Kampf um die Postseason: Die Basketball Löwen Braunschweig sind bereits abgestiegen (siehe nächste Rubrik), aber für die EWE Baskets Oldenburg ändert das nicht wirklich etwas im Niedersachsen-Duell. Die Donnervögel (12. Platz, 15-17 Siege) brauchen unbedingt einen Sieg, um zu Chemnitz (16-17) auf dem zehnten Platz aufzuschließen und die Hoffnung auf die Play-Ins am Leben zu erhalten. Gleichzeitig wäre es für Oldenburg wichtig, dass Rostock (11. Platz, 16-17) in Vechta verliert, denn gegen die Seewölfe hat Oldenburg den direkten Vergleich verloren (1-1 Siege, +15 Korbpunkte Rostock), gegen Chemnitz aber gewonnen (1-1, +7). Sollten alle drei Teams am Ende punktgleich sein, stünde Chemnitz im Dreiervergleich oben (CHE: 3-1 / OLD: 2-2 / HRO: 1-3) und würde sich damit den letzten Play-In-Platz sichern. Natürlich sind auch noch direkte Vergleich mit mehr als drei Teams möglich – Trier, Vechta und Ludwigsburg wären da zu nennen; wie es in solchen Fällen aussähe, würde dann unser Tabellenrechner anzeigen. Für Oldenburg zählt im ersten Schritt heute nur ein Sieg gegen Braunschweig!
Historisches: Es ist ein Novum: Die Basketball Löwen Braunschweig und die MLP Academics Heidelberg steigen 2026 ab – obwohl sie 2025 noch im Viertel- bzw. Halbfinale waren. Und in der bald 60-jährigen Geschichte der Liga sind noch nie in einer Saison zwei Teams sportlich abgestiegen, die im Vorjahr noch in den Playoffs bzw. der früheren Meisterschafts-Endrunde standen. Seit die Liga 1975 erstmals eingleisig wurde, stiegen bisher überhaupt nur vier Vereine sportlich ab, die in der Saison vorher die Postseason erreicht hatten* – und darunter waren kurioserweise auch Heidelberg und Braunschweig:
- BG Göttingen (2011 im Viertelfinale, 2012 abgestiegen)
- SG Braunschweig (1993 im Viertelfinale, 1994 abgestiegen)
- Steiner Bayreuth (1991 im Halbfinale, 1992 abgestiegen)
- USC Heidelberg (1979 Sechster der Endrunde, 1980 abgestiegen)
Für Braunschweig ist es der vierte sportliche Abstieg nach 2006 (dank Liga-Aufstockung von 16 auf 18 Teams per Wildcard gerettet), wie oben aufgeführt 1994 sowie 1989, als man als Aufsteiger mit 0:22 Siegen in der Hauptrunde und 0:6 Siegen in der Abstiegsrunde scheiterte. Der zweifache Deutsche Meister USC Heidelberg (1973, 1977) stieg früher auch bereits drei Mal ab – wie oben aufgeführt 1979, dazu 1982 als Aufsteiger und letztmalig 1985, wonach es 36 Jahre dauerte, bis man 2021 als MLP Academics wieder erstklassig wurde.
*Abgesehen davon gab es zwei Playoff-Teams, die im Jahr darauf sportlich abgestiegen waren, aber per Wildcard erstklassig blieben: 2009 die Eisbären Bremerhaven (Viertelfinalist) und 2002 der Mitteldeutsche BC (Viertelfinalist) sowie einige Playoff-Teams, die meist aus finanziellen Gründen zurückzogen: 2015 die Artland Dragons (Halbfinalist), 2008 die Bayer Giants Leverkusen (Viertelfinalist), 1995 der TuS Bramsche (Viertelfinalist), 1990 Galatasaray Köln (Halbfinalist) und 1988 ASC Göttingen (Viertelfinalist).
Status quo: Braunschweig besiegte in einem emotionalen Heimspiel und nach einer echten Hitchcock-Crunchtime Ludwigsburg mit 98:97 (hier gibt es die Zusammenfassung im Video), während der 98:95-Auswärtstriumph der Oldenburger beim Aufeinandertreffen von zwei der besten Scorer der Liga – Jordan Roland und Chris Clemons – nicht minder spektakulär war (Eindrücke davon gibt es hier).

