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Home/Newscenter/Das BMW TOP FOUR: Die Bayern als klarer Favorit unter Druck

Kochs NachschlagDas BMW TOP FOUR: Die Bayern als klarer Favorit unter Druck

20. Februar 2026
Zum fünften Mal in den vergangenen neun Jahren findet das Pokalendturnier in München statt. Der SAP Garden bietet dabei ein in jeder Hinsicht größeres und moderneres Ambiente als die Stadthalle Weißenfels im vergangenen Jahr, untermauert aber gleichzeitig auch den deutlichen Favoritenstatus der Gastgeber, die diesem Druck letztendlich auch standhalten müssen.

Zum fünften Mal in den vergangenen neun Jahren findet das Pokalendturnier in München statt. Der SAP Garden bietet dabei ein in jeder Hinsicht größeres und moderneres Ambiente als die Stadthalle Weißenfels im vergangenen Jahr, untermauert aber gleichzeitig auch den deutlichen Favoritenstatus der Gastgeber, die diesem Druck letztendlich auch standhalten müssen.

FC Bayern München – BMA365 Bamberg Baskets

Die Ausgangslage: Die Münchner demonstrieren seit dem Trainerwechsel von Gordon Herbert zu Svetislav Pesic altes Selbstverständnis dank neuem Selbstvertrauen. Ja, der Deutsche Meister hat Anfang des Monats zu Hause gegen Ulm verloren, trat aber in dieser Partie ohne Nenad Dimitrijevic, Andreas Obst und Vladimir Lucic an. Auch bei der Generalprobe am Dienstag gegen die SKYLINERS fehlte Obst – und mit ihm die Souveränität.

Bamberg liegt in dieser Saison aus meiner Sicht bislang über den Erwartungen. Dennoch sucht das Team von Anton Gavel immer noch nach Konstanz. Die Niederlage am Wochenende gegen stark ersatzgeschwächte Berliner bedeutete einen Dämpfer. Mit dem Verlängerungssieg in Rostock am Mittwoch nutzten die Oberfranken aber die Generalprobe und feierten einen wichtigen Erfolg.

Die Schlüsselspieler: Es war selten so leicht wie im Moment, den Schlüsselspieler aus dem Münchner Starensemble herauszufiltern. Es ist Andi Obst, über dessen möglichen Wechsel nach Dubai heftig spekuliert wird. Der 29-Jährige ist das Zentrum der Offensive. Durch seine Gefährlichkeit und Fähigkeiten entwickeln sich viele Optionen.

Um zu gewinnen, müssen bei Bamberg alle Leistungsträger performen und zumindest ein Spieler einen absoluten Sahnenachmittag erwischen. Mein Kandidat ist Richard Balint, weil Bamberg eine gute Quote von der Dreipunktelinie benötigen wird. Der Tscheche trifft bislang mehr als 48 Prozent von außen und ist im Februar mit 70 Prozent (14/20) besonders heiß.

Die entscheidenden Faktoren: Offensiv gehören beide Mannschaften zu den besten der Liga, aber defensiv sind die Bayern wesentlich stärker. Bamberg muss an diesem Ende des Feldes also deutlich über dem üblichen Niveau agieren (wenn EJ Onu mit seinem Shotblocking die Münchner Abschlüsse in der Zone beeinflussen könnte, wäre schon viel gewonnen) und als schlechtestes Rebounding-Team gegen das beste die dort zu erwartenden Nachteile minimieren.

ALBA BERLIN – EWE Baskets Oldenburg

Die Ausgangslage: Die Berliner haben in der Champions League bereits das Viertelfinale erreicht und sind in der Bundesliga aktuell Zweiter. Entsprechend könnten die Albatrosse entspannt und optimistisch nach München reisen, würde nicht die aktuelle Situation bei den Spielmachern Sorgen bereiten. Am Dienstag gegen Hamburg fehlten alle nominellen Point Guards, bei Jack Kayil und Bennet Hundt sieht es aber danach aus, dass sie für das Pokalwochenende zurückkehren werden.

Seit Lazar Spasic in Oldenburg das Zepter schwingt, läuft es bei den zuvor katastrophal gestarteten Donnervögeln. Acht der vergangenen zehn Begegnungen konnten die Norddeutschen für sich entscheiden. Am Mittwoch setzte es aber eine herbe Klatsche in Ulm. Von den an der Donau fehlenden Spielern wird nur James Woodard mit Sicherheit in München dabei sein, Dakarai Tucker, Michale Kyser und Filip Stanic dagegen sind fraglich.

