Stand: ALBA BERLIN (2) – BMA365 Bamberg Baskets (3) 2-1
Die besondere Brisanz: Die liegt, wie schon vor dem dritten Spiel, ganz auf der Seite der BMA365 Bamberg Baskets. Die Ausgangslage ist angesichts des 1:2-Rückstands im Playoffhalbfinale gegen ALBA BERLIN schließlich klar: Eine Niederlage wäre gleichbedeutend mit dem Saisonende für den amtierenden Pokalsieger. Ein Erfolg hingegen würde den Basketball-Fans den großen Showdown am kommenden Dienstag bescheren: Dann stünde das fünfte und entscheidende Spiel in Berlin auf dem Programm.
Status quo: Mit fortlaufender Saisondauer und angesichts des eng getakteten Spielplans in der Postseason müssen alle Spieler das Optimum aus Regeneration und Spielvorbereitung finden. Die Bamberger werden sehr genau hinschauen, wie es Center EJ Onu geht – der beste Defensivspieler der regulären Saison musste im dritten Spiel angeschlagen pausieren, was Headcoach Anton Gavel dazu zwang, zum erst zweiten Mal in der Saison 2025/26 seine Starting Five auf einer Position umzubauen. Mit dem 22-jährigen Finn Döntgens setzte er stattdessen auf einen Big Man, der sonst nur selten in der Rotation stand, es seinem Coach aber mit sechs Punkten in zehn Minuten dankte. Sorgenvoll waren derweil die Blicke der Berliner, bei denen bereits Alex O’Connell wegen muskulärer Probleme fehlte, als Moses Wood einen Schlag auf seinen bereits lädierten Daumen bekam und vom Parkett gehen musste. Die Mimik des US-Amerikaners sprach Bände: Es war augenscheinlich ausgesprochen schmerzhaft.

Der Blick zurück: Am Donnerstagabend hatten sich Bamberg und Berlin zum dritten Mal gegenübergestanden. Nach den deutlichen Niederlagen in den ersten beiden Spielen zeigten sich die Franken defensiv deutlich verbessert und ließen beim 81:73 weniger gegnerische Punkte zu als in den ersten beiden Vergleichen (86:105 und 71:85).
Was wir bisher gelernt haben: Die Berliner lassen in Sachen Dreierquote kontinuierlich nach. Ebneten zum Auftakt noch starke 43,2 Prozent den Weg zum deutlichen Sieg, zeigte die Kurve beim zweiten Vergleich mit 33,3 Prozent bergab. Am Donnerstag fanden gar nur noch 24,1 Prozent das Ziel. Die Mannschaft von Pedro Calles wird ihre Treffsicherheit wiederfinden müssen, nach 2:0-Führung nicht noch eine unliebsame Überraschung zu erleben. Wir erinnern uns: Aus einem 0:2 noch ein 3:2 zu machen, wäre nicht nur aus Bamberger Sicht durchaus …
… Rekordverdächtig: Seit der digitalen Erfassung der Ergebnisse ab der Saison 1998/1999 gelang es insgesamt nur drei Teams in den Playoffs, eine „Best of five“-Serie nach zwei Auftaktniederlagen noch zu drehen (hier mehr zu den größten Überraschungen in den BBL-Playoffs):
Halbfinale 1999/00: Leverkusen – Frankfurt 3:2
Viertelfinale 2001/02: Bonn – Bamberg 3:2
Viertelfinale 2002/03: Bonn – Leverkusen 3:2

Duell im Fokus: Mit 16,3 Punkten und 6,7 Assists legte Berlins Martin Hermannsson bislang in den Playoffs starke Leistungen auf das Parkett, am Donnerstag blieb er allerdings vergleichsweise unauffällig (7 PTS, 1 ASS, 4 TO). Der Routinier wird am Samstag unter Beweis stellen wollen, dass er sich zu steigern vermag, was gegen Bambergs Cobe Williams auch notwendig sein dürfte. Der bestach im dritten Spiel mit 20 Punkten und sechs Steals (persönlicher Saisonbestwert).
Die ewige Bilanz: Berlin führt mit 85:50 gegen Bamberg, der Sieg der Franken im dritten Spiel war übrigens der erste Playoff-Erfolg gegen ALBA seit 2011.
Was die Lokalpresse schreibt: Während der „Fränkische Tag“ konstatiert, dass das Bamberger Playoff-Herz noch schlage (Paywall), erkennt die „Berliner Morgenpost“, dass ALBA aus dem Rhythmus gekommen sei. Und auf rbb24.de führt Sebastian Schneider gewohnt kurzweilig und sprachgewaltig durch die Partie.
Bewegte Bilder: Wer Spiel drei verpasst hat, kann sich hier die Highlights in der Zusammenfassung von Dyn anschauen:
Weise Worte: Bambergs Trainer Anton Gavel war zufrieden mit dem Erfolg, hatte aber selbstredend direkt die nächste Aufgabe im Blick: „Es war ein wichtiger Sieg für unser Selbstvertrauen und für unsere Köpfe. Jetzt geht es darum, so schnell als möglich zu regenerieren, weil das heute auch von den Minuten her doch sehr eng war, und dann schauen wir, dass wir die Mannschaft so gut es geht auf Samstag vorbereiten.“
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Samstag ab 18:15 Uhr live hier bei Dyn übertragen, wo es jetzt auch den Playoff-Pass gibt (hier die Details zum Angebot). Kommentator ist Chris Schmidt, es moderiert Anett Sattler. Als Experte ist Patrick Femerling am Mikro. Zusätzlich wird die Partie live und free hier beim Bayerischen Rundfunk und hier beim RBB per Livestream übertragen.

















