Die Telekom Baskets Bonn gewinnen das dritte Spiel der Viertelfinal-Serie gegen die Fitness First Würzburg Baskets mit 80:76 und sichern sich somit den Matchball zum Einzug ins Halbfinale. In einem bis in die Schlusssekunden dramatischen Spiel macht am Ende die gute Dreierquote der Gäste den Unterschied. Bester Werfer des Abends ist Alijah Comithier mit 18 Punkten.
Stand: Fitness First Würzburg Baskets (5) - Telekom Baskets Bonn (4) 1 - 2
Spielverlauf und Wendepunkt: Beide Teams taten sich in der Anfangsphase schwer, was den offensiven Rhythmus angeht. Die Partie war geprägt von defensiver Intensität, was sich auch in einer zwischenzeitlichen Würzburger Presse widerspiegelte. Angeführt von Marcus Carr, der in den ersten Minuten vier Assists verteilte, erspielten sich die Hausherren durch einen erfolgreichen Dreier von Alen Pjanic eine kleine Führung (22:17). Diese baute man mit zwei erfolgreichen Abschlüssen prompt auf zehn Punkte aus und zwang Marko Stankovic nach nur 39 Sekunden im zweiten Viertel zu einer Auszeit.
Bis zum Seitenwechsel liefen die Bonner dennoch hinterher, drehten dann aber nach Wiederbeginn auf. Vor allem defensiv ließ man kaum noch etwas zu, holte sich das dritte Viertel mit 19:7 und ging dementsprechend mit einer Führung von vier Punkten (55:51) in die finalen zehn Minuten. Hier spitzte sich die Dramatik immer mehr zu. Bonn traf von außen durch Grayson Murphy und Jalen Finch, Würzburg konterte durch Hustle-Plays von Eddy Edigin und Zählern von Marcus Carr.
57 Sekunden vor Ende netzte erneut Carr einen Dreier zum 74:74-Ausgleich und versetzte die tectake Arena endgültig in ein Tollhaus. Jeff Garrett ließ die Massen mit einem Dreier nach Offensiv-Rebound verstummen, Bonn überstand daraufhin einen potentiellen Gamewinner von Carr und brachte den Sieg an der Freiwurflinie nach Hause.
Zahlen, bitte: Knackte Bonn diesmal die 30-Prozent-Marke von der Dreierlinie? Die Rheinländer zählen die gesamte Saison schon zu den schwächsten Teams von außen, weshalb Erfolgserlebnisse von jenseits des Bogens Balsam auf die angespannte Playoff-Seele wären. Nach unterdurchschnittlichen Ausbeuten in den ersten beiden Spielen, setzte Bonn diesmal Wirkungstreffer von der Dreierlinie: Murphy, Comithier und Garrett in der Schlussminute netzten entscheidende Würfe. Am Ende stand eine starke Quote von 38 Prozent im Boxscore, und im Bonner Lager wird man sich fragen: Wieso geht das nicht immer so? Neben der Dreierquote waren 17 Offensiv-Rebounds ein weiterer Schlüssel zum Auswärtssieg.

Duell im Fokus: Nationalspieler Joel Aminu war in den ersten beiden Spielen der Serie der Mann, den es bei Bonn zu stoppen galt. Er war mit 12 und 16 Punkten in beiden Spielen Topscorer seines Teams. Dabei ist bekannt, dass der Flügelspieler gerne von außen abdrückt. Würzburgs Spiel ist ohnehin etwas guardorientierter, sodass es wenig überraschend war, dass Jonathan Stove und Davion Mintz mit 19 und 17 Punkten im zweiten Spiel auftrumpften. Diesmal blieb Aminu mit vier Zählern blass, doch auch erneute 17 Zähler von Mintz reichten den Mainfranken nicht zum Sieg.
Spieler des Spiels: Jeff Garrett! Mit 13 Punkten und neun Rebounds schrammte er nur knapp an einem Double-Double vorbei, sorgte zudem mit seinem Dreier in der Schlussminute und zwei verwandelten Freiwürfen eine Sekunde vor Schluss für die entscheidenden Akzente.
Die Deutschen: Alen Pjanic und Patrick Heckmann erzielten jeweils sieben Punkte.
Am Rande der Bande: ... saßen bzw. standen 3140 Zuschauer in der restlos ausverkauften tectake Arena und bildeten einen würdigen Rahmen für das erste Playoff-Spiel der Saison in Würzburg.
Wie gehts weiter: Zeit zum Verschnaufen bleibt beiden Mannschaften kaum, denn bereits am Sonntag steigt das vierte Spiel der Serie erneut in Würzburg. Tipoff ist um 16.30 Uhr.
Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.


















