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Home/Newscenter/Chemnitz mit mehr als tausend Fans in Berlin: Wiederauferstehung oder nächster Absturz?

VorberichteChemnitz mit mehr als tausend Fans in Berlin: Wiederauferstehung oder nächster Absturz?

01. Mai 2026
In die Karten könnte den Chemnitzern spielen, dass die Berliner nach der 79:85-Niederlage in München nur 41 Stunden Zeit zur Regeneration und zur Vorbereitung auf den neuen Gegner hatten. Die NINERS hatten eine ganze Woche Zeit, um ihre böse Heimniederlage gegen den Dritten Bamberg zu verarbeiten, bei der sie in der zweiten Halbzeit als Team total auseinanderfielen. So oder so wird Chemnitz sich enorm steigern müssen, um selbst müde Albatrosse herauszufordern. Die Fans, die ihr Team in so großer Zahl zu diesem Spiel begleiten, hätten das verdient.

Kampf um die Postseason: Berlin (23-9 Siege) fehlt noch ein Sieg aus den Heimspielen gehen Chemnitz und Jena, um sich aus eigener Kraft den zweiten Platz zu sichern. Die NINERS, die am letzten Doppelspieltag noch gegen Frankfurt und in Braunschweig spielen, kämpfen gleichauf mit Oldenburg und Rostock (alle 14-17 Siege) um den 10. Tabellenplatz, der gerade noch zur Teilnahme an den Play-Ins berechtigt. Gegen Oldenburg haben die NINERS den direkten Vergleich verloren, gegen Rostock mit 2:0 gewonnen. Stefan Koch vergleicht in der aktuellen Ausgabe seiner Kolumne "Kochs Nachschlag" die Chancen aller um den zehnten Platz kämpfenden Kandidaten genauer.

Die besondere Brisanz: „Jetzt heißt das große Ziel Play-Ins und dann Playoffs“, hatte NINERS- Geschäftsführer Steffen Herhold laut der Freien Presse am vergangenen Samstag bei der feierlichen „Chemmy“-Gala versprochen, bei der die NINERS zum elften Mal (zum achten Mal in Folge) als Chemnitzer Mannschaft des Jahres ausgezeichnet wurden: „Zunächst schlagen wir am Montag Bamberg, und dann fahren wir mit 2000 Fans im Rücken nach Berlin und gewinnen bei Alba.“ Das mit dem Sieg gegen Bamberg ging am Montag schonmal schief – und zwar mit 62:89 so sehr, dass mancher Fan die Reise in die Hauptstadt am Sonntag mit gedämpfter Vorfreude antreten könnte.

Status quo: In die Karten könnte den Chemnitzern spielen, dass die Berliner nach der 79:85-Niederlage in München nur 41 Stunden Zeit zur Regeneration und zur Vorbereitung auf den neuen Gegner hatten. Die NINERS hatten eine ganze Woche Zeit, um ihre böse Heimniederlage gegen den Dritten Bamberg zu verarbeiten, bei der sie in der zweiten Halbzeit als Team total auseinanderfielen. So oder so wird Chemnitz sich enorm steigern müssen, um selbst müde Albatrosse herauszufordern. Die Fans, die ihr Team in so großer Zahl zu diesem Spiel begleiten, hätten das verdient.

Award-Anwärter: Vor Saisonbeginn glaubte kaum jemand, dass Pedro Calles, Trainer des Jahres 2019 (mit Vechta), mit den vom EuroLeague- zum BBL-Team geschrumpften Berlinern so erfolgreich werden könnte, wie der Spanier es nun ist, aber die Überraschung über Anton Gavel und Bamberg überstrahlt in dieser Saison alle anderen Trainerleistungen in der easyCredit BBL. Rodrigo Pastore, Trainer des Jahres 2024, konnte mit seinen NINERS auch in dieser Saison nicht an die legendäre, vom Erreichen des BBL-Halbfinales und dem Gewinn des FIBA Europe Cup gekrönte Saison 2023/24 anknüpfen.

