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Nachberichte66:63-Crunchtime-Erfolg gegen Würzburg: Bonn wacht nach der Pause auf und steht im Playoff-Halbfinale

27. Mai 2026

Trotz nur 22 Punkten zur Pause stehen die Telekom Baskets Bonn im Playoff-Halbfinale. Der Hauptrundenvierte wacht im entscheidenden fünften Spiel gegen die Fitness First Würzburg Baskets im dritten Viertel auf und feiert vor 6.000 Zuschauern einen 66:63-Crunchtime-Erfolg. Im Halbfinale werden die Bonner auf den FC Bayern Basketball treffen.

Stand: Telekom Baskets Bonn (4) – Fitness First Würzburg Baskets (5) 3-2

Spielverlauf und Wendepunkt: Die 19:15-Führung Würzburgs nach dem ersten Viertel ist schnell erklärt: Während die Gäste vier ihrer neun Dreier versenkten, verfehlten die Gastgeber jeden ihrer sieben Versuche von Downtown. Die Würzburger konnten ihren Wurfrhythmus gegen die gute Bonner Verteidigung aber nicht beibehalten und setzten 14 Würfe aus der Distanz nacheinander daneben. Die Bonner erkämpften sich zwar wie gewohnt viele zweite Wurfchancen, trafen aber zu selten und standen zur Pause bei 0/13 von Downtown. Auf beiden Seiten schien der Korb wie vernagelt: Nur 18 Punkte brachten beide Teams zusammen im zweiten Durchgang auf die Anzeige, die Würzburger gingen mit einer 30:22-Führung in die Kabine.

Knapp zwei Minuten nach der Pause erlöste Tylan Birts die Bonner mit dem ersten erfolgreichen Dreier. Zum ersten Mal in dieser Partie fanden die Hausherren ihren Rhythmus und holten sich durch einen 18:4-Lauf das Momentum sowie die Führung. Die Bonner erzielten im dritten Viertel fünf Punkte mehr als in der gesamten ersten Hälfte, Grayson Murphy krönte sein starkes drittes Viertel mit einem Dreier mit Brett zur 49:46-Führung. Die Würzburger ließen sich aber nicht abschütteln, obwohl das Guard-Tandem Marcus Carr und Davion Mintz keinen Wurfrhythmus fand. Dank David Muenkat verkürzten die Gäste zwei Minuten vor Spielende auf 61:63. In den letzten 33 Sekunden hatten die Würzburger dreimal die Chance zum Ausgleich, doch Carr und Mintz vergaben.

Duell im Fokus: Nach der Pause war Grayson Murphy der Katalysator dafür, dass die Bonner offensiv aufwachten; der Point Guard hatte überall seine Finger im Spiel und blockte sogar einen Wurf. Insgesamt traf Murphy zwar nur vier seiner elf Würfe aus dem Feld, präsentierte sich mit zehn Zählern, vier Rebounds und fünf Assists aber vielseitig. Auf der Gegenseite schafften es Marcus Carr und Davion Mintz nicht, die Würzburger in Gang zu bringen. Beide blieben deutlich unter ihrem Saisonschnitt, Carr traf bei seinen zehn Zählern nur vier seiner 16 Würfe aus dem Feld, Mintz – immerhin mit vier Rebounds und fünf Assists – bei seinen acht Zählern nur zwei seiner neun Versuche.

Michael Kessens (links) war in einem defensivgeprägten Spiel der offensiv auffälligste Spieler. (Foto: Sebastian Derix)

Spieler der Partie: Kollektiv überzeugten die Bonner nicht mit guten Quoten, das tat individuell Michael Kessens. Der Center traf sieben seiner elf Würfe aus dem Feld, erzielte 16 Punkte sowie zwölf Rebounds und verbuchte damit sein zweites Double-Double der Saison. Kessens war der mit Abstand effektivste Spieler der Partie.

Zahlen, bitte: Die Bonner fanden wieder mal nicht ihren Rhythmus von außen (4/21 3P; 19,0%), dafür gute Abschlüsse in der Zone: Dort legten die Hausherren 20 Zähler mehr auf als Würzburg (38:18).

Rekordverdächtig: Nur 52 Punkte markierten beide Teams in der ersten Hälfte, nur in einer Partie in dieser Saison wurde weniger zur Pause gepunktet (48 Zähler bei Würzburg gegen Heidelberg). Und auch den Negativrekord für Punkte in einem Viertel (17 Zähler bei Würzburg gegen Heidelberg) verpassten Bonn und Würzburg mit 18 Zählern nur knapp.

Weise Worte: „Sie sind das beste Team Deutschlands – ich denke, wir werden eine Menge Leute schocken“, blickte Tylan Birts bei Dyn selbstbewusst auf die anstehende Halbfinalserie gegen die Bayern.

Was wir bisher gelernt haben: Dass die Bonner keine gute Dreierquote brauchen, um Spiele zu gewinnen. Diesmal waren es nur 19 Prozent, beim 88:81-Erfolg in der zweiten Partie hatten sie nur 28 Prozent getroffen. Haben die Bonner in dieser Saison in einem Ligaspiel weniger als 30 Prozent von Downtown versenkt, haben sie immerhin zwölf von 25 Partien gewonnen.

Am Rande der Bande saß bei Bonn weiterhin Zach Cooks.

Wie geht’s weiter: Die Bonner treffen im Playoff-Halbfinale auf den FC Bayern Basketball, der seine Viertelfinalserie gegen Trier mit 3:0 dominiert hat. Das erste Spiel findet am Samstag um 14:30 Uhr statt.

Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.