Die besondere Brisanz: An Silvester ein Gastspiel beim Rekordpokalsieger ALBA BERLIN, zum Auftakt ins neue Jahr ein Heimspiel gegen den Deutschen Meister und Tabellenführer FC Bayern Basketball, nun ein Auswärtsspiel beim amtierenden Vizemeister ratiopharm ulm: Für die Basketball Löwen Braunschweig, Tabellen-16. mit vier Siegen und zehn Niederlagen, sind aktuell Schwergewichtswochen angesagt; den Vorsprung auf die Abstiegsränge zu vergrößern, ist angesichts dieses Spielplans ein nicht gerade einfaches Unterfangen.
Status quo: Doch inwieweit ist Ulm, Tabellensechster mit acht Siegen und sechs Niederlagen, aktuell überhaupt ein Schwergewicht? Zum Zeitpunkt des Duells mit Berlin hatte ALBA 14 Siege aus 16 Pflichtspielen eingefahren, München neun Ligaerfolge in Serie gefeiert, doch Ulm hat seine vergangenen drei Pflichtspiele verloren. Im Ligabetrieb setzte es zuletzt eine 89:100-Niederlage beim Überraschungsaufsteiger VET-CONCEPT Gladiators Trier. Die Braunschweiger haben auch ihre vergangenen beiden Partien verloren, und das deutlich: Auf ein 73:104 in Berlin folgte ein 62:91 zuhause gegen München. Schwergewichte eben ...
Zahlen, bitte: Schwergewichte sind die drei Braunschweiger Gegner in Serie auch finanziell. Zumindest rangieren sie bei den geplanten Club-Budgets auf den ersten drei Plätzen, München liegt mit großem Abstand vor Berlin, gefolgt von Ulm. Braunschweig ist immerhin Neunter.

Duell im Fokus: Braunschweigs Luka Scuka hatte verletzungsbedingt eineinhalb Monate pausieren müssen, diese lange Pause sieht man dem Power Forward aber nicht an. Der slowenische Nationalspieler punktete in den drei Partien nach seiner Rückkehr immer zweistellig: 15,0 Punkte, 7,7 Rebounds, 3,3 Assists und 1,7 Steals legte Scuka durchschnittlich auf. In Ulmer Reihen musste auch Chris Ledlum ähnlich lange verletzt pausieren, auch der Ulmer Power Forward liefert nach seinem Comeback ab: In drei seiner vier Partien punktete Ledlum zweistellig, er erzielte seit seiner Rückkehr durchschnittlich 14,3 Zähler, 6,0 Rebounds, 2,8 Assists und 0,8 Steas. Beide waren in den vergangenen Partien die teaminternen Topscorer (Ledlum: 21 Punkte gegen Trier; Scuka: 18 Punkte gegen München). Bestätigen beide Vierer auch im direkten Duell ihre gute Form?
Die ewige Bilanz: In den 60 Duellen seit 1988/89 haben die Ulmer 39, die Braunschweiger 21 Siege eingefahren. In der vergangenen Saison setzte sich jeweils das Heimteam klar durch, die Ulmer machten es in ihrem Wohnzimmer mit 111:75 sehr deutlich.
Meilensteine: Braunschweigs Ferdinand Zylka muss noch einmal von Downtown treffen, um den 150. Dreier seiner Bundesligakarriere zu versenken. Bei Ulm ist Mark Smith zwei Dreier von der 100er Marke entfernt. Braunschweigs Philipp Hartwich fehlt ein Block, um in der digitalen Bestenliste mit Anthony King (153 Blocks) auf dem 17. Platz gleichzuziehen. Bei drei Blocks zieht der Center mit Patrick Femerling (155 Blocks, 16. Platz) gleich, bei vier Blocks mit Ajmal Basit und Danilo Barthel (je 156 Blocks, 14. Platz).
Am Rande der Bande: Neben dem langzeitverletzten Tommy Klepeisz fehlten bei Ulm zuletzt auch Nelson Weidemann und Alec Anigbata. Die Braunschweiger mussten gegen München neben Josh Hawley und Romario Holloway auch auf Chip Flanigan (persönliche Gründe) und Ferdinand Zylka (Infekt) verzichten.
Im Blick des Bundestrainers: In Ulms Christian Sengfelder – sowie Nelson Weidemann, falls genesen – und Braunschweigs Joshua Obiesie werden zwei Spieler auf dem Parkett stehen, die im vergangenen Länderspielfenster für die DBB-Auswahl aufgelaufen sind. Bundestrainer Alex Mumbru wird auch bemerkt haben, dass Obiesie zuletzt etwas Schwierigkeiten hat, Konstanz in sein Spiel zu bringen, in den vergangenen sechs Partien punktete der Guard nur zweimal zweistellig. Auch Sengfelders Formkurve schwankt in dieser Saison mitunter, mit drei Partien mit zweistelliger Punkteausbeute in Serie bewegt sich die Kurve aber wieder nach oben.
Alte Bekannte: Ulms Tommy Klepeisz begann 2016/17 seine Bundesligakarriere in Braunschweig, Teamkollege Christian Sengfelder tat dies 2018/19 ebenso. Sengfelder lief in der vergangenen Saison kurzzeitig mit Braunschweigs Joshua Obiesie in Dijon auf. Ulms Malik Osborne und Braunschweigs Philipp Hartwich bildeten in der vergangenen Saison ein Center-Duo in Rostock.
In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Bereits dreimal in dieser Saison standen sich Dennis Schröder und Isaiah Hartenstein in der NBA gegenüber, dreimal behielt Hartenstein mit dem Titelverteidiger Oklahoma City Thunder gegen die Sacramento Kings die Oberhand. Vielleicht kann Schröder nun verkürzen. Wie das? Na, Schröder ist Hauptgesellschafter der Löwen, Hartenstein ist Investor in Ulm. Doch egal, wie das Duell in der Beletage ausgeht, Schröder und Hartenstein machen auf beiden Seiten des Atlantiks den deutschen Basketball sexy.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Samstag ab 19.45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Florian Pertsch.



















