Abstiegskampf: Die Basketball Löwen Braunschweig träumen weiter vom Klassenerhalt. Der 93:82-Sieg in Jena war der zweite aus den vergangenen drei Partien, so haben die Braunschweiger nach dem siebten Saisonerfolg das rettende Ufer wieder etwas mehr in Sichtweite, Jena als 16. hat zehn Erfolge auf dem Konto. Fünf Spiele haben die Löwen noch Zeit, das fast Unmögliche möglich zu machen.
Die besondere Brisanz: Die Braunschweiger klammern sich also weiter an den letzten Strohhalm. Beim Gang in die zweite Liga würde laut Hauptgesellschafter Dennis Schröder aber „alles beim Alten bleiben, weil Braunschweig ein BBL-Club ist – und einer der größten werden kann, werden wird.“ Warum die Braunschweiger in dieser Saison überhaupt im Tabellenkeller stecken, hat Stefan Koch hier in seiner aktuellen Kolumne und dem Fragenhagel der Fans beantwortet. Ein Abstieg wäre hinsichtlich der Playoff-Teilnahme der Löwen in der vergangenen Saison außergewöhnlich: Seit die Liga 1975 erstmals eingleisig wurde, stiegen nur vier Vereine ab, die in der Saison vorher die Postseason erreicht hatten – darunter war kurioserweise auch schon Braunschweig:
- BG Göttingen (2011 im Viertelfinale, 2012 abgestiegen)
- SG Braunschweig (1993 im Viertelfinale, 1994 abgestiegen)
- Steiner Bayreuth (1991 im Halbfinale, 1992 abgestiegen)
- USC Heidelberg (1979 Sechster der Endrunde, 1980 abgestiegen)
Status quo: Wäre das Braunschweiger Auswärtsspiel in Jena Mitte des dritten Viertels beendet gewesen, wären die Löwen abgestiegen, doch das Schlusslicht zeigte Kampfgeist: Zehn ihrer 19 Offensiv-Rebounds schnappten sich die Braunschweiger im vierten Viertel, kämpften sich so zum Sieg und holten sich auch den direkten Vergleich gegen Jena. Nach sechs Spieltagen Tabellenführer, wenig später 13 Niederlagen in Serie, nun fünf Erfolge aus den vergangenen sechs Partien – mit Erfolgserlebnissen gegen die Bayern und Berlin: Der SYNTAINICS MBC fährt in dieser Saison Achterbahn, die aktuelle Form katapultiert die Wölfe vielleicht doch noch in die Play-Ins. Beim jüngsten 99:94-Erfolg gegen Hamburg erzielten die Wölfe 33 Punkte im vierten Viertel, bei den vergangenen fünf Siegen haben sie immer mindestens 90 Zähler aufgelegt.

Duell im Fokus: Weißenfels' Spielmacher Charles Callison wurde schon oft, auch von unserer Seite, als Point Guard der alten Schule charakterisiert, der zuallererst seine Mitspieler im Blick hat. Doch auf seine nicht mehr ganz so jungen Tage scheint der 31-Jährige auch Gefallen am eigenen Scoring zu finden: Mit 29 Punkten war er der Matchwinner gegen die Bayern, zuletzt legte er 23 Zähler gegen Hamburg auf, in dieser Saison hat er schon einmal die Marke von 30 Punkten geknackt. Ja, wir mussten uns auch etwas die Augen reiben, als wir sahen, dass nur vier Spieler mehr Feldwürfe pro Spiel nehmen als Callison (13,5 FGA). Bei Braunschweig ist der Spieler mit den meisten Wurfversuchen aus dem Feld nicht mehr im Kader (Grant Sherfield mit 12,9 FGA), dafür nimmt nun dessen Nachfolger am häufigsten aus dem Feld Maß: Kaza Kajami-Keane mit 10,7 Feldwurfversuchen. Der 32-Jährige hat sich nach einer zurückhaltenden Zeit in Chemnitz in dieser Saison in Braunschweig als konstanter Scorer präsentiert, beim Sieg in Jena schlüpfe er mehr in die Rolle des Ballverteilers: Neun Assists sind ein persönlicher Saisonbestwert.
Zahlen, bitte: Mit 11,7 Ballverlusten verlieren die Wölfe ligaweit am seltensten den Ball, die Braunschweiger verzeichnen mit 14,3 Ballverlusten die achtmeisten.
Die ewige Bilanz: Mit 22-21 haben die Löwen gegen die Wölfe knapp die Schnauze vorn, zu Hause haben sie ihre vergangenen beiden Heimspiele gegen die Weißenfelser gewonnen.
Das Hinspiel am 14. Dezember 2025 ging jedoch mit 99:93 an den SYNTAINICS MBC. Khyri Thomas verpasste mit 16 Punkten, zehn Assists sowie neun Rebounds nur knapp ein Triple-Double, Marcus Foster (23 PTS, 4/4 3P) und Spencer Reaves (21 PTS, 5/7 3P) erwischten einen starken Tag von außen. Nach einem 10:0-Lauf Ende des dritten Durchgangs lagen die Wölfe nicht mehr zurück.
Meilensteine: Braunschweigs Ferdinand Zylka macht bei 19 Zählern die Marke von 1.000 Punkten in seiner Bundesligakarriere voll.
Im Blick des Bundestrainers: Siegen oder absteigen, und dann avancieren zwei deutsche Spieler zu den besten Punktesammlern. Alex Mumbru wird auch beobachten haben, wie Ferdinand Zylka (22 PTS, 6/8 FG) und Joshua Obiesie (18 PTS, 7/8 FG) Erfolgsgaranten gegen Jena waren. Zylka stellte damit einen persönlichen Saisonbestwert auf, Obiesie verzeichnete seine dritthöchste Ausbeute der Spielzeit.
Am Rande der Bande sitzt bei den Wölfen derzeit Andrew Harrison als siebter ausländischer Akteur. Die Braunschweiger mussten zuletzt weiter auf Philipp Hartwich, Barra Njie und Luka Scuka verzichten, laut Braunschweiger Zeitung stehe Njie aber vor der Rückkehr.
Alte Bekannte: In Philipp Hartwich, Kaza Kajami-Keane und Ferdinand Zylka haben gleich drei Braunschweiger eine Weißenfelser Vergangenheit: Zylka spielte von 2018 bis 2020 dort, Kajami-Keane in der Saison 2019/20, Hartwich in der Spielzeit danach. Hartwich kennt zudem Akeem Vargas aus einer gemeinsamen Saison in Göttingen (2021/22) und Collin Welp aus einer Spielzeit in Würzburg (2022/23). Zylka und Vargas haben zudem eine gemeinsame Berliner Vergangenheit, beide spielten bis zur Saison 2017/18 bei den Albatrossen.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Sonntag ab 14.45 Uhr live hier bei Dyn übertragen. Kommentator ist Stefan Koch.






















