Die besondere Brisanz: Der FC Bayern Basketball steckt zum zweiten Mal in Folge inmitten einer anstrengenden Woche, mit Pflichspielen jeweils am Dienstag, Donnerstag und Sonntag (hier geht Stefan Koch auf das damit verbundene Dilemma ein). Mit einer schwachen Dreierquote (7/29, 24,1 Prozent) reichte vergangenen Sonntag in Rostock die Kraft nicht mehr für einen BBL-Sieg. Wie sieht es eine Woche später bei den heißen Fitness First Würzburg Baskets aus?
Status quo: Würzburg hat wettbewerbsübergreifend sechs Siege in Serie geholt. Nach einer kurzen Saisonvorbereitung aufgrund des BCL-Qualifikations-Turniers, und drei Auswärtsniederlagen in Serie zum Auftakt, hat Trainer Sasa Filipovski seine Mannschaft in die Spur gebracht. Im anstrengenden Oktober mit neun Partien in 29 Tagen schafften die Würzburger sechs Siege bei nur drei Niederlagen. Anders sieht es bei den Bayern aus, die in der vergangenen Woche drei Niederlagen in Serie kassierten und den Monat mit negativer Bilanz (5-6) beendeten, ehe in dieser Woche mit Siegen gegen Braunschweig und bei ASVEL in der EuroLeague endlich der Knoten platzte.
Was die Lokalpresse schreibt: In der Mainpost sieht Tim Eisenberger klare Gründe (Paywall), warum Würzburg jetzt stärker spielt: Die Neuzugänge hätten Filipovskis Regeln in der Defense nun besser verstanden, dadurch hätte die Mannschaft zuletzt vermehrt die Offense trainieren können, mit höheren Wurfquoten als Folge. Dazu habe Filipovski seine Taktik in einigen Punkten an den neuen Kader angepasst, so dass etwa bei gegnerischer Switching-Defense nicht mehr nur Isolations außen, sondern eben öfter das Mismatch unter dem Korb gesucht werde.
Die ewige Bilanz: Seit die Clubs 2011 zusammen aufstiegen, gab es 31 BBL-Duelle, nach denen es deutlich 27-4 für München steht. Der letzte Würzburger Sieg war ein 90:70 in eigener Halle am 2. November 2021 - also vor fast genau fünf Jahren.
Sonstiges: Natürlich ist die Ligapartie der beiden Clubs auch ein Vorgeschmack auf das Duell im Viertelfinale des Netto BBL Pokals am 12. Dezember.
Am Rande der Bande: Im Hamburger Abendblatt fragte Rupert Fabig kürzlich einige BBL-Experten, welches die besten Trainer der Liga seien. Auf dem ersten und zweiten Platz landeten Anton Gavel und Sasa Filipovski.

Trainer-Take: "Würzburg hat zuletzt gut gespielt. Für die Bayern war es gegen Würzburg nie einfach, und sie durchleben gerade eine belastende Phase wegen der vielen Spiele und der Niederlage in Rostock. In Würzburg treten sie in einer kleinen Halle mit großer Stimmung an. Sie müssen auf diese Atmosphäre vorbereitet sein und die nötige mentale Energie aufbringen. Rostock konnte die Münchner Physis matchen. Das muss Würzburg auch schaffen. Die Bayern müssen die Würzburger Guards kontrollieren, ohne dabei offene Würfe nach den Pick and Rolls für andere Spieler abzugeben."
Duell im Fokus: Hier ist eine Vorhersage schwierig, da noch offen ist, welche beiden ihrer acht ausländischen Spieler die Bayern aussetzen lassen und wie Anton Gavel auf den deutschen Positionen rotieren wird. Aber da der Frontcourt mit einem Quintett (Johannes Thiemann, Oscar da Silva, Austin Wiley, Miles Norris und Johannes Voigtmann) mehr als namhaft besetzt ist, wird sowohl auf Würzburgs US-Starter Eddie Colbert III und Charles Thompson als auch auf die deutschen Backups Marvin Ogunsipe und Leo Saffer auf den großen Positionen eine schwierige Aufgabe warten.
Rekordverdächtig: Vladimir Lucic könnte gegen Würzburg sein 291. BBL-Spiel für die Bayern absolvieren - und damit gleichziehen mit Nihad Djedovic, der die meisten BBL-Einsätze für München in der Vita hat (291 Spiele).
