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VorberichteBonn empfängt gezähmte Löwen: Bankspieler sind eine Bank 

05. November 2026
Nach Abschluss des siebten Spieltags mögen die Braunschweiger und Telekom Baskets Bonn als Neunter und Achter Tabellennachbarn gewesen sein, aber die Trends sind unterschiedlich verlaufen. Die Braunschweiger haben sich zu Hause mit 72:96 deutlich Würzburg geschlagen geben müssen und fingen sich gegen München ein klares 66:108, die Bonner entschieden die „Mutter aller Spiele“ gegen Meister Berlin mit 95:88 für sich und legten unter der Woche in der BCL mit einem 101:89-Sieg über Bnei Penlink Herzliya nach.

Die besondere Brisanz: So schnell kann es (nach unten) gehen. Da gewinnen die Basketball Löwen Braunschweig ihre ersten drei Ligaspiele, sind auch im Netto BBL Pokal erfolgreich und werden von manchen schon als Überraschungsmannschaft der Liga gehandelt. Nun sind die Löwen aber gezähmt: Denn ihre vergangenen vier Partien haben sie verloren, im Achtelfinale des Pokal-Wettbewerbs schieden sie aus, und das schon gelichtete Lazarett hat sich wieder gefüllt.

Status Quo: Nach Abschluss des siebten Spieltags mögen die Braunschweiger und Telekom Baskets Bonn als Neunter und Achter Tabellennachbarn gewesen sein, aber die Trends sind unterschiedlich verlaufen. Die Braunschweiger haben sich zu Hause mit 72:96 deutlich Würzburg geschlagen geben müssen und fingen sich gegen München ein klares 66:108, die Bonner entschieden die „Mutter aller Spiele“ gegen Meister Berlin mit 95:88 für sich und legten unter der Woche in der BCL mit einem 101:89-Sieg über Bnei Penlink Herzliya nach.

Duell im Fokus: In Bonns John-Michael Wright und Braunschweigs Sheldon Edwards treffen zwei der besten Bankspieler der Liga aufeinander. Stellt man alle Spieler der Beletage gegenüber, die bislang immer von der Bank aus in ein Spiel gingen, führt Wright mit 15,6 Punkten die Liga an, Edwards rangiert hinter Frankfurts Isaiah Swope mit 12,0 Zählern auf dem dritten Rang. Beeindruckend bei Wright ist, dass er mehr Punkte als Edwards auflegt, obwohl er weniger Minuten absolviert (18:01 MPG, Edwards: 22:27 MPG). Gegen Berlin gelang es Wright zum zweiten Mal in dieser Saison, in einem Spiel mehr Punkte (22) zu erzielen als Minuten zu absolvieren (18:57). In Alijah Comithier (18 PTS, 7 REB gegen Berlin) und DeJour Reaves (12,3 PPG in 20:50 MPG) haben Bonn und Braunschweig zwei weitere Bankspieler im Backcourt, die aktuell eine Bank sind.

John-Michael Wright im Bonner Fanblock: Der Guard der Telekom Baskets möchte auch nach dem Heimspiel gegen Braunschweig jubeln. (Foto: Sebastian Derix)

Zahlen, bitte: Kein Team verliert häufiger den Ball als Braunschweig (17,0 Turnover), doch können die Bonner daraus Kapital schlagen? Ihre 5,1 Steals pro Spiel werden nur von Rostock unterboten. Mit einer Dreierquote von 41,6 Prozent führen die Bonner die Liga an, die Löwen-Verteidigung lässt aber nur 31,2 Prozent zu, das ist der fünftbeste Wert der Liga.

Rekordverdächtig: Die BCL-Partie gegen Bnei Penlink Herzliya stellte für die Telekom Baskets das 1.500. Pflichtspiel der Club-Geschichte dar - herzlichen Glückwunsch.

Die ewige Bilanz: Von den 67 Duellen seit 1995/96 gingen 47 an Bonn, 20 an Braunschweig. In der vergangenen Saison setzte sich jeweils die Heimmannschaft durch.

Meilensteine: Hier lohnt sich ein Blick auf Jeff Garrett (Bonn), der mit dem nächsten erfolgreichen Dreier die 200 Treffer von „Downtown“ einloggt und insgesamt nur noch 24 Punkte von 1.500 in der easyCredit BBL erzielten Zählern entfernt ist.

