Status Quo: Die Basketball Löwen Braunschweig fuhren durch einen 77:67-Sieg über ratiopharm ulm ihren sechsten Saisonerfolg ein und stoppten damit ihren Negativtrend von zuvor sechs Niederlagen in Serie. Nur 27 Zähler nach der Pause zugelassen? Ja, so geht Kampfgeist. Überraschen die Löwen bei den Telekom Baskets Bonn erneut einen Playoff-Anwärter, den sie in dieser Saison bereits bezwungen haben (siehe Das Hinspiel)? Die Rheinländer durchlebten mal wieder eine Crunchtime, dank Grayson Murphys Gamewinner gingen sie in Chemnitz mit 76:75 als Sieger vom Parkett. Damit wurden neun der 15 Bonner Partien im Jahr 2026 mit fünf Punkten oder weniger Differenz entschieden, fünf dieser neun Spiele hat das Team von Marko Stankovic gewonnen.
Von den Playoffs zum Abstieg? Braunschweig und die MLP Academics Heidelberg haben vor dem 29. Spieltag vier und drei Siege Rückstand auf den Drittletzten Jena, drohen also abzusteigen – obwohl sie 2025 noch im Viertel- bzw. Halbfinale standen. Und in der bald 60-jährigen Geschichte der Liga sind noch nie in einer Saison zwei Teams sportlich abgestiegen, die im Vorjahr noch in den Playoffs bzw. der früheren Meisterschafts-Endrunde standen. Dennoch gab es bereits einige prominente Teams, die nach einem Vorjahres-Hoch anschließend den Gang nach unten antreten mussten:
▪️BG Göttingen (2011 im Viertelfinale, 2012 abgestiegen)
▪️SG Braunschweig (1993 im Viertelfinale, 1994 abgestiegen)
▪️Steiner Bayreuth (1991 im Halbfinale, 1992 abgestiegen)
▪️USC Heidelberg (1979 Sechster der Endrunde, 1980 abgestiegen)
Abstiegskampf / Kampf um die Postseason: Wie fest stehen die Baskets auf einem Playoff-Platz? Geht für die Löwen noch was im Rennen um den Klassenverbleib? Unser Tabellenrechner zeigt, dass noch fast alles möglich ist, die Tabelle verspricht also noch viel mehr Drama für die letzten Saisonwochen als gewohnt.
Kochs Nachschlag: Unser Edel-Kolumnist Stefan Koch hat den großen personellen Topf der Nachverpflichtungen einmal kräftig durchgerührt und genau beäugt, was dabei an die Oberfläche kam. Welche Ergänzungen haben bis dato besonders gut geschmeckt, welche eher nicht.
Das Hinspiel: …ging mit 89:80 an Braunschweig. Matchwinner war Grant Sherfield, von dem sich die Löwen mittlerweile getrennt haben: 23 Punkte samt Dagger-Dreier standen für den Guard bei Spielende zu Buche.
Duell im Fokus: So etwas wie Abstiegskampf kennt David N'Guessan nicht, hat der Braunschweiger Big Man doch bis zur vergangenen Saison am College gespielt, aber Abstiegskampf ist ja schon so etwas wie March Madness – vielleicht dreht er auch deswegen gerade auf. 16,0 Punkte bei einer Quote von 73,2 Prozent aus dem Feld und 8,2 Rebounds aus den vergangenen fünf Spielen machen den Niederländer zum zweiteffektivsten Spieler der Liga in diesem Zeitraum. Ob N'Guessan gegen Bonn ähnlich effizient auftritt? Die Rheinländer haben in Jeff Garrett, Kur Jongkuch und Mike Kessens ein physisches Trio unter dem Korb zur Verfügung, aus dem Garrett mit 14,0 Zählern (50,9 Prozent Feldwurfquote) und 4,8 Rebounds in den vergangenen fünf Partien der effektivste Bonner ist.

Zahlen, bitte: Während die Niedersachsen die schwächste Zweierquote (50,6 Prozent) der Liga aufweisen, rangieren die Rheinländer bei der Dreierquote (26,9 Prozent) ganz unten. Aber dafür schnappt sich die Stankovic-Truppe die meisten Offensiv-Rebounds (14,8). Das könnte auch gegen die Löwen funktionieren, die sich die viertwenigsten Defensiv-Rebounds (23,9) abgreifen.
Meilensteine: Jeff Garrett (Bonn) fehlen noch sieben getroffene Feldwürfe bis 500.
Chip Flanigan (Braunschweig) fehlt noch ein Spiel bis zu seinem 100. Einsatz in der easyCredit BBL, und noch acht Punkte bis 750.
Barra Njie (Braunschweig) fehlen noch fünf Punkte bis 750.
Kaza Kajami-Keane (Braunschweig) fehlt noch ein Dreier bis zu seinem 100. Treffer aus der Distanz
Ferdinand Zylka (Braunschweig) fehlen noch 24 Punkte bis 1.000.
Rekordverdächtig: Sind es bald nur noch drei? Drei Mannschaften, die seit 1996 durchgängig in der 1. Liga vertreten sind. Die Telekom Baskets stiegen in jenem Sommer in die Beletage auf und befinden sich seither in durchgängiger Gesellschaft von Berlin, Bamberg … und Braunschweig.
Die ewige Bilanz: Nach 65 gespielten Partien liegt Bonn mit 45:20 vorn.
Alte Bekannte: Bonns Jeff Garrett und Braunschweigs Kaza Kajami-Keane feierten 2023/2024 mit Chemnitz den Titelgewinn im FIBA Europe Cup. Bonns Joel Aminuund Braunschweigs Chip Flaniganspielten zwei Jahre zusammen in Vechta (2022-2024).
Am Rande der Bande: Bonn musste zuletzt ohne die langzeitverletzten Jonathan Bähre sowie Tylan Birts auskommen, Braunschweig ohne Philipp Hartwich, Barra Njie und Luka Scuka.
In Europa und weltweit – German Basketball is mad sexy: Einmal Weltmeister (2023), einmal Europameister (2025), und die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern. Bei der 31. Auflage des Albert Schweitzer Turniers in Mannheim und Viernheim, errang die deutsche U18 - unter Headcoach Alan Ibrahimagic - mit sieben Siegen in Serie den dritten Turnier-Erfolg der DBB-Historie (2026, 2028, 2026). Dabei setzte der von der Bank kommende Dusan Ilic, welcher im erweiterten Baskets-Kader steht und mit Rhöndorf Erfahrung in der ProB sammelt, mit seinen Fähigkeiten als Spielmacher wichtige Akzente.
Dyn Move Your Sport: Dyn und die easyCredit BBL stellen bereits zum dritten Mal einen Spieltag ganz in das Zeichen von Dyn Move Your Sport. Nach dem Blick auf das Förderkonzept der Liga im November 2025 richten Dyn, die Liga und die Klubstandorte am 29. Spieltag den Blick auf die vielversprechendsten deutschen Basketballtalente – um welche Spieler es geht sowie alle weiteren Details gibt es hier.
Fernsehen / Livestream: Die Partie wird am Sonntag, den 12.04.2026, ab 14:45 Uhr live bei Dyn übertragen. Kommentator vor Ort ist Chris Schmidt.





















