimmung, sondern auch eine besonders heiße Atmosphäre im SAP Garden herrschen.
Wie die Bayern hat auch Partizan eine titellose Saison zum Vergessen hinter sich. Höhepunkt der Katastrophen-Saison war das Hinrundenspiel in Belgrad Anfang Dezember, als die Partizan-Fans aus Protest über den Rücktritt der verehrten Trainerlegende Zeljko Obradovic ihrem Club demonstrativ die Unterstützung verweigerten. Dass Partizan trotzdem 92:85 siegte, warf wiederum kein gutes Licht auf die damalige Verfassung der Bayern. Zwei Wochen später beendeten die Bayern und Trainer Gordon Herbert ihre Zusammenarbeit.
EuroLeague: FC Bayern München Basketball – Partizan Mozzart Bet Belgrad (Fr, 20:00 Uhr)
Status quo: Vor allem die Deutlichkeit der 76:100-Niederlage in Istanbul hat in München die Freude über den Auftaktsieg gegen Hapoel Tel Aviv etwas getrübt. Partizan hat seinen Neustart hingegen mit Siegen gegen Mailand und in Paris ausgesprochen überzeugend gestaltet. Beide Gegner wurden jeweils unter 80 Punkten gehalten.
Gegner: Der 22-fache jugoslawische bzw. serbische Meister, achtfache Gewinner der Adria-Liga und Europaliga-Champion von 1992 (mit Zeljko Obradovic als Rookie-Trainer) verlor 2014 seinen Startplatz in der EuroLeague. An ein grandioses Comeback (Erreichen der Playoffs 2023) unter dem zurückgekehrten Zeljko Obradovic konnte der Club in der Folge jedoch nicht anknüpfen. In der vergangenen Saison fiel das Team nach dem Rücktritt seiner Trainerlegende auseinander, verlor seinen Titel in der Adria-Liga an Dubai und scheiterte im serbischen Halbfinale lustlos sogar an FMP, dem Farmteam des Erzrivalen Roter Stern.
Stars: Trainer Joan Penarroya, der im Vorjahr nach seiner Amtsübernahme im Dezember das Steuer nicht mehr herumreißen konnte, hat das Team im Sommer radikal umgebaut. Spielmacher Carlik Jones, einer der wenigen aus dem letztjährigen Aufgebot übernommenen Leistungsträger, hat im Backcourt jetzt den routinierten Argentinier Luca Vildoza, den Italiener Alessandro Pajola und den Puerto-Ricaner Ethan Thompson an seiner Seite. Auf dem Flügel startet der NBA-erfahrene Lamar Stevens. Unter dem Korbwechseln sich Tonye Jekiri und der defensivstarke Kevarrius Hayes ab.Auf der Vier ist Partizan nach Verletzungen von Joffrey Lauvergne und Derek Willis mit Nikola Tanaskovic und dem als Joker verpflichteten Bandja Sy aktuell etwas dünn besetzt.
Aktuelle Form: Da der Start der Adria-Liga wegen eines Referee-Streiks auf das kommende Wochenende verschoben wurde, stehen für Partizan erst zwei Pflichtspiele zu Buche. Die haben die Belgrader mit einem überragenden Carlik Jones (jeweils 20 Punkte und zehn bzw. fünf Assists) aber ausgesprochen überzeugend 92:76 gegen Mailand und 92:79 in Paris gewonnen.
Alte Bekannte: Derek Willis, der seine europäische Karriere 2018/19 in Göttingen und 2019/20 in Ulm startete, hat sich gegen Mailand am Sprunggelenk verletzt.
Livestream / TV: Alle Spiele der EuroLeague werden in dieser Saison live und auf Abruf auf MAGENTA SPORT übertragen. Sebastian Ulrich kommentiert die Übertragung aus München ab 19:30 Uhr. Jan Lüdeke moderiert und Per Günther ist der Experte.