German Basketball is mad sexy: Um von Braunschweig nach Bonn zu kommen, ist man mit dem Auto auf der A2 über Hannover unterwegs. Die gleiche Route schlägt man von Herne nach Wolfenbüttel ein. Wer diesen Weg vor knapp einem Jahrzehnt gegangen ist? Natalie Nakase, die in Herne ihre Spielerkarriere beendet und in Wolfenbüttel ihre Trainerkarriere begonnen hat. Nakase ist niemand Geringeres als die amtierende WNBA-Meisterin; gerade mal im zweiten Jahr ihres Bestehens feierten die Golden State Valkyries unter Nakase den Titel. In Moritz Wagners Worten ist das ganz schön „mad sexy”, und der Startpunkt dieser besonderen Trainerkarriere ist eben „Good Old Germany.”

Was die KI (Gemini) meint - Wer gewinnt, wenn der Bonner und der Braunschweiger Löwe aufeinandertreffen?: "Bei diesem tierisch-historischen Duell gewinnt der Braunschweiger Löwe. Er ist ein mächtiges, stolzes Großmonument aus Bronze auf dem Burgplatz in Braunschweig und steht für herrschaftliche Macht und echte Kampfkraft. Da beide Löwen aus Metall bzw. Stein gegossen sind, wird es zwar ein sehr stiller und unbeweglicher Kampf – aber im reinen Gewicht, der historischen Dominanz und der schieren Masse überrollt der Braunschweiger Koloss den Bonner Löwen mühelos."

Was die Lokalpresse schreibt: … was die Rheinländer in der Realität versuchen werden zu verhindern. Immerhin sind die Telekom Baskets in der laufenden Saison daheim noch ungeschlagen, was der General-Anzeiger Bonn vor diesem Traditionsduell als gewaltiges Pfund anführt. (Paywall)

In Zivil: Den Braunschweigern fehlen derzeit Eddy Edigin (Oberschenkel) und Benny Schröder (Sprunggelenk), gegen Würzburg zog sich Devin Askew eine Gehirnerschütterung zu. Der Guard war für dieses Spiel erst wieder von einer Fußverletzung genesen. Die Bonner konnten in dieser Saison noch nicht auf Tylan Birts (Achillessehne) und Kur Jongkuch (Knie) zurückgreifen.

Trainer-Take: “In dieser Partie stehen sich Mannschaften mit unterschiedlichen Spielanlagen gegenüber. Bonn nimmt deutlich weniger Abschlüsse als Braunschweig, ist aber organisierter. Die Frage ist, ob Braunschweig genug Wurfgelegenheiten erhält. Die Löwen leisten sich die meisten Ballverluste der Liga und rebounden schlecht am defensiven Brett, was sich gegen die Bonner, die hart ihren Fehlwürfen nachgehen, als noch problematischer als sonst erweisen könnte. Zudem trifft Bonn nach der katastrophalen letzten Saison von außen jetzt den Dreier besser als jede andere Mannschaft. Bonn ist aus meiner Sicht klar im Vorteil.“

Alte Bekannte: Braunschweigs Center Zaba Bangala war 2022/2023 in Bonn unter Vertrag, spielte aber vornehmlich für die Zweite in Rhöndorf. Bonns Joel Aminu und Braunschweigs Chip Flanigan feierten 2022/2023 in Vechta den Aufstieg in die Beletage und waren auch in der Folgesaison Teamkollegen bei RASTA. Bonns Jeff Garrett und Braunschweigs Eddy Edigin waren 2024/2025 kurze Zeit Teamkollegen in Chemnitz.

Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Samstag, den 07.11.2026, ab 19:45 Uhr live bei Dyn übertragen. Kommentator vor Ort ist Chris Schmidt.

Anmerkung der Redaktion:

  • Die Vorberichte (sowie auch die Nachberichte) werden geschrieben von unserem zwölfköpfigen Redaktionsteam von Basketball-Journalisten, die sich mit dem deutschen Basketball und speziell mit der easyCredit BBL befassen.
  • Für die Rubrik „Trainer-Take“ äußert sich aus einem Pool von Co-Trainern je ein Assistent Coach eines Bundesligisten anonym zu einer anstehenden Partie, an der sein Verein nicht beteiligt ist. Auf welches Team oder welchen Aspekt er sich dabei konzentriert, ist ihm freigestellt.
  • KI-Tools werden lediglich für die Rubrik „Was die KI meint“ sowie gelegentlich für die Recherche zur Rubrik „Alte Bekannte“ benutzt.