Status Quo: Die VET-CONCEPT Gladiators Trier haben ihre letzten vier Spiele in Vechta und Jena sowie gegen die Bayern und Oldenburg verloren (Bilanz: 16-16). Die Telekom Baskets Bonn (20-12) indes haben von ihren letzten fünf Spielen nur das in Berlin verloren und feierten in der vergangenen Woche die Rückkehr der Langzeitverletzten Tylan Birts und Jonathan Bähre.
Die besondere Brisanz: Spiele zwischen Bonn und Trier hatten in der Bundesliga bis zum Trierer Abstieg 2015 angesichts der geografischen Nähe (beide Standorte trennen nur 165 Kilometer) sowie packender Playoff-Duelle 2000 und 2004 stets einen gewissen Derby-Charakter. Diese Rivalität wurde in dieser Saison nach der Rückkehr der Gladiatoren in die easyCredit BBL aus dem Stand neu belebt. Der Aufsteiger warf die Rheinländer gleich im Oktober krachend aus dem Pokal und gewann auch das dramatische Hinspiel der Punktrunde vor 300 mit an die Mosel gereisten Bonner Fans nach Verlängerung. Jetzt kommen die Gladiatoren mit ca. 500 Fans im Rücken in die Bundesstadt.
Kampf um die Postseason: Die Telekom Baskets haben ihr Playoff-Ticket schon in der Tasche, müssen aber ihren vierten Platz und damit den Heimvorteil im Viertelfinale noch gegen den Verfolger Würzburg (18-14) verteidigen. Die Franken haben zwar schon zwei Niederlagen mehr auf dem Konto, aber den direkten Vergleich gegen Bonn gewonnen. Vor dem Hintergrund, dass die Baskets am Sonntag in Bamberg eine noch viel kniffligere Aufgabe erwartet, ist ein Heimsieg gegen den Aufsteiger für die Telekom Baskets am Freitag geradezu Pflicht.
Auch Trier (16-16 Siege) kann laut unserem Tabellenrechner theoretisch noch ein direktes Playoff-Ticket ergattern. Nüchtern betrachtet muss sich das Team von der Mosel aber auf die Play-Ins einstellen – zumal selbst die Teilnahme daran noch nicht in trockenen Tüchern ist. Neben Chemnitz haben nämlich auch Oldenburg und Rostock ihre direkten Vergleiche gegen Trier gewonnen und lauern mit nur einem Sieg Rückstand (je 15-17) auf ihre Chance, den Neunten auf den letzten Metern noch zu überholen und ggf. aus den Play-Ins zu werfen. Am Sonntag empfängt Trier zum Abschluss der Punktrunde den SYNTAINICS MBC.
Lesen bildet: Wer bei all den Konstellationen und eventuell noch wichtig werdenden direkten Vergleich nicht den Überblick verlieren möchte, für den hat Stefan Koch in seiner Kolumne „Kochs Nachschlag“ einmal das Rennen um die Postseason unter die Lupe genommen.
Das Hinspiel: Jordan Roland war beim 102:98-Sieg nicht nur mit 19 Zählern vor Clayton Guillozet und Nolan Adekunle (je 18) Triers Topscorer, sondern rettete die Gastgeber mit einem Dreier 18 Sekunden vor Schluss auch in die Verlängerung und besiegelte dort mit einem weiteren Dreier und vier sicher verwandelten Freiwürfen den Sieg. Grayson Murphy (24) und Alijah Comithier (23) waren Bonns Topscorer.
Duell im Fokus: Es hätte nicht der Auszeichnung von Jordan Roland als bester Offensivspieler der Liga bedurft (zu den Highlights von Roland), um die Baskets vor dem korbgefährlichen US-Guard zu warnen, der sich mit 18,0 Zählern pro Partie einen packenden Dreikampf mit Chris Clemons (18,7 PPG) und Alonzo Verge (18,4 PPG) um die diesjährige Korbjäger-Krone in der easyCredit BBL liefert. Schon im Hinspiel am 10. Spieltag war Roland mit 19 Punkten Triers Topscorer und Matchwinner gegen Bonn. Der auf Bonner Seite nachverpflichtete Jalen Finch (13,1 PPG) stand damals noch gar nicht im Kader der Telekom Baskets. Der US-Guard hat in den letzten zehn Spielen regelmäßig zweistellig gescort und ist damit aktuell die konstanteste Bonner Offensivwaffe.

Zahlen, bitte: Mit im Schnitt 91,0 Punkten (Liga-Topwert) und der nur von den Bayern übertroffenen zweitbesten Wurfquote der easyCredit BBL (48,3 Prozent) leben die VET-CONCEPT Gladiators Trier vor allem von ihrer gefährlichen Offensive. Bonn setzt hingegen in erster Linie auf seine Verteidigung. Die Telekom Baskets stellen nach gegnerischen Punkten (79,8 PPG) und gegnerischer Wurfquote (44,7 Prozent) die viertbeste Defense der Liga und forcieren beim Gegner die drittmeisten Ballverluste (15,8 pro Spiel).
Meilensteine: Michael Kessens (Bonn) fehlen noch acht Defensiv-Rebounds bis 750.
Jeff Garrett (Bonn) fehlen noch fünf Defensiv-Rebounds bis 500.
Die ewige Bilanz: In der Saison 2014/2015 trugen die letzten Bonner Siege über Trier (88:71 in Bonn und 80:74 in Trier) maßgeblich dazu bei, dass die Gladiatoren sich für zehn Jahre in die zweite Liga verabschieden mussten. Umso mehr schmeckte den Trierer Fans gleich nach dem Wiederaufstieg der 107:90-Sieg über die Bonner im Pokal-Achtelfinale (Highlights). Auch vom zweiten Gastspiel an der Mosel mussten die Bonner nach einer 98:102-Niederlage am 13. Dezember mit leeren Händen zurückkehren. In der ewigen Bilanz führen sie aber gegen Trier noch mit 29:23 Siegen.
Alte Bekannte: Jacques Schneider kehrt für dieses Spiel in seine Geburtsstadt zurück, wo er am 16. August 1992 das Licht der Welt erblickte. Bis zu seinem dritten Lebensjahr wohnte er in Bonn, ging später auch als Grundschüler noch zu den Heimspielen der Telekom Baskets und spielte als 19-Jähriger im Regionalligateam des Vereins. Joel Aminu und Marco Hollersbacher spielten von 2017 bis 2020 gemeinsam in Hagen, und auch Grayson Murphy sowie JJ Mann liefen 2022/2023 für die „Feuervögel“ auf. Zuvor spielte Mann 2021/2022 mit Melvin Jostmann in Leverkusen.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Freitag, den 08.05.2026, ab 19:45 Uhr live bei Dyn übertragen. Kommentator vor Ort ist Johannes Hülstrung.



















