Abstiegskampf / Kampf um die Postseason: „Live another day!“ Das war - frei nach James Bond - unsere Überschrift der Zusammenfassung vom spektakulären Sieg der Basketball Löwen Braunschweig gegen Ludwigsburg am vergangenen Wochenende, durch den die Niedersachsen weiter in der Lage sind, auf den letzten Metern den Klassenerhalt zu schaffen. Der Tabellenletzte hat – bei zwei noch ausstehenden Spieltagen – zwei Siege Rückstand auf den Drittletzten Jena. Für die Löwen gibt es dabei nur ein Szenario, bei dem sie nicht absteigen würden: Grundsätzlich müssen die beiden verbleibenden Partien in Oldenburg und gegen Chemnitz gewonnen werden. Außerdem müsste am vorletzten Spieltag Heidelberg in Jena gewinnen, und am letzten Spieltag müsste Jena in Berlin und Heidelberg gegen Vechta verlieren. Dann wäre Heidelberg Tabellenletzter mit 10-24 Siegen, und Jena und Braunschweig hätten jeweils 11-23 Siege – und den direkten Zweiervergleich haben die Löwen gewonnen (1-1 Siege, +6 Korbpunkte), wodurch sie sich auf den 16. Platz gerettet hätten. Sollte Heidelberg auch in Vechta gewinnen, käme es dagegen zum direkten Dreiervergleich um den 16. Platz, bei dem Braunschweig das Nachsehen hätte (HDB: 3-1 / JEN: 2-2 / BRA 1-3). Klingt kompliziert? Unser Tabellenrechner gibt nach einem Spieltag immer Aufschluss über die möglichen Platzierungen.
„Live another day“, das passt auch auf die EWE Baskets Oldenburg, die mit aller Macht um das Erreichen der Postseason kämpfen und ihrer Hoffnung auf ein versöhnliches Saisonende mit dem jüngsten Sieg in Trier neue Nahrung gegeben haben. Beide müssen also gewinnen, um ihre Saisonziele zu erreichen – das ist die besondere Brisanz, zumal es ein echtes Niedersachsen-Derby ist.
Status quo: Braunschweig besiegte in einem emotionalen Heimspiel und nach einer echten Hitchcock-Crunchtime Ludwigsburg mit 98:97 (hier gibt es die Zusammenfassung im Video), während der 98:95-Auswärtstriumph der Oldenburger beim Aufeinandertreffen von zwei der besten Scorer der Liga – Jordan Roland und Chris Clemons – nicht minder spektakulär war (Eindrücke davon gibt es hier).

Duell im Fokus: Schwingt sich David N'Guessan im Saison-Endspurt zum Löwenretter auf? Im Spiel gegen Ludwigsburg war der Center jedenfalls mit 21 Punkten, zehn Rebounds und einem Effektivitätswert von 29 der Matchwinner für die Braunschweiger und avancierte zum Spieltags-MVP. In Oldenburg wird er es mit Michale Kyser zu tun bekommen. Der flächendeckend tätowierte Big Man der Donnervögel steht in der Regel – und zu Unrecht – im Schatten der Oldenburger Go-to-Guys Clemons und Brian Fobbs, denn der 2,08 Meter große Routinier (34 Jahre) macht unter den Körben einen mehr als soliden Job (9,8 PPG, 5,0 RPG), wobei er auch über einen feinen Touch aus der Mitteldistanz verfügt. Braunschweigs N'Guessan kommt im Saisonmittel auf 13,7 Punkte und 6,4 Rebounds pro Spiel.
Zahlen, bitte: 100,3 Punkte haben die Braunschweiger im Schnitt in ihren jüngsten vier Saisonspielen erzielt, davon drei gewonnen.
Die ewige Bilanz: … lautet 39-23 für Oldenburg.
Das Hinspiel: Am 4. Advent fuhren die EWE Baskets Oldenburg ihren ersten Auswärtssieg und damit den zweiten Saisonerfolg ein. Beim 93:68 bei den Löwen avancierte der ehemalige Braunschweiger Nicholas Tischler mit 19 Punkten zum Topscorer des Abends.
Meilensteine:
Rekordverdächtig: Bei der Wahl zum besten Offensivspieler der Liga wurde Chris Clemons Zweiter hinter dem Trierer Jordan Roland. Verweist er aber Roland und Vechtas Alonzo Verge im Topscorer-Rennen auf die Plätze? Clemons (18,7 PPG), Verge (18,4) und Roland (18,0) trennen nur 0,7 Punkte bzw. Clemons und Roland als Erster und Dritter, die beide 32 Spiele absolviert haben, absolut nur 22 Punkte. Wann war der Kampf um die Korbjäger-Krone zuletzt so spannend? In der vergangenen Saison! Brandon Randolph (Vechta, 19,0 PPG), Justin Jaworski (Oldenburg, 18,9) und Jhivvan Jackson (Würzburg, 18,6) lagen noch enger zusammen: Hätte Jaworski nur zwei Zähler in der gesamten Saison mehr erzielt, wäre er Liga-Topscorer geworden. Auch interessant: Randolph hat in seinen letzten vier Spielen 25, 30, 42 und 13 Punkte aufgelegt, das heißt: Er stand davor bei nur 17,6 Zählern, aber hat Jaworski (bei 19,5 PPG vier Spieltage vor Schluss) und Jackson (19,1) trotz dieses großen Abstands noch eingeholt. Da schien jemand auf einer Mission gewesen zu sein … Wie vergangene Saison haben wir also wieder zwei Spieler aus Oldenburg und Vechta im Topscorer-Rennen!
Alte Bekannte: Oldenburgs Nicholas Tischler verbrachte von 2021 bis 2024 drei Spielzeiten in Braunschweig, ehe er nach Chemnitz wechselte. Teamkollege Filip Stanic trifft auf zwei alte Bekannte: Mit Philipp Hartwich spielte er 2022/23 in Würzburg, mit Ferdinand Zylka 2017/18 in Gotha. Stanic und Zylka holten 2016 zudem den Titel beim Albert-Schweitzer-Turnier und zwei Jahre später die Bronzemedaille bei der U20-EM.
In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Dennis Schröder lässt sich bekanntlich kein Spiel „seiner“ Löwen entgehen – wird sich der Hauptgesellschafter auch während der NBA-Playoffs (sicher im Re-Live) die entscheidenden beiden Spiele der Braunschweiger im Kampf um den Klassenerhalt anschauen? Mit den Cleveland Cavaliers ist der Point Guard der deutschen Nationalmannschaft kürzlich in die zweite Runde der NBA-Playoffs eingezogen, wo in Isaiah Hartenstein (der Aktien beim Braunschweiger Ligakonkurrenten ratiopharm ulm hat) ein zweiter Deutscher schon wartet. Mit dem amtierenden NBA-Champion Oklahoma City Thunder will der Big Man den Back-to-back-Titel – um dann im Sommer nach eigener Aussage wieder das Nationalmannschaftstrikot überzustreifen. Warum? Weil German Basketball mad sexy ist!
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Freitag ab 19:45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Arne Malsch.



