Meilensteine: Gleich drei FCBB-Akteure sind in der Nähe: Andreas Obst ist 14 Punkte von Nihad Djedovic (3.571 Punkte) und All-Time Rang 18 entfernt; Justinian Jessup fehlen drei Dreier und Justus Hollatz fehlen vier Steals bis zur jeweiligen 200er-Marke in der Karriere.
Was die KI meint: (ChatGPT) - Wer hat die besseren Fans: Würzburg oder Bayern? "Bayern hat die größere Fanbasis und natürlich höhere Zuschauerzahlen. Aber: Die tectake Arena ist regelmäßig nahezu ausverkauft und laut IHK "höllisch laut". Würzburgs Fankultur ist zudem historisch tief in der Stadt verwurzelt. Mein Urteil: Bayern hat mehr Fans. Würzburg hat die leidenschaftlicheren Fans. Und wenn es um echte Basketball-Atmosphäre geht, dann geht der Punkt ziemlich eindeutig an Würzburg."
Alte Bekannte: Würzburgs Backup-Center Marvin Ogunsipe wurde bei den Bayern zum Profi ausgebildet, konnte sich dort aber nie wirklich fest in die Rotation spielen.
Im Blick des Bundestrainers: Brandon Tischler spielt in Würzburg die beste Saison seiner BBL-Karriere (11,0 PPG, 54,3 FG%, 4,7 RPG, 2,0 APG). Bestehen deshalb Chancen, dass Alex Mumbru ihn in die DBB-Auswahl für die WM-Quali beruft? Vielleicht sogar mit Zwillingsbruder Nicholas, der bereits 2024 in der EM-Quali zwei Länderspieleinsätze hatte und bis zu seiner Fingerverletzung in Oldenburg als Topscorer überragte? Brandon kann sich gegen Münchens Welt- und Europameister jedenfalls mal wieder davon überzeugen, wie stark die Konkurrenz im Nationalteam bei den großen FIBA-Turnieren wäre.
Zahlen, bitte: Spieltag ist Sonntag, 8. November 2026 – und jenes Datum dann genau 500 Tage her, dass die Bayern einen Titel gefeiert haben: Am 26. Juni 2025 gewannen sie das fünfte Finalspiel gegen Ulm mit 81:77. Aus dem damaligen Kader spielen sechs Profis heute noch in München: Lucic, Obst, Hollatz, Giffey, da Silva und Voigtmann, sowie der damalige Ulmer Jessup.
German Basketball is mad sexy: Da es genau einen deutschen NBA-Profi gibt, der sowohl für Würzburg als auch für München gespielt hat, nutzen wir diese Rubrik und fragen: Was macht eigentlich Maxi Kleber? Nicht, dass der 30-fache deutsche Nationalspieler nach neun Jahren in der NBA mit mehr als 500 Pflichtspielen noch etwas zu beweisen hätte. Wenn jemand in jungen Jahren Verletzungen wie ein gebrochenes Knie und einen gebrochenen Fuß wegsteckt und es ungedraftet trotzdem noch in die NBA schafft, dann ist das eh schon mad sexy.
Livestream / Fernsehen: Die Partie wird am Sonntag ab 17:40 Uhr live hier bei Dyn sowie im Livestream übertragen. Kommentator ist Chris Schmidt.
Anmerkung der Redaktion:
- Die Vorberichte (sowie auch die Nachberichte) werden geschrieben von unserem zwölfköpfigen Redaktionsteam von Basketball-Journalisten, die sich mit dem deutschen Basketball und speziell mit der easyCredit BBL befassen.
- Für die Rubrik „Trainer-Take“ äußert sich aus einem Pool von Co-Trainern je ein Assistent Coach eines Bundesligisten anonym zu einer anstehenden Partie, an der sein Verein nicht beteiligt ist. Auf welches Team oder welchen Aspekt er sich dabei konzentriert, ist ihm freigestellt.
- KI-Tools werden lediglich für die Rubrik „Was die KI meint“ sowie gelegentlich für die Recherche zur Rubrik „Alte Bekannte“ benutzt.