Duell im Fokus: David N'Guessan hätte sich im Saison-Endspurt zum Löwenretter aufschwingen können. Im Spiel gegen Ludwigsburg war der Center jedenfalls mit 21 Punkten, zehn Rebounds und einem Effektivitätswert von 29 der Matchwinner für die Braunschweiger und avancierte zum Spieltags-MVP. In Oldenburg wird er es mit Michale Kyser zu tun bekommen. Der flächendeckend tätowierte Big Man der Donnervögel steht in der Regel – und zu Unrecht – im Schatten der Oldenburger Go-to-Guys Clemons und Brian Fobbs, denn der 2,08 Meter große Routinier (34 Jahre) macht unter den Körben einen mehr als soliden Job (9,8 PPG, 5,0 RPG), wobei er auch über einen feinen Touch aus der Mitteldistanz verfügt. Braunschweigs N'Guessan kommt im Saisonmittel auf 13,7 Punkte und 6,4 Rebounds pro Spiel.
Zahlen, bitte: 100,3 Punkte haben die Braunschweiger im Schnitt in ihren jüngsten vier Saisonspielen erzielt, davon drei gewonnen.
Die ewige Bilanz: … lautet 39-23 für Oldenburg.
Das Hinspiel: Am 4. Advent fuhren die EWE Baskets Oldenburg ihren ersten Auswärtssieg und damit den zweiten Saisonerfolg ein. Beim 93:68 bei den Löwen avancierte der ehemalige Braunschweiger Nicholas Tischler mit 19 Punkten zum Topscorer des Abends.
Rekordverdächtig: Bei der Wahl zum besten Offensivspieler der Liga wurde Chris Clemons Zweiter hinter dem Trierer Jordan Roland. Verweist er aber Roland und Vechtas Alonzo Verge im Topscorer-Rennen auf die Plätze? Clemons (18,7 PPG), Verge (18,4) und Roland (18,0) trennen nur 0,7 Punkte bzw. Clemons und Roland als Erster und Dritter, die beide 32 Spiele absolviert haben, absolut nur 22 Punkte. Wann war der Kampf um die Korbjäger-Krone zuletzt so spannend? In der vergangenen Saison! Brandon Randolph (Vechta, 19,0 PPG), Justin Jaworski (Oldenburg, 18,9) und Jhivvan Jackson (Würzburg, 18,6) lagen noch enger zusammen: Hätte Jaworski nur zwei Zähler in der gesamten Saison mehr erzielt, wäre er Liga-Topscorer geworden. Auch interessant: Randolph hat in seinen letzten vier Spielen 25, 30, 42 und 13 Punkte aufgelegt, das heißt: Er stand davor bei nur 17,6 Zählern, aber hat Jaworski (bei 19,5 PPG vier Spieltage vor Schluss) und Jackson (19,1) trotz dieses großen Abstands noch eingeholt. Da schien jemand auf einer Mission gewesen zu sein … Wie vergangene Saison haben wir also wieder zwei Spieler aus Oldenburg und Vechta im Topscorer-Rennen!
Alte Bekannte: Oldenburgs Nicholas Tischler verbrachte von 2021 bis 2024 drei Spielzeiten in Braunschweig, ehe er nach Chemnitz wechselte. Teamkollege Filip Stanic trifft auf zwei alte Bekannte: Mit Philipp Hartwich spielte er 2022/23 in Würzburg, mit Ferdinand Zylka 2017/18 in Gotha. Stanic und Zylka holten 2016 zudem den Titel beim Albert-Schweitzer-Turnier und zwei Jahre später die Bronzemedaille bei der U20-EM.
In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Dennis Schröder lässt sich bekanntlich kein Spiel „seiner“ Löwen entgehen – wird sich der Hauptgesellschafter auch während der NBA-Playoffs (sicher im Re-Live) die verbleibenden Spiele der Braunschweiger anschauen? Mit den Cleveland Cavaliers ist der Point Guard der deutschen Nationalmannschaft kürzlich in die zweite Runde der NBA-Playoffs eingezogen, wo in Isaiah Hartenstein (der Aktien beim Braunschweiger Ligakonkurrenten ratiopharm ulm hat) ein zweiter Deutscher schon wartet. Mit dem amtierenden NBA-Champion Oklahoma City Thunder will der Big Man den Back-to-back-Titel – um dann im Sommer nach eigener Aussage wieder das Nationalmannschaftstrikot überzustreifen. Warum? Weil German Basketball mad sexy ist!
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Freitag ab 19:45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Arne Malsch.



















