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Home/Newscenter/Die traditionsreichsten Klub-Duelle in 60 Jahren Ligageschichte: Berlin gegen Bamberg an erster Stelle

Kochs NachschlagDie traditionsreichsten Klub-Duelle in 60 Jahren Ligageschichte: Berlin gegen Bamberg an erster Stelle

23. Januar 2026
Am Sonntag kreuzen ALBA BERLIN und die BMA365 Bamberg Baskets in der altehrwürdigen Max-Schmeling-Halle zum 130. Mal in der ersten Liga oder im Pokal die Klingen. Kein Duell wurde im deutschen Oberhaus häufiger ausgetragen. Ein guter Anlass, einen Blick in die Geschichtsbücher zu werfen und besondere Rivalitäten zu beleuchten.

Am Sonntag kreuzen ALBA BERLIN und die BMA365 Bamberg Baskets in der altehrwürdigen Max-Schmeling-Halle zum 130. Mal in der ersten Liga oder im Pokal die Klingen. Kein Duell wurde im deutschen Oberhaus häufiger ausgetragen. Ein guter Anlass, einen Blick in die Geschichtsbücher zu werfen und besondere Rivalitäten zu beleuchten.

Das am meisten gespielte Duell

Kein anderer noch in der Bundesliga spielender Verein verfügt, was die Bedeutung und die Anzahl der ausgetragenen Begegnungen anbelangen, über so viele besondere Rivalitäten wie ALBA BERLIN. Gegen Bamberg bestritt man nicht nur die meisten Spiele überhaupt, das Verhältnis war oft auch sehr angespannt. Wie wenig die Fans aus Freak City die Berliner mochten, zeigt am eindrucksvollsten ihr Umgang mit dem gebürtigen Berliner Mithat Demirel. Im Januar 2008 heuerte der Nationalspieler bei den Bambergern an. Auch wenn er nicht direkt aus Berlin kam, sondern zwischenzeitlich in der Türkei und in Italien spielte, wurde er bei seiner ersten Einwechslung von den fränkischen Fans gnadenlos ausgepfiffen. Im Sommer des gleichen Jahres gab es den Wechsel des Bamberger Eigengewächses Steffen Hamann in die andere Richtung, der ebenfalls viel Wirbel auslöste. Es gab alleine seit der Jahrtausendwende rund 20 Spieler, die für beide Klubs aufliefen*, aber die Engagements dieser beiden Nationalspieler beim „Feind“ hatten die größte Bedeutung. Und natürlich dürfen wir Sven Schultze nicht vergessen, der als gebürtiger Bamberger in seiner Heimat von den Fans seines Heimatvereins sowohl im ALBA- als auch im DBB-Trikot ausgepfiffen wurde. Da spielte es auch keine Rolle, dass sein Vater Hallensprecher war und seine Mutter für das leibliche Wohl der Journalisten sorgte.

2003 hatten die Berliner ihre letzte von sieben aufeinanderfolgenden Meisterschaften in der 3:0-Finalserie gegen Bamberg gewonnen. Ein Jahr später demontierten die Oberfranken den Titelverteidiger im fünften Halbfinale in der Max-Schmeling-Halle mit 93:68 (Video oben), bevor sie den Frankfurtern unterlagen. 2005 und 2007 folgten die ersten Meisterschaften der Bamberger unter Dirk Bauermann (seit den Neunzigern eine Berliner Reizfigur), die einen weiteren Stein im Fundament dieser Rivalität bedeuteten. 2011 gewannen die Bamberger eine hart umkämpfte Finalserie im direkten Duell mit den Berlinern – das in einem spektakulären fünften Finale (siehe Bryce Taylors Dunk unten) mit 72:6ff5 an Bamberg ging. Und 2019 feierten sie durch den Buzzerbeater-Dreier von Nikos Zisis in eigener Halle mit einem 83:82 im Pokalendspiel (Video) den letzten nationalen Titel ausgerechnet gegen die Albatrosse, die allerdings 81 der bisherigen 129 Vergleiche für sich entscheiden konnten.

