Dramatischer kann man den ersten Auswärtssieg der Saison kaum einfahren: Da liegen die MLP Academics Heidelberg Anfang der zweiten Hälfte bei ratiopharm ulm mit 22 Punkten Differenz zurück – und gewinnen am Ende doch noch mit 79:77. Michael Weathers avanciert zum Matchwinner: Der Shooting Guard trifft den Gamewinner und markiert mit 26 Punkten einen Karrierebestwert. Durch ihren vierten Saisonerfolg verlassen die Heidelberger den letzten Tabellenplatz.
Spielverlauf und Wendepunkt: Die Ulmer eröffneten die Partie mit einem 14:3-Lauf, dabei kamen die Hausherren dank Schnellangriffen und Abschlüssen am Ring zu einfachen Punkten. Defensiv switchten die Ulmer konsequent und bremsten die sonst so starke Heidelberger Ballbewegung aus. Mit einer 24:10-Führung gingen die Ulmer in die Viertelpause, zur Halbzeit behaupteten sie eine 39:24-Führung. Im zweiten Durchgang stopfte Heidelbergs Michael Weathers zwar zweimal nacheinander im Fastbreak ein, doch ein wirklicher Rhythmus sollte daraus nicht entstehen.
Ulms Tobias Jensen knüpfte nach der Pause an seine starke Leistung aus der ersten Hälfte an und traf zwei Dreier – einen trotz Foul. Hatten die Heidelberger in der ersten Hälfte nur einen ihrer elf Dreier verwandelt, netzten sie in den ersten drei Minuten des dritten Viertels drei ein und fanden so zurück ins Spiel. Dabei übernahm Weathers immer wieder, der acht Minuten vor Spielende auf 58:64 verkürzte. Den Heidelberger 11:0-Lauf stoppte Jensen zwar mit einem Dreier, die Gäste blieben aber dran, glichen dank Ryan Mikesell bei 51 Sekunden auf der Uhr zum 77:77 aus und holten sich dank Weathers sogar noch den Sieg. Der Guard traf neun Sekunden vor Schluss einen Korbleger, auf der Gegenseite wurde Ulm keinen Wurf mehr los.
Die Hausherren werden damit ein Déjà-vu erlebt haben: Denn in der vergangenen Saison führten sie gegen Heidelberg zu Beginn der zweiten Hälfte mit 19 Zählern Differenz, nur um am Ende mit 67:69 verloren; nun folgte wieder ein Einbruch gegen die Academics.

Duell im Fokus: In Ulms Justin Simon und Heidelbergs Ryan Mikesell standen sich zwar zwei der vielseitigsten Spieler der Liga gegenüber, am Ende rückten aber zwei Guards in den Fokus – die beide einen neuen Karrierebestwert aufstellen sollten: Bei Ulm gelang dies Tobias Jensen zu einem wichtigen Zeitpunkt: um den Heidelberger 11:0-Lauf im vierten Viertel zu stoppen. 22 Punkte bei 5/10 Dreiern, vier Rebounds und zwei Assists standen für den 21-Jährigen im Boxscore, in der Crunchtime konnte er dem Spiel jedoch nicht mehr den Stempel aufdrücken. Das tat natürlich Michael Weathers mit seinem Gamewinner. Der Shooting Guard erlebte ein ruhiges erstes Viertel, blühte aber nach der Pause auf und erzielte dort 19 seiner 26 Punkte. Dabei traf Weathers insgesamt neun seiner elf Würfe aus dem Feld, jeden seiner acht Freiwürfe und schrieb sich zudem vier Rebounds, drei Steals, zwei Assists und zwei Blocks in den Boxscore – mehr Spieler der Partie geht nicht.
Zahlen, bitte: Michael Weathers gelang der Gamewinner in der Zone – dort erzielten die Gäste ganze 20 Zähler mehr als Ulm (46:26).
Meilensteine: Ulms Mark Smith hat mit seinem Dreier die Marke von erfolgreichen 100 Distanzwürfen in seiner Bundesligakarriere erreicht.
Die Deutschen: Bei Ulm bestätigten Chris Sengfelder (16 PTS, 6/9 FG, 7 REB) und Alec Anigbata (12 PTS, 3/3 P) ihre zuletzt gute Form.
Am Rande der Bande: Die Ulmer mussten weiterhin auf Tommy Klepeisz und Nelson Weidemann verzichten. Bei Heidelberg fehlte erneut Samuell Williamson.
Wie geht’s weiter: Die Ulmer haben am Mittwoch den nächsten Prüfstein im EuroCup vor der Brust, dann gastieren sie beim Gruppenzweiten Bourg-en-Bresse. Im Ligabetrieb wird die Aufgabe noch schwieriger: Am 1. Februar gastiert der Vizemeister zur Finals-Neuauflage beim Meister und Tabellenführer München. Die Heidelberger treten gegen die direkte Konkurrenz um den Klassenerhalt an – ebenfalls am 1. Februar bei einem Auswärtsspiel in Braunschweig.
Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.


















