Kampf um die Postseason: Playoffs, Play-Ins oder doch frühes Saisonende – bei den VET-CONCEPT Gladiators Trier sind noch alle drei Szenarien denkbar. Dass für den Aufsteiger nach 34 Spieltagen Schluss ist, ist der unwahrscheinlichste Ausgang, und allein das ist für den Liga-Rückkehrer schon ein beachtlicher Erfolg. Doch die Moselstädter wollen mehr – zum Beispiel einen Heimsieg gegen Branchenprimus FC Bayern Basketball. Der wird die Hauptrunde wohl auf dem ersten Platz abschließen, zeigte bis zum glanzlosen Sieg gegen Chemnitz aber ungewohnte Schwächen und verlor dreimal hintereinander.
Die besondere Brisanz: Unruhe wäre ein zu großes Wort, doch Unzufriedenheit herrscht derzeit schon in München. Vor allem bei Svetislav Pesic, wie der Wutanfall des „Alten“ beim Spiel gegen die NINERS zeigte. Nachdem sich die Bayern am Freitag in Barcelona aus der EuroLeague-Saison verabschiedet haben, können sie sich nun ganz auf die nationale Meisterschaft konzentrieren, um den einzigen noch möglichen Titel in dieser Saison zu holen. Experte Stefan Koch hält die Bayern in dieser Saison allerdings nicht für unantastbar, wie er in seiner neuesten Kolumne verrät.
Status quo: Sich mit RASTA Vechta auf ein Shootout einzulassen, ist eine schlechte Idee – das mussten selbst die offensiv äußerst potenten Trierer am Wochenende erfahren, die in Vechta mit 97:123 verloren. Die Münchener konnten mit dem 91:77-Heimerfolg gegen Chemnitz ihre Negativserie beenden und legten am Dienstagabend mit dem 93:59-Kantersieg gegen Ludwigsburg nach. Aus der Euroleague verabschiedeten sich die Münchener dann noch am Freitagabend mit einer deutlichen 69:95-Niederlage beim FC Barcelona - dem Klub, mit dem Svetislav Pesic 2003 die Königsklasse gewann.

Duell im Fokus: Mike Koch wurde zu seinen Zeiten in Griechenland „Mercedes“ genannt, weil er – in Anspielung auf Zuverlässigkeit und Langlebigkeit – „läuft und läuft und läuft“. Mindestens genauso zuverlässig wie der Europameister von 1993 ist der Weltmeister von 2023, Niels Giffey. Bayerns personifizierter „Stern“ scheint zwar nicht so hell wie etwa Weltmeister-Kollege Andi Obst, macht aber gewohnt unaufgeregt seine Arbeit. Knapp 21 Minuten pro Spiel steht der gebürtige Berliner auf dem Feld, was er zu 8,5 Punkten und einer Dreierquote von 50 Prozent nutzt. Nicht ganz so hoch dekoriert, aber für sein Team ähnlich wichtig ist Nolan Adekunle. Der elf Jahre jüngere Trierer, wie Giffey in Berlin geboren, kommt bei ähnlichen Spielanteilen auch auf 8,5 Punkte und eine Dreierquote von 46,1 Prozent. Beide können sowohl auf der Position Drei als auch auf der Vier agieren. Verletzungsbedingt fiel Adekunle zuletzt aus, in Vechta gab er sein Comeback und soll gegen München wieder zu einem wichtigen Teil der Rotation bei den Gladiators werden.
Zahlen, bitte: Mit Trier und München treffen die beiden besten Teams der Liga aufeinander, was die Wurfquoten betrifft. Die Gladiators verwandeln 48,3 Prozent ihrer Würfe, München 48,2 Prozent. Die Münchener sind außerdem das beste Dreierteam der Liga (38,0 3P%).
Die ewige Bilanz: Erst elfmal standen sich beide Klubs in der Beletage gegenüber, München führt die Bilanz mit 7-4 an. Dass die Münchner in Trier gewinnen können, haben sie bereits im Pokal-Viertelfinale beim 96:80 bewiesen.
Das Hinspiel: 11.500 Zuschauer im ausverkauften SAP Garden sahen ein attraktives Spiel, in dem sich der dezimierte Aufsteiger lange sehr teuer verkaufte und am Ende 83:94 verlor. Bester Werfer des Abends war Jordan Roland mit 24 Punkten.
Meilensteine: Jordan Roland fehlt noch ein Dreier bis 150. Niels Giffey fehlen noch fünf Freiwürfe bis 500. Justinian Jessup fehlen noch zwei Steals bis 100. Stefan Jovic fehlen noch zwei Steals bis 100. Johannes Voigtmann fehlen noch 27 Punkte bis 1.500. Justus Hollatz fehlen noch 13 Punkte bis 750. Andreas Obst fehlen noch vier Dreier, um mit Pascal Roller (709 Dreier, 3. Platz), gleichzuziehen. Leon Kratzer braucht noch zwei Blocks, um mit Patrick Femerling (155 Blocks, 16. Platz) gleichzuziehen, und noch ein Double-Double, um mit Larry Gordon (18 Double-Doubles, 19. Platz) gleichzuziehen.
Award-Anwärter: Den ersten Platz in der Korbjägerliste musste Jordan Roland Montagabend Chris Clemons aus Oldenburg nach dessen 28 Punkten im Spiel gegen Rostock überlassen, doch ohne Zweifel hat der Trierer Publikumsliebling, der vor Kurzem seinen Vertrag an der Mosel gleich um zwei Jahre verlängert hat, das Zeug, um zum besten Offensivspieler der Liga gewählt zu werden. Beim Voting zum „Coach des Jahres“ hat Triers Jacques Schneider große Konkurrenz durch Bambergs Pokalsiegertrainer Anton Gavel – chancenlos dürfte Schneider aber bestimmt nicht sein!
Alte Bekannte: Bayerns Spielmacher Stefan Jovic und Triers Center Maik Zirbes verbindet eine innige Freundschaft, die auf der gemeinsamen Zeit bei Roter Stern Belgrad beruht.
In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Beim ruhmreichen Albert Schweitzer Turnier in Mannheim holte Deutschland am Wochenende zum dritten Mal nach 2016 und 2018 die Goldmedaille. Im Finale schlug die Mannschaft von Bundestrainer Alan Ibrahimagic zum zweiten Mal Slowenien (83:79), das schon in der Gruppenphase den Deutschen unterlegen war. Bayerns Jungspund Caspar Vossenberg erzielte im Endspiel 14 Punkte, außerdem im Kader stand Münchens Big Man Kilian Dück. Somit hat Deutschland bei den jüngsten vier Auflagen des AST dreimal den Titel geholt – wenn das nicht mad sexy ist!
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Montag, den 20.04.2026, ab 19:40 Uhr live bei Dyn übertragen. Kommentator vor Ort ist Christoph Knieper.






















