Abstiegskampf / Kampf um die Postseason: Die Ziele sind sehr unterschiedlich: Während RASTA Vechta inzwischen sogar Chancen auf eine direkte Playoff-Qualifikation hat, geht es für die Basketball Löwen Braunschweig um den Klassenerhalt, wobei sie selbst bei einer Niederlage (und einem gleichzeitigen Sieg des Drittletzten Jena gegen Trier) noch nicht rechnerisch sicher abgestiegen wären. Unser Tabellenrechner zeigt, was theoretisch noch alles möglich ist.
Die besondere Brisanz: Seit 1995 wird in Braunschweig durchgehend Erstliga-Basketball gespielt. Mutmaßlich möchte sich keiner der aktuell Beteiligten einen Eintrag in die Historie sichern, am ersten Abstieg seit über drei Jahrzehnten beteiligt gewesen zu sein …
Status quo: Ihren jeweiligen Zielen kamen die Teams am vergangenen Sonntag ein Stück näher. Zunächst besiegten die Braunschweiger die Gäste aus Weißenfels mit 112:93, am Abend setzte sich Vechta in Hamburg mit 92:83 durch.

Duell im Fokus: Eigentlich hätten sich bei diesem Niedersachsenduell zwei nachverpflichtete Akteure gegenüberstehen können, doch die Verletzung von Vechtas Tibor Pleiß macht dieser Idee einen Strich durch die Rechnung. Zuletzt übernahm der 25-jährige Lars Thiemann, vor der Saison aus Bonn gekommen, mehr Verantwortung. Seinen 14 Punkten beim Sieg gegen Trier ließ er zwölf Zähler in Hamburg folgen. Auf den 2,11 Meter großen Thiemann kommt gegen Braunschweig Schwerstarbeit zu, denn sowohl der während der Saison zum Team gestoßene Simi Shittu (2,08 Meter), als auch David N’Guessan (2,06 Meter) sind in der Lage, ihren Gegnern einen ungemütlichen Arbeitstag zu bescheren. N’Guessan (19 Punkte) und Shittu (16) hatten großen Anteil am sportlich überlebenswichtigen Erfolg gegen Weißenfels.
Zahlen, bitte: Ein Blick auf die vergangenen zehn Saisonspiele zeigt, warum eine ordentliche Lücke zwischen den beiden Teams klafft. Während Vechta in diesem Zeitraum acht Siege feierte und seine Aufholjagd munter vorantreibt, gelangen den Löwen nur drei Erfolge. Die allerdings schafften sie in den zurückliegenden vier Begegnungen!
Die ewige Bilanz: 15 Pflichtspiele gab es seit 2013 zwischen Vechta und Braunschweig, die Basketball Löwen liegen knapp mit 8-7 vorn. Diese Führung sicherten sie sich beim ersten Aufeinandertreffen in der laufenden Saison, denn …
… das Hinspiel ging mit 98:77 überraschend deutlich an sie. Grant Sherfield war mit 30 Punkten der Mann des Abends; eine Leistung, die er nicht wiederholen kann, denn er zählt nicht mehr zum Kader.
Meilensteine: Philipp Hartwich (Braunschweig) fehlen noch zwei Blocks, um mit Patrick Femerling (155 Blocks, 16. Platz) gleichzuziehen, und drei Blocks, um mit Ajmal Basit und Danilo Barthel (je 156 Blocks, 14. Platz) gleichzuziehen.
Award-Anwärter: Mit dem nahenden Ende der regulären Saison rücken natürlich auch die individuellen Auszeichnungen mehr und mehr in den Mittelpunkt, und Vechtas Alonzo Verge bleibt ein Kandidat für den Award als bester Offensivspieler der Liga. Eine Auszeichnung schnappte sich derweil Braunschweigs Bryant Crawford in dieser Woche als Spieltags-MVP. Und in Sachen Awards der etwas anderen Art empfiehlt sich die aktuelle Kolumne von Stefan Koch, der darin auch Kaza Kajami-Keane würdigt.
Am Rande der Bande: Vechta spielte in Hamburg ohne Tibor Pleiß, Joschka Ferner und Booker Coplin, bei den Braunschweigern fehlten gegen Weißenfels Philipp Hartwich, Barra Njie und Luka Scuka.
Alte Bekannte: Luc van Slooten verließ im Jahr 2020 Vechta, wechselte nach Braunschweig, lief drei Saisons für die Löwen auf und kehrte 2023 nach Vechta zurück. Der Braunschweiger Josh Hawley und Vechtas Philipp Herkenhoff feierten 2023 in Ulm die Meisterschaft.
Was die Lokalpresse schreibt: Carsten Boning hat für OM Online genau hingeschaut, wie RASTA auf die jüngste Erfolgsserie reagiert – und warum mit einem Mal die direkte Playoff-Qualifikation ein Thema geworden ist (Paywall).
Bewegte Bilder: Zweimal findet sich Vechta in den aktuellen Top Ten von Dyn wieder – einmal auf der richtigen, aber auch einmal auf der unliebsamen Seite des Geschehens:
Weise Worte: „Wir schaffen es zuletzt sehr gut, unseren Game-Plan durchzuziehen. So konnten wir unsere Gegner immer wieder vor Probleme stellen und die Situationen herstellen, die wir haben wollten. Das hat bei uns in den letzten Spielen gerade in den Anfangsphasen immer sehr gut geklappt. Die zweite Halbzeit in Hamburg hat aber auch wieder gezeigt, dass, wenn wir das nicht schaffen, es für uns direkt schwierig wird. In Hamburg hat uns gerettet, dass wir defensiv einen sehr soliden Job gemacht haben“, richtet Vechtas Trainer Christian Held im RASTA-Vorbericht parallel zu einem Lob auch eine Mahnung in Richtung seines Teams.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Freitag ab 19:45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Sebastian Meichsner.



