*Zum einen trugen die folgenden Nationalspieler sowohl das Berliner als auch das Bamberger Trikot: Maodo Lo, Johannes Thiemann, Louis Olinde, Bennet Hundt, Steffen Hamann, Sven Schultze, Demond Greene, Ademola Okulaja, Mithat Demirel, Lucca Staiger, Yassin Idbihi und Kenny Ogbe, ebenso die ausländischen Profis Casey Jacobsen, Derrick Phelps, DeJuan Collins, Julius Jenkins, Sharrod Ford, Alex Renfroe, Leon Radosevic, William McDowell-White und Bryce Taylor. Filip Stanic, Nelson Weidemann und Kevin Wohlrath spielten in der Jugend für ALBA und später als Profis für Bamberg.

Weitere Berliner Rivalitäten

Der aktuelle Rivale der Berliner ist der FC Bayern Basketball. Die Brisanz des Verhältnisses speist sich aus Machtverschiebungen, Titelduellen und der grundsätzlichen Rivalität zwischen Hauptstadt und der Sportgroßmacht FC Bayern. Eine besondere Reizfigur in diesem Geflecht war Heiko Schaffartzik, der 2013 zusammen mit drei weiteren Leistungsträgern (Nihad Djedovic, Deon Thompson, Yassin Idbihi) aus der Hauptstadt nach München wechselte (zeitweise standen elf ehemalige Berliner in der bayrischen Landeshauptstadt unter Vertrag). 2014 gewannen die Bayern in Berlin ihre erste Meisterschaft der Neuzeit, und Schaffartzik verbeugte sich voller Ironie vor den ALBA-Fans, die ihn am liebsten ans Kreuz genagelt hätten. Dass mit Marko und Svetislav Pesic der Münchner Manager und Coach auch frühere Berliner waren, sorgte für zusätzlichen Spannungen zwischen den Verantwortlichen, die einen Kampf um Spieler und den Status des deutschen Aushängeschilds führ(t)en. Nach der starken Berliner Phase zwischen 2020 und 2022, in der die Albatrosse drei Jahre in Folge in München den Titel feierten (Video unten), sind aber derzeit die finanziell klar überlegenen Bayern wieder am Drücker. 45 der 76 bisherigen Begegnungen waren Playoff- oder Pokalspiele. 40:36 lautet die Bilanz zugunsten der Münchner.

In den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts duellierten sich die Berliner mit den Bayer Giants Leverkusen. Die „Riesen vom Rhein“ waren die Platzhirsche, gewannen sieben Meisterschaften in Folge, ehe die Hauptstädter sie 1997 ablösten und ihrerseits eine gleichlange Titelserie starteten. Die Coaches Dirk Bauermann und Svetislav Pesic, beide charismatisch und fordernd, repräsentierten die Rivalität in der öffentlichen und medialen Wahrnehmung. 116-mal trafen die Kontrahenten in der Liga aufeinander, darunter sind 50 Playoff-Begegnungen, die in der BBL-Historie einen unangefochtenen Rekord darstellen. 60-mal hieß der Sieger Berlin, 56-mal Leverkusen. 2008 endete die Bundesligazeit der Rheinländer, die bis heute mit 14 Titeln Rekordmeister sind.

TSV Bayer Leverkusen wurde 1992 durch ein 3:0 gegen ALBA BERLIN Deutscher Meister

Besondere Rivalitäten der Vergangenheit

Nach der am meisten gespielten Paarung zwischen Berlin und Bamberg folgen mit BMA365 Bamberg Baskets vs. GIESSEN 46ers und Bayer Giants Leverkusen vs. Brandt Hagen zwei Duelle, die es in der Liga aktuell nicht mehr gibt, weil Gießen, Leverkusen und Hagen derzeit „nur“ in der ProA an den Start gehen. Dabei ist Bamberg vs. Gießen der häufigste Hauptrundenvergleich mit 98 Begegnungen. Von den insgesamt 126 Partien gingen 70 an die Oberfranken. 118-mal gab es den Westschlager zwischen Leverkusen und Hagen, wobei die „Reisen vom Rhein“ satte 91 Siege einfahren konnten. Dieses Duell führt uns zurück in eine Zeit, als Nordrhein-Westfalen, das mit Bonn jetzt nur noch über einen Bundesligisten verfügt, die Vorreiterrolle im deutschen Basketball einnahm. In der 1970er Jahren gewannen die Farbenstädter fünf Deutsche Meisterschaften, Hagen gelang 1974 der Triumph. Die sich in den 1980er Jahren immer stärker abzeichnende Professionalisierung in Leverkusen stand im Gegensatz zur Eigenwahrnehmung des Vereins am Rande des Ruhrgebiets, der sich als der finanziell unterlegene, aber emotional überlegene Herausforderer des Werksklubs sah.

