Chemnitz kann Crunchtime! Die NINERS fahren ihren dritten knappen Sieg in Serie ein und feiern einen 99:96-Heimerfolg nach zweifacher Verlängerung gegen die MLP Academics Heidelberg. Corey Davis trifft 2,2 Sekunden vor Spielende den Gamewinner-Dreier trotz Foul. Die Heidelberger kämpfen sich in eine zweite Verlängerung, obwohl Ryan Mikesell und DJ Horne verletzt die Partie frühzeitig beenden müssen und Michael Weathers erneut passen muss. Am Ende steht für den Tabellenvorletzten trotz eines Karrierebestwerts von Marcel Keßen aber die dritte Niederlage in Serie zu Buche.
Spielverlauf und Wendepunkt: Heidelberg gewann das erste Viertel mit 18:16, Chemnitz das zweite Viertel mit 18:16. In der ersten Hälfte leisteten sich beide Teams gleich viele Ballverluste und verteilten gleiche viele Assists. Die Gäste holten sich einen Rebound mehr, die Hausherren trafen einen Freiwurf mehr – mehr Augenhöhe geht kaum. Folgerichtig ging es beim Stand von 34:34 in die Kabine.
Ein nachhaltiges Momentum konnte keine Mannschaft aufbauen, so blieb es eine spannende Partie, bei der sich am Ende kein Team auf mehr als sieben Zähler Differenz absetzen konnte. In der Crunchtime des vierten Viertels wechselte die Führung sechsmal, Chemnitz' Yordan Minchev und Heidelbergs DJ Horne schulterten dabei ihre Teams. Horne vergab nach zehn Punkten in Serie einen Mitteldistanzwurf, doch Eric Reed tippte bei 15 Sekunden auf der Uhr den Ball zum 74:74-Ausgleich in den Korb und erzwang eine Verlängerung.
Dort brachte Horne bei 1:51 Minuten auf der Uhr die Gäste mit 82:80 in Führung – doch verletzte sich während des Sprungwurfs und musste ausgewechselt werden. Kurz zuvor hatte bereits Ryan Mikesell das Parkett verlassen müssen, nachdem er umgeknickt war. Bei 33 Sekunden zu spielen glich Kostja Mushidi für Chemnitz zum 82:82 aus und sorgte für die zweite Extrazeit.
Dort brachte Corey Davis die Gastgeber per Dreier zweimal in Führung, zweimal gelang den Gästen der Ausgleich. Minchev war in der Schlussminute per Putback erfolgreich, im Gegenzug traf Marcel Keßen einen Dreier zur 96:95-Führung bei elf Sekunden auf der Uhr. Doch die Chemnitzer hatten noch eine Chance - und nutzten sie spektakulär, obwohl sie zuvor beim Einwurf fast den Ball verloren hatten: Davis netzte bei 2,2 Sekunden auf der Uhr einen Dreier ein und wurde dabei gefoult, sein Vier-Punkte-Spiel zum 99:96 war die spielentscheidende Aktion.

Duell im Fokus: Damit erzielte Corey Davis zehn Punkte in den letzten 3:15 Minuten des Spiels. Heidelbergs DJ Horne hätte sich sicherlich gerne mit dem Chemnitzer Guard duelliert, zumal Horne in der Crunchtime des vierten Viertels zehn Heidelberger Punkte in Serie erzielte. Doch verletzungsbedingt stand er da nicht mehr auf dem Feld. Mit 22 Zählern absolvierte der Heidelberger Guard dennoch eine starke Partie, Davis legte 17 Zähler, vier Rebounds und sechs Assists auf.
Spieler der Partie: Auf Grund seines Gamewinners muss hier natürlich Corey Davis genannt werden, über die gesamten 50 Minuten war vor allem Yordan Minchev (16 PTS, 10 REB, 3 STL, 2 AST) stark. Bei Heidelberg markierte Marcel Keßen mit 26 Punkten (10/13 FG) und 43:10 Minuten zwei Karrierebestwerte, zudem holte der Center neun Rebounds.
Zahlen, bitte: 50 Minuten, die höchste Führung bei sieben Punkten Differenz – so eng ging es in diesem nervenaufreibenden Spiel zu. Wie eng? 23-mal wechselte die Führung, 17-mal stand es unentschieden.
Rekordverdächtig: Die Partie war die zweite der Saison, die in eine zweite Verlängerung ging. Insgesamt enthalten 8,7 Prozent der Spiele eine Extrazeit - Höchstwert seit Erhebung der Daten zur Saison 2014/15.
Die Deutschen: Neben Keßen überzeugte bei Heidelberg auch Mateo Seric, der mit 15 Zählern und neun Rebounds ebenfalls ein Double-Double nur knapp verpasste. Bei Chemnitz rechtfertigte Kostja Mushidi seine Nominierung für die DBB-Auswahl mit 14 Zählern.
Am Rande der Bande: Bei Chemnitz fehlten Aher Uguak, Amadou Sow und Julian Steinfeld. Die Heidelberger mussten weiterhin auf Michael Weathers und Samuell Williamson verzichten.
Wie geht’s weiter: Beide Teams gehen nun in die Länderspielpause, beide stehen am 6. März wieder auf dem Parkett, beide haben dabei harte Brocken vor der Brust: Die Chemnitzer gastieren beim Vierten Würzburg, die Heidelberger empfangen den Zweiten Berlin.
Video: Highlights zu dieser Partie gibt es in Kürze hier bei Dyn oder auch auf dem Youtube-Kanal von Dyn und der Liga.

