Können Kevin Yebo (mit Ball) und seine Chemnitzer dank großer Fanunterstützung bei Justin Bean und ALBA siegen? (Foto: Tilo Wiedensohler)

Duell im Fokus: Bei ALBA wie bei den NINERS sind die Power Forwards die effektivsten Spieler. Der als Jugendlicher vier Jahre im Heim aufgewachsene, emotionale Kevin Yebo, der erst mit 16 Jahren zum Basketball fand, und der als Sohn eines Basketball-Trainers in einer Basketball-Familie groß gewordene Mormone Justin Bean, der nach der High School zwei Jahr als Missionar tätig war, haben dabei ganz unterschiedliche Biografien. Auf dem Parkett jagen sie aber gleichermaßen mit großer Leidenschaft sowie schier endloser Energie jedem Ball nach. Bean ist ALBAs bester Rebounder (5,7 RPG) und viertbester Scorer (10,7 PPG). Yebo ist der Topscorer (16,0 PPG) und der zweitbeste Rebounder (6,5 RPG) der NINERS.

Zahlen, bitte: : Berlin nimmt mit der neuntbesten Dreierquote (33,5 Prozent) die achtmeisten Würfe von Downtown (28,2 pro Spiel) und mit der zehntbesten Zweier-Quote (54,4 Prozent) die sechstmeisten Zweier (38,0). Chemnitz nimmt die drittmeisten Dreier (31,4), obwohl die Quote (32,8 Prozent) die sechstschwächste der Liga ist – und nimmt trotz der viertbesten Zweier-Quote (56,5 Prozent) die wenigsten Zweier (nur 32,8) in der Liga.

Die ewige Bilanz: Die NINERS führten vor zwei Jahren im Playoff-Halbfinale gegen ALBA schon 2:1, bevor die Berliner sich noch zu zwei Siegen aufrafften und mit 3:2 ins Finale gegen die Bayern einzogen. Diese dramatische Halbfinalserie und das von ALBA gewonnene Pokal-Halbfinale beim TOP FOUR in Berlin um den BBL Pokal 2022 waren die bisherigen Höhepunkte der Rivalität zwischen beiden Clubs in der erst sechsjährigen Geschichte dieses Ost-Derbys. Von bisher zehn Punktspielen gewann ALBA acht und die NINERS zwei.

Das Hinspiel war am achten Spieltag im Chemnitzer Hexenkessel hochdramatisch. Die erste, von den NINERS 48:44 gewonnene Halbzeit war geprägt von elf (bei fünfzigprozentiger Quote) verwandelten Dreiern der von Kevin Yebo und Ty Brewer (je 18 Punkte) angeführten Gastgeber. Nach dem Seitenwechsel kontrollierte Berlin mit zwanzig Punkten von Martin Hermannsson sowie elf Zählern und neun Rebounds von Justin Bean die Chemnitzer Dreier besser und zog mit einem 17:0-Lauf zu Beginn des Schlussviertels auf 84:72 davon. Der Chemnitzer Endspurt kam zu spät, um den Berliner 89:85-Sieg zu verhindern.

Meilensteine: Kevin Yebo fehlt noch ein Punkt bis 1.500. Jonas Mattisseck fehlen noch vier Dreier bis 250. Justin Bean fehlen noch drei Offensiv-Rebounds bis 100. Martin Hermannsson fehlen noch vier Steals bis 100.

Am Rande der Bande saß in den letzten drei Chemnitzer Spielen Nike Sibande als siebter Ausländer. Berlin hat seit dem Abgang von Martynas Echodas nur noch fünf Import-Spieler im Aufgebot.

Alte Bekannte: Der gebürtige Berliner Roman Bedime wurde bei Tiger Kreuzberg und den Berlin Braves groß.

In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Der offizielle Fanclub der NINERS, die ChemnitzCrew, hat einen Sonderzug zum Spiel nach Berlin organisiert. Die 480 Tickets für diesen ersten Sonderzug in der Chemnitzer Vereinsgeschichte waren bereits Ende März ausverkauft. Die Aktion erinnert an die insgesamt neun Sonderzüge, mit denen die Fans der Telekom Baskets von 1997 bis 2016 ihre Mannschaft in die Hauptstadt begleiten (hier ein WDR-Bericht vom ersten Fanzug im Rahmen des Finales 1997). Die Chemnitzer müssen wegen der kürzeren Strecke nicht ganz so früh aufstehen wie die Bonner. Wer trotzdem für die Abfahrt um 10 Uhr auf Bahnsteig 13 (hoffentlich ist niemand abergläubisch) am Sonntag seinen Sonntagsschlaf etwas abkürzen muss, weiß aber wofür: German Basketball is mad sexy!

Fernsehen / Livestream: Die Partie wird Sonntag ab 14.45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Arne Malsch.