Hagen feierte 1975 die einzige Deutsche Meisterschaft, Leverkusen als der große NRW-Rivale alleine in den Siebziger Jahren fünf (Foto: privat)

Mit dem ehrgeizigen und finanzkräftigen Projekt des BSC Saturn Köln tauchte in diesem Jahrzehnt ein neuer Rivale für die Leverkusener auf – und das in der direkten Nachbarschaft. Von 1986 bis 1988 gab es drei Finalserien zwischen den Kontrahenten, von denen die beiden letzten an die Kölner gingen. Dabei konnte man unterschiedliche Spielphilosophien erkennen. Während Leverkusen taktisch sehr diszipliniert agierte, setzte Köln unter Tony DiLeo auf freieres Spiel und Tempo mit Stars wie Bryan Warrick, Stephan Baeck und Mike Jackel.

1986, 1987, 1988: Drei Jahre in Folge standen sich BSC Saturn Köln und Bayer Leverkusen im Finale gegenüber, zuerst gewann Bayer , dann zwei Mal Saturn - hier feiert Köln 1988 nach dem 3-1 in Leverkusen.

Das am meisten gespielte Duell ohne eine einzige Playoff- oder Pokalpartie ist das der GIESSEN 46ers gegen die Basketball Löwen Braunschweig, das 54-mal stattfand. Genauso oft (aber inklusive Playoffs und Pokal) gab es den Vergleich der Altmeister. Von diesen Spielen gegen Gießen gewannen die MLP Academics Heidelberg 20, unter anderem das zweite Finale von 1973 nach Verlängerung mit 71:70 zum Gewinn der Meisterschaft.

Heidelbergs Didi Keller freut sich 1973 über das 71:70 zur Meisterschaft gegen Gießen.

Kochs Nachschlag

Auch wenn ich beim emotionsgeladenen Hessenderby zwischen Gießen und den SKYLINERS für beide Klubs an der Seitenlinie stand, fällt mir zuerst eine andere Rivalität aus meinen Trainertagen ein. Von 2010 bis 2013 war ich Head Coach bei den Artland Dragons, und in dieser Zeit spielten wir gegen kein Team häufiger als Bamberg. Mit Chris Fleming coachte mein (indirekter) Vorgänger in Quakenbrück das Team aus Freak City. Chris wurde im Artland immer sehr freundlich empfangen, und unsere Coaching Staffs pflegten einen vertrauensvollen Umgang. Aber es wurmt mich heute noch, dass wir in zwei Playoff-Serien und zwei Pokalduellen nicht an Bamberg vorbeikamen.

Pokalhalbfinale 2011: Bambergs Kyle Hines mit dem Stopfer, Quakenbrücks Ruben Boumtje Boumtje und Robert Kurz schauen zu (Foto: Daniel Löb).

Im Pokalviertelfinale 2012 hatten wir das Pech, dass wir nach Oberfranken reisen mussten und ausschieden. Die Playoff-Niederlage mit 0:3 im Halbfinale der gleichen Saison war eindeutig, weil wir P.J. Tucker nicht kontrollieren konnten. Im Jahr davor trafen wir ebenfalls in der Vorschlussrunde aufeinander. Dabei unterlagen wir ersatzgeschwächt im fünften Spiel. Meine Co-Trainer Tyron McCoy und Martin Schiller waren danach der Auffassung, dass wir mit voller Kapelle ins Finale eingezogen wären. Mindestens genauso bitter war unsere Pokalhalbfinalniederlage im Hexenkessel der Brose Arena, die damals noch Stechert Arena hieß, am 2. April 2011. Wir hatten bei Unentschieden den letzten Wurf in der Normalspielzeit, den wir verfehlten. Danach ging es in zwei Verlängerungen, in denen sich alle unsere Guards ausfoulten. Dass wir gegen ein großartig besetztes Team verloren hatten, war kein Trost. Einige meiner Spieler weinten nach der Partie, so weh tat diese Niederlage!

Anmerkung der Redaktion: Bei den Vereinsnamen wurden immer die aktuellen benutzt.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".