James Woodard (mit Ball) kehrt zum Halbfinale gegen Berlin (links Justin Bean, rechts Jonas Mattisseck) zurück ins Oldenburger Team. (Foto: Christian Becker)

Die Schlüsselspieler: Da Martin Hermannson mit seiner Bandverletzung am Daumen auch in München fehlen wird, fällt die Rolle des Schlüsselspielers bei den Berlinern eindeutig Jack Kayil zu. In welcher Verfassung wird sich 20-Jährige nach seiner Wadenverletzung in München präsentieren?

Chris Clemons kann auf Oldenburger Seite ein Spiel im Alleingang entscheiden. Im Oktober erzielte er 52 Punkte gegen Trier, beim Sieg im Viertelfinalderby in Vechta traf er mit einem schwierigen Dreier den Gamewinner, der die Donnervögel zum fünften Mal ins Pokal-Halbfinale beförderte. In Ulm legte er am Mittwoch 20 Zähler im dritten Viertel auf! Wenn der 28-Jährige heiß läuft, ist alles möglich.

Die entscheidenden Faktoren: Berlin muss die Dreipunktelinie verteidigen. Neben den Guards um Clemons, Brian Fobbs und James Woodard strahlt auch Big Man Tomislav Zubcic Gefahr von außen aus. Sollte der Kroate durch Pick-and-Pop-Aktionen die Verteidigung der Albatrosse ins Rotieren bringen, wäre das ein großes Plus für die Oldenburger. Am Wochenende spielte er super gegen Ludwigsburg, im Mittwoch schwach in Ulm. Bei beiden Mannschaften wird es angesichts der offenen Personalfragen viel um Charakter und Mentalität gehen. Beides haben die Berliner Schützlinge von Pedro Calles in dieser Saison immer wieder bewiesen. So gewannen sie zuletzt ohne fünf Leistungsträger in Bamberg und drehten ohne ihre etatmäßigen Spielmacher gegen Hamburg nach einem Rückstand von 26 Punkten fast noch die Partie.

Kochs Nachschlag

Mit dem FC Bayern München kann man den Favoriten eindeutig benennen. Die Schützlinge von Svetislav Pesic verfügen über den Heimvorteil, den stärksten Kader und eine aktuell gute Form. Letztes Jahr mussten sie im Halbfinale in Weißenfels gegen die Gastgeber überraschend die Segel streichen. Angesichts der Tatsache, dass dieses Endturnier in der bayrischen Landeshauptstadt stattfindet, reduziert sich das Überraschungspotenzial deutlich. Sollten die Münchner, wie ich es erwarte, am Samstag den Südvergleich mit Freak City für sich entscheiden, hätten sie am Sonntag beim zweiten Spiel auch einen kleinen Vorteil der früheren Partie am ersten Spieltag und einen größeren aufgrund der Tiefe ihres Kaders, der sechs Welt- und/oder Europameister umfasst. So könnten sie zwei Ausländer zum Einsatz bringen, die im Halbfinale nur Zuschauer waren (derzeit verfügen die Bayern über acht fitte Legionäre). Die Albatrosse sind auch recht ausgeglichen besetzt, aber nicht auf dem gleich hohen Niveau wie der Deutsche Meister. Sie reisen aber genauso wie ihr Halbfinalkontrahent aus Oldenburg angeschlagen an, sodass man bei beiden Mannschaften die Frage stellen muss, ob die Belastung von zwei Spielen in weniger als 24 Stunden realistisch leistbar ist.

Live-Berichterstattung am Pokalwochenende

Das gesamte BMW TOP FOUR um den BBL Pokal wird hier bei Dyn mit insgesamt 17 eingesetzten Kameras am Spielfeld und Backstage so hautnah wie noch nie zuvor im deutschen Basketball in einzigartiger Qualität übertragen. Zusätzlich gibt es alle drei Pokal-Partien in Übertragungen vom Bayerischen Rundfunk (erstes Halbfinale und Finale) und vom RBB (zweites Halbfinale) live und free hier im Livestream bei Sportschau.de.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital, DAZN und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Im Podcast "Talkin‘ Basketball", der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist, sprechen er und Oliver Dütschke regelmäßig mit Protagonisten aus der deutschen Basketballszene. Seine Kolumne zum BBL-Geschehen findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag".